Rheinpfalz Mehr Licht im Wald

Das Forstamt Hinterweidenthal fällt derzeit in der Nähe der Gemeinde Merzalben Bäume. Einige Bereiche werden durchforstet, an anderen Stellen werden Bäume aus Gründen der Verkehrssicherung gefällt. Die Arbeiten dauern voraussichtlich vier bis fünf Wochen.
Während dieser Arbeiten ist die Mountainbikestrecke, der Prädikatswanderweg „Pfälzer Waldpfad“, der Wanderweg „Blau-weiß“ und auch zeitweise der Pfad zur „Schönen Aussicht“ nicht nutzbar. Umleitungen sind gekennzeichnet. Die RHEINPFALZ war bei der Durchforstung mit Revierleiter Matthias Jäger vor Ort. Das Brummen der Motorsäge ist zu hören, wenn man parallel zur Höhstraße auf den Prädikatswanderweg „Pfälzer Waldpfad“ zuläuft. Da dieser Weg momentan gesperrt ist, empfängt Revierleiter Matthias Jäger die RHEINPFALZ. Auf die Frage, ob bei den Arbeiten ein sogenannter Harvester im Einsatz ist, schüttelt er den Kopf. „Nein, es wird herkömmlich, motormanuell durchforstet“, antwortet er. Richtig. Hier sind keine tiefen Spurrillen eines Holzvollernters zu sehen, hier wurden keine Schneisen in den Wald geschlagen. Was man sieht, sind die bereits gefällten Bäume und dass der Wald an einigen Stellen lichter wurde. Der Baumbestand werde ausgedünnt, damit die guten Bäume mehr Platz für ihr Wachstum erhalten, erklärt Jäger. Die „Guten“ hat Jäger schon im letzten Jahr ausgesucht und markiert. „Das können Kiefern, Eichen, Buchen, Douglasien sein, aber auch eine Kirsche“, listet er auf. Gefällt werden angedrückte, schief hängende Bäume, die sich gefährlich bei ihrem Wachstum in Richtung Häuser bewegt haben. Einige gefällte Bäume werden liegenbleiben. Sie haben als Totholz eine wichtige Funktion im Ökokreislauf. Im Vordergrund der Forstmaßnahme stehe die Verkehrssicherung. Dies bedeute, dass gefährdende Bäume gefällt werden, berichtet der Forstmann. Damit möglichst schonend in den Wald eingegriffen wird, kommt der Seilzug zum Einsatz. Das heißt, jeder zu beseitigende Baum wird einzeln angehängt und zu Fall gebracht. Die Arbeiten werden von Stefan Jung jr. und Andy Siegel vom Hauensteiner Forstbetrieb Jung vorgenommen. Die vielen unterständigen Bäume und Hecken im Laub, die sich unter dem Baumbestand angesammelt haben, erschwerten die Sicht und damit auch den Eingriff, benennt Jäger die Schwierigkeiten. Dem Wald würde hier nur Massenware mit minderer Qualität, also keine Werthölzer, entnommen. Wie Jäger informiert, gehen die verwertbaren Stämme in die Verpackung, werden zu Spanplatten oder Brennholz verarbeitet. Die Stammlänge beträgt durchschnittlich 15 Meter. Der Hauptanteil der herausgeschnittenen Baumarten sind Kiefern, Buchen, Eichen und Douglasien. Natürlich könnten auch Selbsterwerber zum Zuge kommen, betont Jäger. Diese müssten für den Holzeigenerwerb die nötigen Voraussetzungen mitbringen (Sägeschein, Schutzausrüstung, Einhaltung verschiedener Vorgaben...). „Wir haben bisher Glück mit dem Wetter“, freut sich Jäger mit den Firmenvertretern. Dadurch seien größere Wegeschäden vermeidbar gewesen. Und wenn es so bliebe, müsse nach der Gesamtmaßnahme nur der Weg nochmals vom Rückeschlepper abgeschoben zu werden. Übrigens wird diese Verkehrssicherungsmaßnahme im Zeitlohn abgerechnet. Dies deshalb, weil sie aufwendig und schonend ist, und die Arbeiter stets auch auf die anzutreffende Situation vor Ort einzugehen haben. Bleibt die gute Witterung, geht Jäger von einem Zeitaufwand von fünf Wochen aus. Während der Arbeiten sind Umleitungsmarkierungen an Bäumen angebracht. Mountainbiker werden den Hauptweg hoch am Kuffenberger Feld vorbei und von da zum Schäferkreuzchen umgeleitet. Der Prädikatswanderweg „Pfälzer Waldpfad“ und Wanderweg „Blau-Weiß“ werden etwa 500 Meter entlang der L 498 geführt und wohl schon nächste Woche wieder frei begehbar sein. Zur „Schönen Aussicht“ geht man am besten den Pfad vom alten Sportplatz aus hoch. |mt