Rheinpfalz Mit allem und viel scharf

An Dogan Döner kommt man in die Südpfalz nicht vorbei. Inhaber ist der 31-jährige Fahri Dogan.
An Dogan Döner kommt man in die Südpfalz nicht vorbei. Inhaber ist der 31-jährige Fahri Dogan.

«Hauenstein/LandauHerxheim, Offenbach, Bad Bergzabern und nun auch Landau. Dort, genauer gesagt in der August-Croissant-Straße, hat Dogan Döner vor wenigen Wochen eine weitere Filiale eröffnet. Damit sind es inzwischen 17 Läden, die die Dogan-Familie landesweit betreibt. Nummer 18 und 19 seien für dieses Jahr geplant: Fuß fassen möchte die Dönerkette in Grünstadt, in Offenbach ist ein zweiter Laden in Planung. „Das Geschäft in der Hauptstraße hat kaum Sitzplätze, ist mehr für den Heimservice gedacht, weshalb wir im Offenbacher Gewerbegebiet ein Restaurant errichten möchten“, erzählt Fahri Dogan. Der 31-Jährige ist Inhaber der Dogan Döner Produktion GmbH, die ihren Sitz in Freckenfeld hat und die Lokale mit selbst hergestellten Spießen beliefert. Sieben Brüder und ihre Cousins betreiben Läden Die Dogan-Läden in der Südpfalz führen Fahri Dogan und seine sechs Brüder. Die Buden in Worms und den beiden umliegenden Verbandsgemeinden Monsheim und Wonnegau werden von ihren Cousins geleitet. Angefangen hat alles jedoch in der Südwestpfalz, und zwar in Hauenstein. Dort eröffnete 1999 der erste Dogan Döner. Wenige Jahre, nachdem die Familie von Fahri Dogan von Urfa, einer türkischen Millionenstadt, nach Deutschland gekommen war. „Meine Eltern verließen mit uns die Heimat, um in Deutschland ein besseres Leben führen zu können“, erzählt Fahri Dogan. Er selbst sei immer handwerklich begabt gewesen und habe nach dem Realschulabschluss zusammen mit seinem Bruder in einer Schuhfabrik in Hauenstein angefangen. Er in der Fertigung, sein Bruder im Büro. Die Ausbildung haben sie jedoch nicht abschließen können. „Es fielen kurzfristig zwei Mitarbeiter im Dönerladen aus. Und weil sich kein Ersatz fand, sind wir eingesprungen“, erzählt Fahri Dogan, der 2008 in die Geschäftsführung der Dönerproduktion GmbH einstieg. Der Minfelder ist aber nicht nur in seinem Büro tätig. „Wenn es brennt, bin ich natürlich unten in der Produktionshalle, hinter den Tresen eines Geschäfts oder fahre die Spieße zu den Kunden.“ Apropos fahren: War die Produktionsstätte 2004 eröffnet worden, damals noch in Bad Bergzabern, um den Eigenbedarf zu decken, beliefert die Gesellschaft mittlerweile Geschäfte in Rheinland-Pfalz und über die Landesgrenzen hinaus mit Fleisch. Angesteuert werden Firmen im Saarland, in Baden-Württemberg, selbst in Frankreich und Österreich werden Kunden mit frischen Drehspießen beliefert. Dafür werden Woche für Woche zehn bis 15 Tonnen Fleisch verarbeitet. „Die Ware stammt aus Deutschland, nur das Kalbfleisch bekommen wir aus Holland, weil dort in solch einer großen Menge gezüchtet wird, wie wir sie benötigen“, sagt Dogan, der rund 30 Mitarbeiter in seinem Unternehmen beschäftigt. Dabei ist allein eine Arbeitskraft damit beschäftigt, die Gewürzmischung für das Fleisch herzustellen. Der Betrieb beginnt um 7 Uhr, Dogan steht bereits eine halbe Stunde vorher auf der Matte. Wie lange er arbeitet, sei unterschiedlich. „Es gibt Tage, da war ich erst um 22 Uhr daheim“, erzählt Dogan. Das bringe das Leben als Selbstständiger mit sich. Wobei er jetzt darauf achte, zeitig zu Hause zu sein, um möglichst viel Zeit mit seiner kleinen Tochter genießen zu können. Rund 6000 Quadratmeter groß ist die Produktionsfläche in Freckenfeld. Der Umzug von Bad Bergzabern in den benachbarten Landkreis war nötig, weil es an dem früheren Standort zu klein wurde. „Wir hatten nicht mal halb so viel Platz“, erzählt Fahri Dogan. Die Expansion spiegelt sich auch in den Umsatzzahlen wider. Betrugen sie im Jahr 2014 1,7 Millionen Euro, konnten sie 2018 auf 3,5 Millionen Euro erhöht werden. Rund 40 000 Euro in Modernisierung investiert Aber auch jetzt – fünf Jahre, nachdem der Betrieb an neuer Stelle aufgenommen und zuletzt rund 40.000 Euro in die Modernisierung gesteckt wurden – stößt das Unternehmen langsam an seine Kapazitätsgrenzen. „Seit Anfang dieses Jahres nehmen wir keine Neukunden mehr auf“, sagt Fahri Dogan. Wenn das Geschäft weiter so gut laufe, müsse über einen erneuten Umzug nachgedacht werden. „Das könnte innerhalb der nächsten fünf Jahre der Fall sein“, sagt Dogan. Das Landauer Gewerbegebiet käme als Standort infrage. „Es soll auf jeden Fall in der Südpfalz sein“, sagt Fahri Dogan. Nach Karlsruhe wolle er nicht expandieren. Auch eine Filiale sei dort nicht vorgesehen. „Es gibt da schon genügend Dönerbuden“, sagt Dogan. Auch in Landau war keine Filiale vorgesehen. „Wir beliefern viele Dönergeschäfte in der Stadt mit Drehspießen, da möchten wir keine Konkurrenz für unsere Kunden sein“, sagt Dogan. Der Grund, weshalb entschieden wurde, in Landau doch zu eröffnen, liegt an dem Standort. Obwohl es in einem Wohngebiet und in der Nähe der Berufsbildenden Schule liege, werde es oft als „tote Ecke“ bezeichnet. Insofern ist Dogan überzeugt, anderen Dönerbuden in der Stadt nicht die Kundschaft wegzuschnappen, sondern diese zu ergänzen.

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