Rheinpfalz Mal das Weinfest studieren

Angehende Önologen wollen in einem Marketingseminar unter anderem herausfinden, wie die Gemeinde das Citta-slow-Konzept in den K
Angehende Önologen wollen in einem Marketingseminar unter anderem herausfinden, wie die Gemeinde das Citta-slow-Konzept in den Köpfen der Maikammerer verankern kann.

Was hat der Weincampus in Neustadt mit der Weinbaugemeinde Maikammer am Hut? Derzeit eine ganze Menge: Studierende der Hochschule sollen dabei helfen, das Maifest attraktiver zu gestalten. Außerdem überlegen sie sich Projekte, um den Citta-slow-Gedanken bekannter zu machen.

Party oder Wein? Verschiedene Weinfeste setzen verschiedene Schwerpunkte. „Unsere Gemeinde legt beim Maifest ihren Fokus derzeit noch auf beides“, sagt Maria Bergold, Geschäftsführerin des Büros für Tourismus in Maikammer. Das soll sich ändern: „Wir wollen einen roten Faden.“ Das komplette Konzept des Festes überdacht werden. Hilfe bekommt die Gemeinde dabei von 13 Studenten des Weincampus’ in Neustadt. Diese hat die Gemeinde damit beauftragt, sich zu überlegen, was besser gemacht werden kann. Und ob das Weinfest in der jetzigen Form noch zeitgemäß ist.„Mit dem Weincampus haben wir den Weinsachverstand quasi direkt vor der Haustür. Das wollen wir nutzen“, sagt Maikammers Ortsbürgermeister Karl Schäfer (CDU). Die Gemeinde bat beim Weincampus um Hilfe und stieß bei Marketing-Professorin Laura Ehm auf offene Ohren. Die Studenten befragten beim Weinfest am Wochenende die Besucher – egal, ob „Einheimische“ oder Auswärtige – als auch die Beschicker zu ihrer Meinung über die Veranstaltung. Jetzt gehe es in die Analysephase, in der sie Experten befragen. Wer die sind, müssen die Studierenden selbst überlegen. Da kommen zum Beispiel Kommunalpolitiker, Winzer, aber auch andere infrage, erklärt Laura Ehm. Neben dem Maifest sollen sich die angehenden Önologen im sechsten Semester auch mit dem Citta-slow-Gedanken auseinandersetzen, also mit der langsamen und nachhaltigen Entwicklung der Gemeinde hinsichtlich Bauangelegenheiten, Tourismus sowie der Schonung von Flora und Fauna. Dieser Gedanke soll nämlich verstärkt in den Köpfen der Maikammerer verankert werden. Wie die Akzeptanz bei den Maikammerern gestärkt werden kann, erarbeiten nun die Studenten mit einer Marketingstrategie. „Eine große Rolle spielt dabei das Thema Barrierefreiheit“, so die Professorin. Ein solches Projekt mit einer Gemeinde gibt es laut Ehm in dieser Form zum ersten Mal am Weincampus: „Sonst haben es unsere Studenten vor allem mit Weinbaubetrieben zu tun.“ Dies hier sei ganzheitlicher, denn sie betrachteten sich nicht nur einen einzelnen Betrieb – während ihres dualen Studiums haben sie auch da regelmäßigen Einblick –, sondern die komplette Infrastruktur eines Ortes. „Dazu gehören neben dem Wein auch Tourismus und Lebensqualität“, betont Ehm. Womit sie wieder beim Thema Citta slow ist. Bergold begrüßt die Hilfe von außerhalb, die die Gemeinde nichts kostet. „Die Studierenden haben einen Blick auf Maikammer, den wir nicht haben – nämlich den der Besucher.“ Der Zeitplan ist eng gestrickt: Bereits am 2. Juli sollen die baldigen Bachelor-Absolventen ihre Ergebnisse vorstellen. Parallel lernen sie für ihre Prüfungen und schreiben ihre Bachelor-Arbeit. „Ich hoffe, dass es ihnen Spaß macht, dass sie hier nicht nur Theorie lernen, sondern auch Praxis“, sagt Ehm. Sowohl die Projektverantwortlichen am Weincampus als auch Schäfer und Bergold hoffen darauf, dass am Ende Projektideen stehen, die Maikammer umsetzen kann.

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