Oberhausen Martin Bähr liest aus seinem Südpfalz-Krimi „Schnaps und Mord“
Die örtliche Polizei in Bergzabern und Landau steht vor einem Rätsel. Wie so oft in solchen Fällen wird daher der altgediente Kriminalrat Ludwig Moser aus München in die Pfalz beordert, um die örtlichen Kollegen zu unterstützen. Unterstützt wird er von Inspektor Eichenlaub aus Landau. Zusammen bringen sie die südpfälzische Provinz mit ihren Ermittlungen mächtig durcheinander.
Der Kommissar, der für seine Marotten, aber auch seine ungewöhnliche Kombinationsgabe bekannt ist, tappt selbst lange im Dunkeln, wobei sich hinter den beschaulichen Fassaden in der Südpfalz spannende Abgründe auftun, mit denen niemand gerechnet hat. Dann geschieht ein weiterer Mord, gefolgt von einem Mordversuch.
Den Charakter Mosers hat Bähr in seinen Romanen bis ins Detail entwickelt. Moser ist ein Beamter kurz vor der Pension, ein leidenschaftlicher Zigarrenraucher, der bei lukullischen Genüssen nicht Nein sagen kann. Gleichermaßen ist er leidenschaftlicher Kriminalist, immer mit der Annahme auf den Lippen: „Irgendetwas muss ich übersehen haben“.
Alte Fotos und historische Hintergründe
Zu Lesungen bringt der Autor auch schon mal alte Fotografien mit von Bad Bergzabern und Landau, denn das sind die Schauplätze, zu denen er Moser schickt. Sogar von der Scheune der Unglücksfamilie Damm aus dem Roman. Wobei sein Dorf Kirchweiler bei Bad Bergzabern ein fiktiver Ort ist. Dennoch sei es ein typisches Dorf für die Gegend, sagt Bähr. Genau aus diesem Grund sind die Schauplätze im Buch, Bauernhöfe und Gebäude wie das Gasthaus Engel in Bad Bergzabern, in seinen historischen Romanen so detailreich beschrieben. Es geht ihm in „Schnaps und Mord“ eindeutig um die Haardt, auch wenn ein Ausflug in den Schwarzwald den Leser einmal in andere Gegenden führt.
Seine Lesungen, die er mit wechselnden Stimmlagen gestaltet, unterbricht er auch hin und wieder gerne, um Hinweise auf Historie und Schauplätze zu geben.
Treffen in Séparées und auf Friedhöfen
Das Überraschende an dem Buch ist die Langsamkeit, mit der sich die Menschen bewegen. Sie reisen mit dem Zug oder der Kutsche und gehen zu Fuß, auch eine Stunde lang, um ihr Ziel zu erreichen. Aber keiner beschwert sich, außer wenn’s mal regnet. Berührend ist die Wahl der Plätze, an denen Kriminalrat Moser mit vertrauten Menschen spricht. Das müssen mindestens Séparées sein oder auch mal Friedhöfe, damit er keine unerwünschten Zuhörer hat. Eine Gelegenheit, die Grabsteine einzuflechten, die der katholische Pfarrer und Bildhauer Bernhard Würschmitt (1788 bis 1853) auf dem Gottesacker in Bad Bergzabern gestaltet hat. Sie fallen Kriminalrat Moser sofort auf. Auch der Autor hat ein Faible für alte Friedhöfe, spendet er doch die Einnahmen aus dem Verkauf des Romans für den Erhalt des Alten Friedhofs in Pirmasens.
Zwei Krimis sind bisher erschienen, aber noch drei weitere habe er bereits geschrieben, erzählt der Autor. Sie spielen in Dellfeld und um Zweibrücken, in der Nordpfalz und in Neustadt.
Lesezeichen
Martin Bähr: „Schnaps und Mord – Moser und der Hoflieferant“; historischer Kriminalroman; 248 Seiten; Landluftverlag Ranschbach, 2020; 12,90 Euro; ISBN 9783982138428.
Termin
Martin Bähr liest am Donnerstag, 17. August, 18 Uhr, im Weingut Vongerichten in Oberhausen, Obere Hauptstraße 22, aus seinem Krimi „Schnaps und Mord“. Im Anschluss signiert der Autor Bücher. Für das leibliche Wohl sorgt Silvas Pizzicheria. Der Eintritt ist kostenlos. Reservierungen unter Telefon 06343 30048373 oder per E-Mail an silvaspizzicheria@gmail.com.