Rheinpfalz Mit Gütesiegel um Fachkräfte werben

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Firmen im Landkreis Kusel können künftig mit dem Gütesiegel „Pro Fachkraft“ ihre Attraktivität als Arbeitgeber dokumentieren und um Mitarbeiter werben. Vorgestellt wurde das Projekt am Dienstagabend in Ulmet. Hintergrund ist der Mangel an Fachkräften infolge der Alterung der Bevölkerung und der Abwanderung von jungen Menschen in wirtschaftsstärkere Nachbarregionen. Die Auftaktveranstaltung hatte das Wirtschaftsservicebüro der Kreisverwaltung zusammen mit dem Verein Zukunftsregion Westpfalz und der Personalberatung Anschütz organisiert.

Das Projekt „Pro Fachkraft“ startete 2013 in Pirmasens. Seither beteiligten sich acht Firmen mit Mitarbeiterzahlen zwischen 30 und 650 an einem Zertifizierungsprozess. Dabei wird die Geschäftsführung etwa zu Personalentwicklung, Unternehmenskultur und Kommunikation, Aufstiegschancen sowie Bezahlung und Sozialleistungen befragt. In einem weiteren Fragebogen wird von Mitarbeitern Auskunft über Betriebsklima, Identifikation mit dem Unternehmen, Verhalten von Führungskräften, Arbeitsbedingungen sowie Vereinbarkeit von Familie und Beruf eingeholt. Nach einem Faktencheck sowie der Auswertung der Erhebung und möglicher Defizite würden Verbesserungen vorgeschlagen, etwa zu Qualifizierungsangeboten, Mitarbeiterbeteiligung und Wertschätzung, erläuterte Horst Anschütz von der Personalberatung. Schlüsselfaktoren für Mitarbeiter seien neben Fortbildung und Aufstiegsmöglichkeiten flexible Arbeitszeiten, Familienfreundlichkeit sowie das Image eines Unternehmens. Nach erfolgreichem Abschluss des Prozesses wird ein für zwei Jahre gültiges Gütesiegel erteilt, mit dem sich Unternehmen als attraktive Arbeitnehmer darstellen können. Zu den positiven Folgen des Projektes rechnet der Personalberater höhere Mitarbeiterzufriedenheit und -bindung, größere Effizienz und bessere Leistung. Für die Gewinnung von Fachkräften seien dies wichtige Kriterien. Deutlich wurde bei der Präsentation auch, dass etwa Schüler nur wenig über die in der Region ansässigen Branchen und Firmen Bescheid wissen. Hans-Günther Clev von der Zukunftsregion Westpfalz führt dies unter anderem darauf zurück, dass viele westpfälzische Unternehmen Zulieferbetriebe mit Abnehmern außerhalb der Region seien und deshalb wenig Anlass für eine öffentliche Außendarstellung sähen. Von 20 wichtigen Firmen in der Westpfalz sei die Hälfte weithin unbekannt. „Wir haben ein Problem der Wahrnehmung“, folgerte Clev. Er appellierte an die Firmen, Perspektiven für neue Mitarbeiter und Nachwuchs aufzuzeigen, statt zu jammern. Landrat Winfried Hirschberger räumte ein, dass ländliche Regionen verglichen mit attraktiven Standorten wie etwa Mannheim-Heidelberg oder Karlsruhe bei der Personalgewinnung Probleme hätten. Dennoch biete der Landkreis mit guten Bildungsangeboten, günstigen Immobilienpreisen und hoher Lebensqualität Anreize für Fachkräfte aus anderen Regionen. |rac

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