Rheinpfalz „Mensch stets im Mittelpunkt“
Heute tritt Bettina Rivera ihre Funktion als Leiterin der Westpfalz-Werkstätten an. Mit der Sozialarbeiterin bleibt dem Träger Ökumenisches Gemeinschaftswerk in Landstuhl eine Frau erhalten, die klare Vorstellungen davon hat, was integrative Arbeit auszeichnet: Kompetenz, Engagement, Miteinander.
Alles ist ihr vertraut. Die Strukturen, die Menschen, die Philosophie des Hauses: Seit 23 Jahren ist Bettina Rivera bei den Westpfalz-Werkstätten tätig. Trotzdem begegnet sie der neuen Herausforderung mit Respekt. „Weil dies viel Verantwortung mit sich bringt“, sagt die Sozialarbeiterin. „Aber die übernehme ich gern, denn meine Arbeit und die Menschen in den Werkstätten liegen mir sehr am Herzen.“ Menschen mit Behinderungen beschäftigten sie schon in ihrer Kindheit: „Damals hat mir meine Mutter ein Buch geschenkt, in dem es um das Thema geht. Seither hat es mich nicht mehr losgelassen.“ Dass der Beruf in diese Richtung gehen sollte, stand nicht gleich fest. „Ich hätte mir vorstellen können, Biologie zu studieren oder Logopädin zu werden. Hauptsache, ich habe mit Menschen zu tun. Das war schon immer mein Ziel“, so Rivera. Klarheit sollte ein Praktikum nach dem Abitur 1987 bringen. Das führte die Mainzerin zu den Werkstätten. Begegnungen mit Behinderten zeigten ihr, dass sie auf dem richtigen Weg ist. Den setzte sie beim Studium Sozialer Arbeit an der Fachhochschule in Ludwigshafen fort. Mit dem Examen in der Tasche absolvierte sie ihr Anerkennungsjahr beim Diakonischen Werk Lauterecken und beim Kreisjugendamt Kaiserslautern. 1993 kam sie als Sozialarbeiterin nach Landstuhl zurück, ’95 wurde sie Fachdienstleiterin am Standort Siegelbach, 2004 Assistentin des Werkstattleiters, 2009 seine Stellvertreterin. Ihr Aufgabengebiet ist groß. Sie ist zuständig für die Personalabteilung und Betriebsstätten in Landstuhl, Kaiserslautern, Ramstein-Miesenbach, Weilerbach, Mackenbach. „Das breite Spektrum macht die Arbeit sehr abwechslungsreich.“ Vor allem das Zusammenspiel von pädagogischen Fragestellungen und der Produktionstechnik fasziniert sie. Als Wirtschaftsingenieur war bisher Walter Steinmetz Fachmann auf technischem Gebiet, ab April wird dafür Riveras Stellvertreter zuständig sein. Nicht nur mit ihm wird sie eng zusammenarbeiten, sondern mit dem ganzen Team. „Das ist sehr gut eingespielt“, stellt sie fest. „Wir finden uns regelmäßig zu Besprechungen am runden Tisch zusammen. Mir ist es wichtig, bei Entscheidungen die Meinung der Kollegen einzubeziehen.“ Dies ist ihr eine wertvolle Unterstützung im Tagesgeschäft, aber auch bei künftigen Herausforderungen: „Wir müssen sehen, wie wir dem drohenden Fachkräftemangel begegnen und uns den Veränderungen in der Industrie und Wirtschaft anpassen. Vor allem aber müssen wir Arbeit sichern für Menschen mit hohem Unterstützungsbedarf.“ Die Menschen stehen im Zentrum ihres Wirkens. „Die Menschen tragen mich ebenso, wie mein Glaube es tut“, sagt Bettina Rivera. Deshalb ist es ihr wichtig, dem christlichen Leitgedanken des Gemeinschaftswerks gerecht zu werden: „Jeder ist ein Teil der Schöpfung und verdient einen würde- und respektvollen Umgang.“ Das zu praktizieren, wird auch als Werkstätten-Leiterin ihr oberstes Ziel sein. Dass mit der Position mehr Arbeit verbunden ist, nimmt sie gelassen: „Es ist eine Herausforderung, der ich mich gerne stelle.“ (juf)