Homburg
Manche können sich kein Duschgel leisten: Wie das CJD Jugendlichen helfen will
Daniel Dieudonné betreut seit 18 Jahren beim Christlichen Jugenddorf (CJD) Homburg-Schwarzenbach Jugendliche und erlebt, wie sie im Alltag zu kämpfen haben – auch aus finanziellen Gründen. Es gebe Leute, „die haben zwei, drei Jahre lang zu allen Jahreszeiten dieselben Schuhe und dieselbe Jacke an. Weil sie nichts anderes haben. Das ist nicht selten.“ Es gebe auch immer mehr Leute, die etwa beim CJD ihre Ausbildung abgeschlossen haben, eine Wohnung brauchen – aber kein Geld für Einrichtung haben. Um ihnen zu helfen, hat das CJD jetzt einen 30 Quadratmeter großen „Store“ gebaut, in dem die Jugendlichen rund 2500 Produkte finden.
Aus diesem Raum, genannt „Homebase“, können sich die Jugendlichen all das nehmen, was ihnen im Alltag fehlt: Elektroartikel wie Wasserkocher oder Mikrowelle, Küchenutensilien wie Teller, Töpfe oder Besteck, Hygieneartikel, aber auch Kleidung, Bettwäsche oder Handtücher. Zahlen müssen sie dafür nichts. Der Raum richtet sich hauptsächlich an Jugendliche im Alter zwischen 16 und 23.
Kein Geld für Möbel
„Ein großer Teil der Leute, die bei uns eine Ausbildung machen, kommen auch aus einem eher finanziell schwächer aufgestellten Haushalt.“ Die Folge: Sie haben weder etwas gespart, noch verfügen sie über Möbel von zuhause. Auch ihre Eltern könnten sie meist nicht unterstützen. Oft haben die Jugendlichen gegenüber Betreuern oder Gleichaltrigen im CJD aber kein Schamgefühl – weil sie es nicht anders kennen, erklärt Dieudonné.
In dieser Situation versuchen die Betreuer ihren Schützlingen zu vermitteln, dass ihre finanzielle Situation nichts Schlimmes ist. Dabei hilft auch der Store-Charakter. Für die Projektinitiatoren war es nämlich wichtig, dass der Raum nicht wie eine Kleiderkammer aussieht. Er sei jederzeit zugänglich, man könne nämlich Termine vereinbaren. Bald soll er auch regelmäßig öffnen.
Schneller als die Ämter
Viele dieser Dinge, die sich in dem Raum finden, haben Mitarbeiter des CJD gespendet. Da allein in Schwarzenbach 600 Personen arbeiten, kommt da ganz schön was zusammen. Das Sortiment umfasst etwa 2500 Artikel. Schnelle Hilfe in einem schönen Raum soll das Projekt bieten – das gehe viel schneller als der Weg über die Behörden, sagt Dieudonné. Unterstützungsanträge beim Jobcenter, zum Beispiel die Beantragung von Erstausstattungshilfe, Hilfen bei Sozial- und Lebensberatungsstellen oder Stiftungen, „sind um Längen langwieriger, aufwendiger und komplizierter“.
Die Jugendhilfe, die dem CJD angegliedert ist, nimmt auch Kinder und Jugendliche auf, die von Polizei oder Jugendamt aus ihren Familien geholt wurden. Daniel Dieudonné hat auch schon Härtefälle erlebt, von Jugendlichen, die daheim nichts zu essen bekamen.
Mit Kleiderspenden fing es an
Angefangen hat alles mit Kleiderspenden, die das CJD vor Jahren von einem Geschäft erhielt. In einer Schulturnhallen-Garage auf dem CJD-Gelände, in dem die Geräte lagern, wurde die Kleidung präsentiert. Bald fragte die zuständige Mitarbeiterin nach Unterstützung – denn es kam immer mehr Kleidung an.
Weil Dieudonné mitbekam, dass es nicht nur an Kleidung, sondern auch an anderen Dingen fehlt, fragte er seine Fachbereichsleitung. „Die fand das toll, hat nur gesagt: Ich habe keinen Raum für euch.“ Da das CJD durch Praktika der Jugendlichen Kontakte zur St. Ingberter Baufirma Peter Gross hatte, fragte er dort an. Im Frühjahr 2025 schenkte die Firma dem CJD einen Doppelcontainer, der innerhalb eines Jahres zu dem Raum umgebaut wurde.
Spenden
Wer etwas spenden möchte, kann sich bei Daniel Dieudonné unter der Handynummer 0171 8657073 oder per Mail an daniel.dieudonne@cjd.de melden.