Waldfischbach-Burgalben RHEINPFALZ Plus Artikel Bischof kündigt Neuausrichtung an: „Es ist kein Requiem, das wir gefeiert haben“

Gut besetzt war die Wallfahrtskirche in Maria Rosenberg beim Pontifikalamt mit Bischof Karl-Heinz Wiesemann am letzten Tag des W
Gut besetzt war die Wallfahrtskirche in Maria Rosenberg beim Pontifikalamt mit Bischof Karl-Heinz Wiesemann am letzten Tag des Wallfahrtsfestes.

Ein Pontifikalamt markiert den Abschied vom Bildungshaus Maria Rosenberg. Karl-Heinz Wiesemann spricht von Umwandlung statt Ende und kündigt eine Übergangszeit an.

„Es ist ein schmerzlicher, kein leichter Tag“, bekannte Volker Sehy, Direktor des Wallfahrtsortes Maria Rosenberg. Nach dem Pontifikalamt mit Bischof Karl-Heinz Wiesemann wurde der Arbeit des Exerzitien-, Bildungs- und Tagungshauses gedacht, das Ende Juni schließt. Es sei ein Einschnitt und eine Veränderung, aber kein Ende, betonte der Bischof.

„Es ist kein Requiem, das wir gefeiert haben, es ist eine Umwandlung“, sagte Wiesemann. Der Einschnitt in die lange Geschichte des Rosenbergs sei schmerzhaft, doch es gelte, sich den Veränderungen zu stellen. Er sehe sich in eine Zeit der Transformation von Gesellschaft und Welt gestellt. Früher sei man stolz auf Aufbauleistungen gewesen, heute werde vieles verächtlich gemacht – auch von Menschen, denen es nicht schlecht gehe.

Beim großen Wallfahrtsfest wurde auf Maria Rosenberg auch der Arbeit des Exerzitien-, Bildungs- und Tagungshauses gedacht. Es wi
Beim großen Wallfahrtsfest wurde auf Maria Rosenberg auch der Arbeit des Exerzitien-, Bildungs- und Tagungshauses gedacht. Es wird zum 30. Juni geschlossen. Bischof Karl-Heinz Wiesemann und Direktor Volker Sehy (von links) unterstrichen dabei die Bedeutung des Wallfahrtsortes.

Wiesemann erinnerte an die 1970er-Jahre, als in der Diözese drei Bildungshäuser eröffnet wurden, darunter das auf Maria Rosenberg. Nun werde es geschlossen. Die Kirche habe die schwierige Aufgabe, sich neu zu verorten. Der Auftrag sei schwer und gehe an niemandem spurlos vorbei – weder an ihm noch an Generalvikar Markus Magin noch an anderen Entscheidungsträgern. „Wir sind ständig in Diskussionen, was erhalten bleibt“, sagte er mit Blick auf die finanziellen Herausforderungen.

„Zentraler, gesetzter Ort als geistliches Zentrum“

Die Weiterführung als geistliches Zentrum sei der Diözese stets ein Anliegen gewesen, auch wenn dies Investitionen in siebenstelliger Höhe erfordere. „Für mich ist der Rosenberg zentraler, gesetzter Ort als geistliches Zentrum unserer Diözese“, unterstrich der Bischof. Der Ort solle lebendig bleiben und so gestaltet werden, dass er in die Zukunft trägt. Der historische Kern und der Grundauftrag würden weitergeführt. Wichtig sei, die Übergangszeit so zu gestalten, dass Wertvolles in die Zukunft getragen werde.

„Die Wallfahrt geht weiter, auch wenn das Tagungshaus seine Pforten schließt“, hatte Volker Sehy bereits vor dem großen Wallfahrtsfest, das seit über 280 Jahren gefeiert wird, betont. Er verwies auf die seit Jahrhunderten bestehende Bedeutung des Ortes. Der Rosenberg sei ein Platz, der Menschen anziehe und ihnen Sinn für ihr Leben erschließe – das habe schon der Betjörg, einer der Stifter, vor Jahrhunderten gespürt.

Rosenberg soll ein wichtiger Ort für Gläubige bleiben

Es tue weh, dass eine segensreiche Etappe des Hauses ende, sagte Sehy. Er bleibt dem Rosenberg als Direktor erhalten und dankte den vielen, die in den vergangenen Jahrzehnten den Ort in vielfältiger Weise getragen haben. Beispielhaft nannte er Natalie Schehr, die sich seit fast 20 Jahren darum kümmere, dass sich Gäste auf dem Rosenberg wohlfühlen. Bis Monatsende ist das Haus sehr gut gebucht.

Für die kommende Zeit zeigte sich Sehy zuversichtlich, dass der Rosenberg ein wichtiger Ort bleibe – und vielleicht Menschen Antworten gebe, die in den 2030er-, 2040er- und 2050er-Jahren „hier herumlaufen und nicht wissen, warum“. Wie der Bischof nahm auch er die Gestaltung der Übergangszeit in den Blick und bat alle, daran mitzuwirken.

Der offizielle Abschied vom Exerzitien-, Tagungs- und Bildungshaus war in die große Wallfahrt eingebettet, die unter dem Motto „Maria – barfuß im Herzen“ stand. Das Pontifikalamt wurde im Rahmen der Rosenberger Musiktage von der Seniorenkantorei Speyer und den Dombläsern unter der Gesamtleitung von Michael Marz mitgestaltet. „Die Wallfahrt geht weiter, auch wenn das Tagungshaus seine Pforten schließt“, sagte Sehy.

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