Rheinpfalz
Mehr Wanderwege rund um Hauenstein
Neben den sieben Premiumwegen in der Verbandsgemeinde soll künftig ein Netz von kürzeren Wanderwegen ausgewiesen und mit einer Broschüre beworben werden. Die Ortsgemeinde Hauenstein will sich damit das „Spazierwandern“ erschließen, das im Trend liegt.
Schon im Sommer vergangenen Jahres – noch in der vergangenen Wahlperiode und damit in anderer Zusammensetzung – hatte der Tourismusausschuss der Ortsgemeinde Hauenstein einen fast identischen Beschluss gefasst: Man war sich einig, dass es „eine deutliche Nachfrage nach solchen Wegen“ gebe und hatte auf das Beispiel des Dahner Felsenlandes verwiesen, wo neben den zwölf Premiumwanderwegen gleich 43 Rundwanderwege ausgewiesen und in einer Broschüre vorgestellt wurden. Diesem Vorbild solle Hauenstein folgen. Damals war die Hoffnung geäußert worden, die Broschüre schon zu Beginn der Saison 2019 vorlegen zu können. Geschehen ist: nichts.
Nun also ein neuer Anlauf: Walter Meyer legte dem Ausschuss seine Liste mit mehr als einem Dutzend Wege erneut vor. Sie sind in der Regel als Rundwanderweg angelegt, zwischen dreieinhalb und zehn Kilometer lang – ein Ausreißer ist der „Gutshofweg“ zum Bärenbrunnerhof mit 13 Kilometern – und auch vom Höhenprofil relativ einfach zu bewältigen. Alle Wege, die meist bereits als Lokalmarkierungen mit Nummern versehen sind, sollen nach Meyers Vorschlag einen griffigen Namen erhalten und mit einem eigenen Logo markiert werden. Mit Peter Schwierzina stünde ein Wegepate für die Unterhaltung der Rundwege bereit.
Queichquellen und Rauschlochfels
In Meyers Liste finden sich der „Queichquellenweg“, der eben und bequem über vier Kilometer durchs Tal der jungen Queich führt, neben dem parallel verlaufenden und gleich langen „Dümpelweg“. Es gibt den „Meditationsweg“, der sich als „stiller Weg“ über neun Kilometer in halber Höhe um Queich- und Dümpeltal zieht, den „Panoramaweg“, der über neun Kilometer rund um die Wasgaugemeinde führt und viele Aussichten bietet, und den neuen „Rauschlochweg“, der an Rauschlochfelsen, Maifels und Steinbruch vorbeiführt.
Inge Wieser (Grüne) begrüßte die Idee, die Wege mit Namen zu kennzeichnen. Sie schlug vor, die Anzahl der Wege zu reduzieren und sich auf die „schönsten und wichtigsten“ zu beschränken, weil die Pflege der Wege aufwendig sei. Nicole Steigner, für die CDU im Ausschuss, stimmte dem zu. Sonja Spieß, Leiterin des Tourist-Info-Zentrums (TIZ), wies darauf hin, dass alle markierten Wege mit dem Besucherlenkungssystem des Pfälzerwaldes übereinstimmen sollten.
Zertifizierung zu teuer
Meyers Vorschläge fielen weitgehend auf fruchtbaren Boden, der Tourismusausschuss stimmte einstimmig der Umsetzung zu. Im Frühjahr 2020 soll Näheres beschlossen werden. Mit der Liste der Rundwanderwege greift man in Hauenstein einen Trend auf, der innerhalb der vielen Spielarten des Wanderns als „Spazierwandern“ bezeichnet wird. Das Deutsche Wanderinstitut bietet bereits eine Zertifizierung für „Premium-Spazierwanderwege“ an. Darauf allerdings wird man in Hauenstein wegen der mit der Zertifizierung verbundenen Kosten verzichten – Michael Zimmermann sprach von 700 Euro je Kilometer.