Rheinpfalz „Medizin kann man studieren, Arzt sein nicht“

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HAUENSTEIN. „Medizin kann man studieren, Arzt sein nicht.“ Das sagt Peter Hoffmann, der in Hauenstein jahrzehntelang als Allgemeinmediziner praktiziert, als Honorarprofessor an der Universität Mainz gelehrt hat – und heute seinen 80. Geburtstag feiert.

An seinem Ehrentag, den er zusammen mit Ehefrau Brigitte, seinen Kindern und fünf Enkeln feiert, ist er bei bester Gesundheit. Er hat sich sein junges Aussehen und eine vitale Sicht der Dinge bewahrt. 80 Jahre her ist es in diesem Jahr auch, dass sich sein Vater Julius Hoffmann, 1906 in Rodalben geboren, als praktischer Arzt in Hauenstein niederließ. Peter Hoffmann hat sich als echter „Hääschdner Bub“ immer für seine Heimatgemeinde eingesetzt. Auch heute noch gibt er mit durchdachten Hinweisen manchen Denkanstoß. Sein Wort findet Gehör und wird respektiert. Manche große kommunalpolitische Entwicklung trägt seine Handschrift. Nur die etwas älteren Mitbürger wissen, dass sich Peter Hoffmann trotz eines ausfüllenden Berufslebens auch kommunalpolitisch engagierte, vor allem in den 70er Jahren, als es galt, eine auf dem Reißbrett entworfene künstliche Verbandsgemeinde Hauenstein mit Leben zu erfüllen. Der junge Arzt war Fraktionssprecher der CDU im Verbandsgemeinderat, holte mit Gottfried Dahm einen talentierten Verbandsbürgermeister in den Schuhort, der damals schon die ersten großen Auswirkungen des Strukturwandels bewältigen musste. Hoffmann setzte damals als Gründer des Verkehrsvereins mit einigen anderen Protagonisten wie Norbert Meyer, Alfred Scheib und Albert Siener auf den Fremdenverkehr als zukunftsträchtige Alternative – der richtige Weg, wie wir heute wissen. Er setzte sich dafür ein, dass im Hauensteiner Stopper einer der ersten pfälzischen Golfplätze entstehen sollte – was allerdings scheiterte. Nach dem Abitur am Altsprachlichen Gymnasium in Landau studierte Hoffmann in Heidelberg Medizin, schloss sein Studium schnell ab und promovierte bereits mit 24 Jahren mit einer Arbeit über Krebs. Als blutjunger Arzt erhielt er eine Berufung an die Universitätsklinik Homburg und arbeitete dort bis 1964. Da hätte der junge Doktor auch die akademische Laufbahn einschlagen können, doch durch den plötzlichen und frühen Tod seines Vaters – er starb mit 57 Jahren – war er mit erst 27 Jahren plötzlich zum Chef einer großen Praxis in seinem Heimatort geworden. „Während all dieser Jahre erkaltete meine große Liebe zur Lehre und zur medizinischen Wissenschaft keineswegs“, blickt Peter Hoffmann auf ein erfülltes Arztleben zurück. Er erwarb hohes Ansehen in den überregionalen Standesorganisationen, bekleidete maßgebliche Ämter in der Kassenärztlichen Vereinigung der Pfalz und war von 1975 bis 1985 überregionaler Fortbildungsbeauftragter für den Nachwuchs. Kein Wunder, dass man an der Uni Mainz auf den Hauensteiner aufmerksam wurde, der zahlreiche wissenschaftliche Arbeiten über allgemeinmedizinische Themen veröffentlicht und einen vielbeachteten Leitfaden über die schlimmen Folgen des Alkoholmissbrauches geschrieben hatte. Hoffmann sammelte gerade in diesem gesellschaftlichen Problemfeld große Erfahrungen, als er in der 1970 auf dem Hermersbergerhof gegründeten Fachklinik für alkoholkranke Männer leitende Funktionen übernahm. 1988 ernannte ihn die Universität Mainz zum Honorarprofessor, was ihn immer wieder zu den Studenten nach Mainz führte. Bis zum Ende seines aktiven Berufslebens im Jahr 2004 blieb er aber mit Leib und Seele Landarzt. „Ich konnte an der Universität an die Studenten etwas weitergeben, was in keinem Lehrbuch steht“, sagt Hoffmann im RHEINPFALZ-Gespräch. „Manchmal packte ich Patienten aus meiner Praxis ins Auto und brachte sie zu meinen Studenten nach Mainz“. Für seine Lebensleistung wurde ihm das Bundesverdienstkreuz verliehen. Bleibt noch, an den talentierten Fußballspieler Peter Hoffmann zu erinnern, der bis zu seinem Studium in der legendären Hauensteiner A-Jugend stand, die zu den besten Mannschaften im Südwesten zählte. Gerne erinnert er sich an diese Zeit in einer Mannschaft mit den Altstars Hugo Leidner, Hermann Keller, Otto Ritter und Herbert Zoller. Überhaupt war er immer sportlich aktiv: 35 Jahre frönte er dem Pferde- und Reitsport. Und er widmet sich gerne seinem parkähnlichen Garten. „Hier bin ich auch heute noch täglich bei der Arbeit und mit meinen Enkelkindern zusammen, hier habe ich fast jeden Baum selbst gepflanzt“, sagt Hoffmann, der auch heute noch eifriges Mitglied bei den Rotariern ist, deren Verein er in Pirmasens mitbegründet hat. Die Medizinertradition des Hauses Hoffmann reißt auch in der dritten Generation nicht ab. Tochter Katja, verheiratet mit einem Mediziner, praktiziert in Hauenstein bei Werner Burgard, während Sohn Marc Naturwissenschaftler wurde und bei der Firma SAP in leitender Position tätig ist.

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