Kultur Südpfalz RHEINPFALZ Plus Artikel Marius Singer in der Landauer Galerie Z mit Kraftvollen Bildern voll positiver Energie

Marius Singers glühende Rot- und Orangetöne strahlen wie Wärmequellen. Foto: van
Marius Singers glühende Rot- und Orangetöne strahlen wie Wärmequellen.

„Meine Kunst ist verschwenderisch wie die Natur“, beschreibt Marius Singer seine Malerei, die am Sonntag mit all ihren farbenfrohen, lebensbejahenden Facetten Einzug in die Landauer Galerie Z im Frank Loebschen Haus gehalten hat. Warum sie den Frühlingsgefühlen der Besucher Tür und Tor und gewiss auch die Herzen öffnen dürfte.

„Farbliche Spiegelungen, „Positive Energie“, „Kraftfelder“, „Bunte Strukturen“ – so emotional und energetisch hat der vor 60 Jahren im Bergischen Gladbach geborene, heute in Erpel lebenden Künstler Marius Singer seine glühenden Bildwelten betitelt. Und die Ausstellungsräume, die er mit diesen existenziellen Wertschöpfungen in vieler Herren Länder erobert, verraten, dass dies genau das richtige Lebenselixier nicht nur für ihn selbst, sondern auch für viele vom Alltagsstress geplagte Zeitgenossen zu sein scheint.

In die Galerie Z hat er seine charismatischen Werke direkt nach seiner Teilnahme an der internationalen Kunstmesse Paris befördert und die Vernissage mit einer Tanzperformance bereichert, die mit den beiden größten Werken, den „Kraftfeldern“ im Säulenraum korrespondierte. Was wiederum verrät, dass der Absolvent der Fachoberschule für Kunst und Design in Köln (Fachrichtung Freie Kunst) das musische Crossover schätzt.

Auch seine Bilder – menschenleer und gegenstandslos, aber sehr farbintensiv und strukturreich – verströmen eine Sinnlichkeit, die weit über das Sehen hinausreicht. Obwohl man keine gegenständlichen Formen, geschweige denn Figuren, erkennen kann und weder Motive noch Themen klar hervortreten, so assoziiert man doch Landschaften, Erfahrungen und Gefühle.

Farben spielen eine große Rolle. Aber man merkt schnell, dass etwa das tiefgründige Blau, das Meer und Himmel und Horizont zugleich verheißt, nicht einfach nur Farbe, sondern vielmehr Materie ist und von vielen Schichtungen und Gewichtungen durchdrungen wird. In Kombination mit Grüntönen erinnert es an Monets Seerosenbilder, durchzogen von bunten Tupfen werden Renoirs Blumenwiesen lebendig.

Ist Marius Singer also ein verspäteter Impressionist? In seinem emotionalen Erleben der Natur, seiner spontanen Ausdrucksweise, auch mit seiner Gewohnheit, direkt im Freien zu malen, lassen sich da gewiss verräterische Gene finden. Aber seine Kraftfelder, die mit aufbrechenden Strukturen von innen heraus zu wirken beginnen, seine Wärmequellen, die durch glühende Rot- und Orangetöne ihre strahlende Wirkung entfalten und erst Recht seine „bunten Strukturen“, die mit einem raffiniert textilen Charakter verblüffen, offenbaren auch Eigenschaften des Informel, zumal sie sowohl in Hoch- als auch Querformat funktionieren.

Allen Werken gemeinsam ist eine große Ausgewogenheit und Harmonie, Singers Sinfonie, die jedes einzelne Exponat durchströmt und im Gesamtgefüge orchestrale Raumfülle erreicht. Nur die Papierarbeiten, die hinter der gerahmten Verglasung ihren haptischen Effekt einbüßen, treten in der Schau doch stark in den Hintergrund.

Termin

Marius Singer bis 9. Juni in der Galerie Z im Frank Loebschen Haus Landau, geöffnet dienstags bis freitags 10 bis 12 Uhr und 15 bis 18 Uhr, samstags 10 bis 14 Uhr.

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