Speyer
Maria Maier stellt in der Städtischen Galerie aus
Für Fotografien, Malereien und Zeichnungen aus 35 Jahren steht ihr jeweils ein Raum zur Verfügung. Speyer ist die vierte Station der Wanderausstellung, die nach der Finissage am 8. Dezember weiter nach Deggendorf und Pilsen zieht.
„Das Figurative habe ich weggelassen“, berichtet Maier von konsequenter Auswahl für diese Ausstellung. Herausgehoben hat sie das typisch gestisch Abstrakte ihrer Bildenden Kunst und bisher nie gezeigte Arbeiten, insbesondere frühe Malerei. „Die Unbekannten haben ihr Leben bisher im Grafikschrank gefristet“, sagt sie.
Sie steht für die Linie, womit immer sie sich gerade auseinandersetzt, was immer sie inspiriert. „Sie ist überall vertreten“, beschreibt Maier ein Hauptthema, das sie antreibt, inspiriert und motiviert. Die Collage ist für Maier mehr Grundhaltung als Technik. Zeit und Raum hat die Künstlerin auf ihren Reisen wie auch im heimischen Atelier gefunden. Bewusst hat sie die Arbeiten nicht chronologisch gehängt, vielmehr verbindende Formen zueinander platziert.
Rückblick, Ein- und Ausblick
Die Retrospektive ist zugleich Rückblick, Ein- und Ausblick. Die Vielzahl der ausgestellten Arbeiten wirkt zu keinem Zeitpunkt überfüllt. Maier lässt dem Betrachter viel Raum für Begegnungen mit Bildern, die die Künstlerin im Farbrausch entwickelt hat, nach Aufenthalten in Südostasien farblich reduziert und in New York wieder zurück auf die Leinwand geholt hat. In dem September, als sie ihr eigenes Atelier in New York hatte, ist der Terroranschlag auf die Twin Towers verübt worden. „Im Juli 2001 habe ich die Arbeit über die Gebäude abgeschlossen“, berichtet die Künstlerin von ihrer letzten Begegnung mit den Türmen, die Attentäter zwei Monate später zum Einsturz gebracht haben. Viele Auslandsaufenthalte haben meine Kunst beeinflusst“, erklärt Maier unterschiedliche künstlerische Auseinandersetzungen in unterschiedlichen Landschaften, Architekturen oder Gegenden, die Erdtöne erforderten.
Nach dem Studium der Kunstgeschichte und Ausbildung zur Kunsterzieherin hat Maier zehn Jahre in der Schule gearbeitet und sich dann ausschließlich für freie Malerei entschieden. „Gemalt habe ich immer“, betont sie ihre Leidenschaft seit sie denken kann. Ihre Reisen haben sie zu den „malerischen Fotoarbeiten“ inspiriert, die jetzt auch in der Städtischen Galerie zu sehen sind. Eindrucksvolle Dialogbilder sind entstanden, die Maiers klare Perspektive hervorheben. Dem Betrachter begegnet im Silo-Kaleidoskop aus Virginia plastische Fotografie kombiniert mit Malerei wie auch die Auswahl aus ihrer China-Serie, die die Künstlerin auf Büttenpapier gedruckt und mit Tusche und Pinsel übermalt hat. „Jede Arbeit ist ein Unikat“, betont Maier. Großformatig und farbenprächtig setzt sich die Künstlerin mit dem medialen Zeitalter auseinander. Auch hier steht das Lineare im Zentrum. Ihre heiter bunte Collage „Zeitraummensch“ besteht aus übermalten zerschnittenen Leinwänden, die sie auf Karton präsentiert.
Malerische Reisetagebücher
Malerische Reisetagebücher sind in Vitrinen zu sehen wie auch die Siebdruckmappe „Stadtzeit – Zeitstadt“, die 1995 entstanden ist. Maier überzeichnet Fotografien mit Ölkreide, verleiht ihrer alten Liebe zu Stillleben neue abstrakte Gewänder. Neben großen Formaten hängen Bilder in Ausmaßen, wie sie in einen Koffer passen. „Ich habe sie auf mein Reisegepäck zugeschnitten“, erklärt die Künstlerin pragmatische Transportentscheidungen, die sie und ihre Kunst bisher immer sicher durch die Welt geführt haben. Auch nach Speyer.
Info
- Ausstellung bis 8. Dezember in der Städtischen Galerie, Kulturhof Flachsgasse donnerstags bis sonntags 11 bis 18 Uhr.
- Eröffnung heute, 18 Uhr. Einführung Franz Dudenhöffer, künstlerischer Leiter der Städtischen Galerie.
- Am Samstag, 9. November und Samstag, 8. Dezember führt Maria Maier jeweils um 15 Uhr durch die Ausstellung.