Rheinpfalz Messe in Latein, so wie sie früher gefeiert wurde
Einen Einkehrtag zum bevorstehenden Rosenkranzfest begehen Katholiken aus Nah und Fern am Montag, 3. Oktober, in der Kapelle auf dem Remigiusberg bei Haschbach. Wie Organisator Matthias Barz aus Waldmohr berichtet, werden Anhänger des außerordentlichen tridentinischen Ritus aus der ganzen Pfalz und dem benachbarten Saarland erwartet.
Die heilige Messe im tridentinischen Ritus, also in lateinischer Sprache, findet um 10.30 Uhr statt. Dieser sei bis zur Liturgiereform des Zweiten Vatikanischen Konzils in der katholischen Kirche allgemein üblich gewesen, schildert Barz. Die Messe hält Fritz Breyer, Pfarrer im Ruhestand aus Waldfischbach-Burgalben. Nach der Mittagspause erwartet die Besucher um 14 Uhr ein Vortrag zum Thema Rosenkranz. Es spricht Rechtsanwalt Franz Möhler aus Kaiserslautern. Beim Oktober-Rosenkranz wird des Sieges der Christen über die Osmanen in der Schlacht von Lepanto vom 7. Oktober 1571 gedacht. Eine Andacht mit Segen und rundet die Veranstaltung ab. Es besteht zudem die Möglichkeit zur Beichte. Nach Angaben von Barz versammelten sich bereits im vergangenen Jahr Anhänger des tridentinischen Ritus in Hauenstein. Die sogenannte tridentinische oder alte Messe unterscheidet sich laut Barz durch die lateinische Sprache. Anders als üblich stehe der Priester mit dem Rücken zum Volk, die Messe beanspruche zudem durch ein vorgeschaltetes „Stufengebet“ mehr Zeit, nennt er weitere Charakteristika. Die Bezeichnung „tridentinisch“ leitet sich vom Konzil in Trient ab. Für das Bistum stelle die Vielfalt liturgischer Angebote einen Wert dar, erklärte auf Anfrage der RHEINPFALZ die bischöfliche Pressestelle in Speyer. „Als Teil dieser liturgischen Vielfalt hat auch die Messe im tridentinischen Ritus, sofern sie von einer entsprechend großen Zahl von Gläubigen in einer Pfarrei gewünscht wird, ihren Platz im Spektrum der Gottesdienstangebote.“ So werde beispielsweise in der Stiftskirche in Neustadt jeden Sonntag eine Messe im alten Ritus angeboten. Weitere Angebote gebe es in Schifferstadt und auf Maria Rosenberg in Waldfischbach-Burgalben. Zur Feier der Messe im alten Ritus gaben die deutschen Bischöfe 2007 entsprechende Leitlinien heraus. Gläubige, die der älteren Form der Liturgie verbunden sind, sollen so einen Zugang zu Messfeiern in der außerordentlichen Form erhalten. In den Leitlinien wird aber auch festgelegt, dass die Pfarrgottesdienste weiterhin in der ordentlichen Form gefeiert werden. An Sonntagen kann eine Messe in der außerordentlichen Form hinzutreten, nicht jedoch die Messe in der ordentlichen Form ersetzen. Außerdem bedürfe es einer speziellen Eignung des zelebrierenden Priesters, ergänzt Bistumssprecher Markus Herr. |suca