Rheinpfalz Magd und Zofe babbeln auch auf der Bühne Pälzisch

Lena (links) und Laura in ihren Theaterkostümen.
Lena (links) und Laura in ihren Theaterkostümen.

«HERSCHBERG.» „Burgspieler“ prangt auf der Rückseite ihrer dunkelgrünen Shirts und weist auf das nicht alltägliche Hobby von Laura und Lena Lodziewski hin.

Die beiden Schwestern aus Herschberg, 13 und 15 Jahre alt, sind schon seit sieben Jahren Mitglieder im Ensemble der weithin bekannten Burgspiele in Landstuhl und auch bei der „Pälzer Komödie“ in der Stadthalle der Sickingenstadt. Dort wirken sie bereits ein Jahr länger mit bei den Märchenaufführungen um die Weihnachtszeit, wo Lena im Vorjahr sogar die Hauptrolle in dem Stück „Die Schneekönigin“ hatte. Aufgewachsen sind die beiden Jungschauspielerinnen in Herschberg, wo ihre Eltern im Jahr 2000 zur Einrichtung einer Praxis für Physiotherapie ein Anwesen erworben haben. Nach der Grundschule in Wallhalben besuchen beide zurzeit die Integrierte Gesamtschule (IGS) in Waldfischbach-Burgalben. Ein Hinweis des Vaters, selbst gebürtiger Landstuhler, hatte das Interesse am Theaterspielen geweckt. Obwohl sie eigentlich recht unterschiedlich sind, hatten beide auf Anhieb Spaß daran, auch auf der Bühne „pälzisch zu babbele“, denn die Stücke werden jeweils in Mundart übersetzt. Im Gespräch fällt schnell auf, dass die jüngere Laura eher der stille, bedächtige Typ ist, während man ihre Schwester getrost als quirlig bezeichnen kann. Gemeinsam erinnern sie sich lachend an eine Episode im zweiten Jahr beim Märchentheater. Damals war die junge Darstellerin der Titelfigur „Die goldene Gans“ krankheitsbedingt ausgefallen. Lena, die dann die Rolle übernehmen sollte, musste plötzlich ebenfalls das Bett hüten, und am Ende spielte dann das „Küken“ Laura ganz unbekümmert diesen Part und hat mit dem notwendigen Mut die bis dahin fehlende Erfahrung ersetzt. Weil auch Mitspieler von der Burg in der Stadthalle dabei sind, wurden die beiden Mädels schon im nächsten Jahr bei den Burgspielen eingesetzt. Anfangs gehörten sie zur Kindergruppe, meist ohne Text, aber mit viel Spielfreude und Fröhlichkeit. Als Jugendliche im über 30-köpfigen Aufgebot haben sie mittlerweile eigene Sprechrollen, die von Jahr zu Jahr auch an Bedeutung gewinnen. In dieser Saison steht das Lustspiel „Der Hofnarr“ bei den Burgspielen auf dem Programm. Dabei handelt es sich um eine Persiflage der bekannten Geschichte von Robin Hood, dem königstreuen Recken im England des Mittelalters, wobei der pfalzbezogene Untertitel „De Becher met dem Fächer“ lautet. In dieser Inszenierung spielt Lena die Rolle der Fergie, einer Magd, während Laura eine Zofe der „Könichsdochter Hedwich“ verkörpert. Die ersten Leseproben haben schon im Februar begonnen. Bei geeignetem Wetter fanden dann anschließend zweimal wöchentlich Spielproben auf Burg Nanstein statt. Vor der Premiere am 9. Juni stieg natürlich das Lampenfieber, „schließlich spielen wir ja vor rund 300 Zuschauern“, sagen die beiden. Aber es macht ihnen großen Spaß, vor allem auch wegen der tollen Atmosphäre im ganzen Team der Heimatfreunde Landstuhl. Da sind dann auch, wie bei allen Mitwirkenden, Eltern und Ehepartner eingebunden, das ist wie eine große Familie. Vater Jörg Lodziewski ist seit Jahren unentbehrlicher Burgfotograf und Mutter Tanja hilft bei der Bewirtung in der Pause. Und natürlich sind beide das ganze Jahr über zum Taxidienst für ihre Töchter eingeteilt. Auch für Laura und Lena ist das Theaterspielen eigentlich eine ganzjährige Beschäftigung. Schon nach den Herbstferien beginnen die Proben für die nächste Märchenaufführung in der Stadthalle Landstuhl im Dezember und Januar. Das neue Stück heißt „Die klää Hex“. Welche Rollen die beiden spielen, wird erst bei Probenbeginn festgelegt. Regie führt dort Andreas Franz, ein fernsehbekannter Fasnachter aus Ramstein. Mit ihm teilen sich die Lodziewski-Schwestern ein weiteres gemeinsames Hobby. Viele Jahre schon tanzen sie begeistert in den Garden der Herschberger Narren, Laura bei den Junioren und Lena mittlerweile in der Funkengarde. Bei der Kinder- und Jugend-Wefa im Februar in der Herschberger Bürgerhalle hatte sie zusammen mit einer jungen Tänzerin aus Kaiserslautern erstmals die Moderation übernommen. Vorerst sind sie aber bei den Burgspielen noch voll beschäftigt. Sechs Vorstellungen liegen bereits hinter ihnen, und nach einer kurzen Sommerpause folgen weitere zehn Aufführungen vom 27. Juli bis 25. August. Termine unter www.burgspiele-landstuhl.de.

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