Rheinpfalz Luxusproblem und Kampf um Schüler

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«SÜDWESTPFALZ.» Zum wiederholten Mal wird die Realschule plus in Rodalben nur eine fünfte Klasse haben. Während der Kreis für das kommende Schuljahr von 15 Schülern spricht, die sich für die fünfte Klasse angemeldet haben, nennt die Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD) 16. So oder so, es sind auf Dauer zu wenige, zumal schon in den vergangenen beiden Jahren jeweils nur 15 oder 16 angemeldete Schüler verzeichnet wurden. Wie aus der Antwort der ADD auf eine RHEINPFALZ-Anfrage hervorgeht, stiegen die Anmeldungen bis Schuljahresbeginn jeweils noch leicht. So waren 2018/19 letztlich 23 Schüler in der fünften Klasse. Für das neue Schuljahr kalkuliert die ADD mit 29 Kindern in der dann sechsten Klassenstufe, die somit zumindest zweizügig wäre. Auf Basis der Zahlen der Schulaufsicht wären die Klassenstufen fünf, sieben und zehn im kommenden Schuljahr einzügig, in den Stufen sechs und acht gäbe es je zwei Klassen, die neunte Klasse wäre dreizügig. Wie ADD-Sprecherin Eveline Dziendziol mitteilte, braucht es laut den Leitlinien für ein wohnortnahes Angebot an Realschulen plus bestimmte Mindestgrößen, um Schülern pädagogische Vielfalt und individuelle Aufstiegschancen zu bieten. Dafür sollten Realschulen plus nicht weniger als 181 Schüler insgesamt und und nicht weniger als 26 Schüler in der fünften Klasse haben. Die Rodalber Realschule hat laut ADD im kommenden Schuljahr voraussichtlich insgesamt 191 Schüler. Unter der Mindestgröße liegen auch Realschulen, die drei Jahre in Folge weniger als 51 Schüler in der Jahrgangsstufe fünf unterrichten und in keiner der Klassenstufen sechs bis neun Dreizügigkeit erreichen. Die Rodalber Schule hat zumindest eine dreizügige neunte Jahrgangsstufe. Zudem stehe es den Schulträgern frei, so die ADD, von sich aus einen Antrag auf Prüfung der Mindestgröße zu stellen. Keine Gespräche über Zukunft Die Situation in Rodalben bezeichnet die Schulaufsicht als „nicht erfreulich“, weist aber auch auf die „schwierige Konkurrenzsituation zu den benachbarten Integrierten Gesamtschulen (IGS) in Thaleischweiler-Fröschen und Waldfischbach-Burgalben und zum schulischen Angebot in der Stadt Pirmasens (drei Gymnasien) hin“. Zurzeit laufen laut ADD keine Gespräche über die Zukunft der Realschule. „Wir gehen davon aus, dass der neue Schulentwicklungsplan für die Region ,Südwestpfalz’ Klarheit schaffen wird“, teilte Dziendziol mit. Wie berichtet, wollen die Städte Pirmasens und Zweibrücken sowie der Landkreis einen gemeinsamen Schulentwicklungsplan aufstellen. Die anderen Realschulen plus im Kreis bringen es im Fall von Vinningen (27 Schüler) und Hauenstein (43) im kommenden Schuljahr auf zwei fünfte Klassen. Die Realschule in Dahn ist mit 62 angemeldeten Schülern dreizügig. Thaleischweiler weiter top Mit 112 Schülern vollbelegt ist dagegen erneut die IGS Thaleischweiler-Fröschen. „Wir sind die IGS mit der längsten Tradition“, bietet Schulleiter Florian Zickwolf eine Antwort auf die Frage, warum die Schule bei den kommenden Fünftklässlern so beliebt ist. Dazu komme, dass meist schon Geschwisterkinder an der Schule seien. Auch in diesem Jahr mussten Schüler abgelehnt werden. Allerdings weniger als in den Vorjahren. „Wir konnten fast alle Pirmasenser aufnehmen“, so Zickwolf. Rund 40 Schüler aus Pirmasens werden im kommenden Schuljahr die fünfte Klasse in Thaleischweiler-Fröschen besuchen. Gibt es mehr Anmeldungen, als Plätze zur Verfügung stehen, werden zunächst Schüler aus dem Landkreis Südwestpfalz bevorzugt, so der Schulleiter. Bei Schülern aus Pirmasens, Zweibrücken, Kaiserslautern oder auch Frankreich entscheiden die Noten in den Hauptfächern über Anmeldung oder Ablehnung. Dass die IGS Thaleischweiler-Fröschen überhaupt Schüler ablehnen muss, liegt daran, dass sie auf eine Vierzügigkeit gedeckelt ist. Laut Kreisverwaltung liegt die Klassenmesszahl bei 28, was zu den 112 Schülern führt. Chancen, dass die Schule mittel- oder langfristig mehr Schüler aufnehmen darf, sieht Zickwolf nicht. Eine landesweite Regelung sieht vor, dass Integrierte Gesamtschulen – mit wenigen Ausnahmen – lediglich vierzügig sind. Weniger Grundschüler Die IGS in Waldfischbach-Burgalben hat im Vergleich zum Vorjahr einen deutlichen Rückgang der Anmeldezahlen zu verzeichen. 64 Kinder sind laut Kreisverwaltung bisher fest angemeldet. 73 Plätze hält Schulleiterin Irmgard Bauer vor. Sie rechnet damit, dass bis Schuljahresbeginn noch einige Schüler – etwa aus den Jugendhilfeeinrichtungen – hinzukommen. Den Grund für die im Vergleich zum Vorjahr (95 Schüler) rückläufigen Anmeldungen sieht Bauer auch in den Schülerzahlen der vierten Klassen an der Grundschule in Waldfischbach-Burgalben. In einem Gespräch mit dem dortigen Schulleiter habe sie erfahren, dass „29 Schüler weniger als letztes Jahr“ die vierte Klassenstufe besuchen. Das schlage sich auch auf die Anmeldezahlen an der IGS nieder. Mit etwa 15 bis 20 Schülern weniger müsse man daher kalkulieren. Auch die Grundschule in Rodalben habe weniger Schüler in der vierten Klasse. Dazu komme, dass sich bisher noch keine Schüler angemeldet haben, die an der IGS Thaleischweiler-Fröschen aus Kapazitätsgründen abgelehnt wurden. Während die Integrierten Gesamtschulen in Contwig (87 Schüler) und Thaleischweiler vierzügig sind, ist die IGS in Waldfischbach-Burgalben daher nur dreizügig. Ebenfalls dreizügig ist das Otfried-von-Weißenburg-Gymnasium in Dahn. Mit 55 Schülern sind die Anmeldezahlen dort recht konstant. EINWURF

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