Rheinpfalz Mehr Effizienz, weniger Bürokratie
Die meisten Ortsgemeinden im Kreis Kusel haben mehr oder weniger viel Gemeindewald. Diesen zu bewirtschaften, zu pflegen und Holz zu ernten bedeutet für das Forstamt Kusel einen großen bürokratischen Aufwand. Denn jede der 35 Gemeinden kümmert sich noch selbst darum, was dort geschieht. Ein einziger Forstzweckverband, in dem alle waldbesitzenden Gemeinden vereint sind, könnte den Aufwand erheblich reduzieren.
„Unternehmen, die wir zur Pflege oder Holzernte holen, werden oft davon abgeschreckt, wenn sie für relativ kleine Aufträge eine weite Anfahrt auf sich nehmen müssen“, erläuterte Forstamtsleiterin Gabi Kleinhempel das grundsätzliche Problem. Denn die waldbesitzenden Gemeinden betreiben ihre eigene Waldwirtschaft, ohne sich um den Nachbarn zu kümmern. In einem Zweckverband könnten beispielsweise Durchforstungen gebündelt beauftragt werden. Damit könnte auch vermieden werden, dass Forstunternehmen einen Aufpreis für kleine Einzelaufträge verlangen. Weiteres Problem derzeit: „Es müssen für jede Gemeinde Forsthaushaltspläne erstellt werden, die Revierleiter müssen diese den Gemeinderäten vorstellen, und diese Pläne müssen dann erst beschlossen werden“, sagt Kleinhempel. Verbunden sei das mit einem hohen Zeit- und Verwaltungsaufwand – sowohl für das Forstamt, die Revierleiter, als auch für die Verbandsgemeinde. Würde man sich zu einem Forstzweckverband zusammenschließen, könnte man die Beförsterungskosten bis zu zehn Euro pro Hektar reduzieren. Hinzu komme auch eine Verringerung des Berufsgenossenschafts-Beitrags für die Gemeinden um fast zehn Euro pro Hektar. „Wir haben die Gemeinden gebeten, bis zum 15. Mai eine Absichtserklärung abzugeben“, sagte der Verbandsbürgermeister Andreas Müller. Damit sei noch keine endgültige Entscheidung verbunden. Aber das Ziel sei es, mindestens 500 Hektar Wald in einem Zweckverband zu bündeln. Auch andere Gemeinden aus dem Kreis wollen sich so organisieren.