Rheinpfalz
Mannheim zahlt 180.000 Euro für Ausgleichsflächen im Berntal
Betriebshof-Neubau verdrängt seltene Mauereidechsen - dafür soll in der Pfalz neuer Lebensraum entstehen
Die Stadt Mannheim will in Neckarau einen Betriebshof bauen. Im Zuge des Bebauungsplanverfahrens habe ein Planungsbüro festgestellt, dass auf dem Gelände eine geschützte Art der Mauereidechse vorkomme, heißt es aus dem Mannheimer Rathaus. „Nach dem Neubau des Betriebshofs wird für nur etwa 50 Prozent der Mauereidechsen ausreichend Lebensraum zur Verfügung stehen“, erklärt ein Sprecher der Stadt. Daher habe das Regierungspräsidium als Obere Naturschutzbehörde „ausgleichende artenschutzrechtliche Maßnahmen“ gefordert.
Bundesland egal
Auf den ersten Blick mag es zwar ungewöhnlich erscheinen, dass die Stadt Mannheim auf Flächen auf der anderen Rheinseite bei Bad Dürkheim ausweicht. Die Erklärung aus dem Rathaus: Nach dem Bundesnaturschutzgesetz sei es möglich, die Tiere in einen sogenannten Raum dritter Ordnung umzusiedeln. Dieser sei für Mannheim die Rheinebene – egal ob in Baden-Württemberg oder Rheinland-Pfalz.
Keine Umsiedelungen
Im Berntal kam dann die Pollichia ins Spiel, die dort über viele Grundstücke verfügt. Etliche davon hat sie schon von Wildwuchs befreit und zu blühenden Wiesen, meistens mit Streuobstbäumen, entwickelt. Weil es der Stadt Mannheim kaum möglich wäre, die Arbeiten im fernen Berntal selbst zu betreuen, hat sie diese Aufgaben an die Naturschützer übertragen. Umsiedelungen der aus Norditalien stammenden Mannheimer Eidechsen ins Berntal wird es nicht geben. Profitieren wird von der Entbuschungsaktion stattdessen die einheimische Eidechse, wie die Pollichia mitteilte. Die Stadt Mannheim trägt die Kosten für die Pflege der Fläche in den nächsten 25 Jahren. Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Fassung dieses Artikels stand, dass die Mannheimer Eidechsen nach Bad Dürkheim umgesiedelt werden sollten; das ist nicht der Fall.