Rheinpfalz
Mannheimer Spinelli-Gelände: Bürger über neue Möglichkeiten der Fortbewegung informiert
Am Rande der ehemaligen Spinelli-Kaserne in Mannheim entsteht ein neues Quartier mit individuellen Mobilitätsformen. Wie dies konkret aussehen könnte, darum ging es bei einer Präsentation mit Diskussion, bei der aktuelle Überlegungen und Planungsansätze vorgestellt worden sind.
Lebensmittelkuriere fahren mit ihren E-Bikes Waren aus. Beim Privat-Auto handelt es sich um ein E-Fahrzeug, das in der Gemeinschaftsgarage abgestellt wird. Andere wiederum nutzen die Car-Sharing-Angebote. Die Kleinen werden mit dem Lasten-Velo zum Kindergarten gebracht, nachmittags fahren sie dann selbst mit dem Roller zum nahegelegenen Spielplatz. Studierende nutzen vorzugsweise den ÖPNV, um zur Uni zu kommen. Die zentrale Grünfläche hat sich als Gemeinschaftsfläche etabliert und wird regelmäßig für Yoga am Nachmittag oder andere sportliche Aktivitäten genutzt. Abends trifft man sich gemütlich im Bistro, um anschließend gemeinsam zu Fuß nach Hause zu laufen. Mit ihrer Vorstellung davon, wie die Menschen künftig auf dem Konversionsgebiet Spinelli unterwegs sein könnten, stimmte die Schauspielerin Monika-Margret Steger zu Beginn auf die Informationsveranstaltung „Mobil im Modellquartier“ ein.
Gut 4000 Bewohner
werden im Quartier wohnen „Wir haben den Termin bewusst in die Europäische Mobilitätswoche gelegt“, sagte Klaus-Jürgen Ammer. Dass mit knapp 150 Interessierten weitaus weniger Bürger kamen als zu vorangegangenen Themen-Workshops führte der Leiter der Projektgruppe Konversion auf Parallelveranstaltungen zurück. „Am Thema liegt es sicher nicht“, war sich Ammer sicher. Denn dass dieses sehr wohl interessiert, zeigte dann auch der intensive Austausch an den fünf Stationen, an denen es darum ging, wie sich die künftigen gut 4000 Bewohner des Areals innerhalb von Spinelli fortbewegen könnten und wie die Konversionsfläche an das Straßennetz und den Öffentlichen Personennahverkehr angebunden werden könnte.
„Umgekehrt sollen Feudenheim und Käfertal von der Infrastruktur auf Spinelli profitieren“, unterstrich Ammer, dass neue und bestehende Nachbarschaften miteinander verzahnt werden sollen. So sei es denkbar, dass die Bewohner von Käfertal-Süd beispielsweise die im Sharing angebotenen und via App abrufbaren E-Rollern und E-Autos mit nutzen könnten. „Kann man denn sein eigenes E-Auto in ein solches Modell einbringen und es als Gemeinschaftsfahrzeug mit anderen teilen“, wollte eine Bürgerin wissen. „Eine interessante Frage“, meinten die Experten und notierten die Anregung.
Was das Parken anbetrifft, soll das Auto nach den Vorstellungen der Planer nicht den öffentlichen Raum vereinnahmen. Als Lösungsmöglichkeiten stellten sie ein zentrales Parkhaus, Quartiersgaragen, Tiefgaragen sowie Parken auf dem Grundstück vor. Das entspricht auch dem Wunsch vieler Bürger nach verkehrsberuhigten Zonen in dem neuen Wohnquartier.
Shuttle-Verkehr zur Buga?
während Buga 2023? Von hohem Interesse für die Besucher war auch das Verkehrsmanagement während der Bundesgartenschau (Buga) 2023 in Mannheim. Immerhin werden dann mehr als zwei Millionen Besucher in der Quadratestadt erwartet. Volker Jurkat, Projektleiter Verkehrswege und Brückenbau bei der Buga GmbH, berichtete hier von Überlegungen über Shuttle-Verkehre. Diese sollten sowohl von Busreisende als auch von Besuchern genutzt werden können, die mit dem eigenen Auto anreisen. Dabei handele es sich allerdings erst um erste Rahmenplanungen, betonte Jurkat. Das eigentliche Verkehrskonzept werde in den nächsten Monaten erarbeitet.