Rheinpfalz Messung in Millisekunden
So mancher Autofahrer wird schon über sie geflucht haben, ohne die Männer überhaupt zu kennen: Markus Kiefer und Dietmar Henn sind bei der Polizei im Bereich „Geschwindigkeits- und Abstandsüberwachung“ tätig. Sie kümmern sich um die Messgeräte, mit denen Raser überführt werden und die landläufig als „Blitzer“ bekannt sind.
Ralf Weismann leitet die Abteilung des Polizeipräsidiums Westpfalz, die aus Platzgründen in Waldfischbach-Burgalben untergebracht ist. „Betroffene sehen das oft als Abzocke“, sagt der Polizist, „aber in der Regel stehen wir an Unfallschwerpunkten oder an gefährlichen Stellen.“ Eben dort, wo Geschwindigkeitsbegrenzungen Sinn ergeben, aber dennoch regelmäßig nicht beachtet würden. Zuständig sind die Polizeibeamten dafür in der ganzen Westpfalz, allerdings würden einige Verbandsgemeinden die Aufgabe selbst übernehmen und innerorts Geschwindigkeitsmessungen durchführen. Henn betont, dass es keineswegs darum geht, besonders fiese Stellen zum Aufbau der Geschwindigkeitsmessanlage zu finden: „Wer aufmerksam fährt, für den sind die Geräte ja von weitem schon erkennbar.“ Das ist unter anderem das eigentliche Messgerät, schildern die Fachleute – streng genommen darf man nicht von einer Radarfalle sprechen, denn es wird mit Laserstrahlen gemessen: „In Millisekunden wird beim sogenannten Wegzeitmessgerät die gefahrene Strecke gemessen und damit die Geschwindigkeit errechnet.“ Das Herzstück der Anlage sei deswegen der Rechner im Fahrzeug, der die Messlinien zusammenführt. Zu den Geräten an der Messstelle zählen außerdem noch zwei Fotoapparate, die Bilder von vorne und von der Seite schießen, erklärt Henn. Bis die ganze Technik aufgebaut ist, dauere es je nach Standort etwa eine halbe Stunde. Kiefer: „Wenn man weiß, was man tut.“ Das Technikensemble wird von einem Blitzgerät abgerundet – der Lichtimpuls sorgt dafür, dass der Fahrer auch bei getönten Scheiben oder schlechtem Wetter gut zu sehen ist. Weismann räumt bei der Gelegenheit mit dem Mythos auf, dass das Gerät nur in eine Fahrtrichtung Bilder schießen kann: „Wir können in beide Richtungen messen und blitzen.“ Das komme häufig vor: „Wenn wir uns schon die Arbeit machen ...“ Sind die Geräte aufgebaut, ziehen sich die Männer in ihren Kleinbus zurück. Von dort können sie auf dem Monitor verfolgen, wie viele Autos die Messstelle passiert haben – und wer wie schnell vorbeigebraust ist. Beim RHEINPFALZ-Besuch an einer Bushaltestelle in Kindsbach war der Spitzenreiter innerorts mit 90 Stundenkilometern unterwegs. Henn: „Auf den kommt ein Fahrverbot zu, mindestens ein Monat.“ Manchmal besuchten „geblitzte“ Autofahrer die Beamten noch an der Messstelle am Bus: „Die wollen wissen, was sie erwartet“, schildert Henn. Die Gespräche verliefen meist anständig, „nur selten wird jemand verbal aggressiv“. Die Ergebnisse der Messungen würden an die Bußgeldstelle weitergeleitet, die die Bescheide verschickt.