Rheinpfalz
Lohnweiler: Theatergruppe bringt „Die zauberhafte Glaskugel“ auf die Bühne
Raffinierte Weibsbilder, ein gieriger Bürgermeister, liebestolle Dorfbewohner sowie ein Schuss Aberglaube und Hokuspokus – „Die zauberhafte Glaskugel“ begeisterte am Freitag und Samstag die Theaterbesucher im Lohnweilerer Sängerheim.
Im Dreiakter von Beate Irmisch mit dem Untertitel „Alles Hokuspokus oder was“ stehen die kauzigen Schwestern Lina (Alina Schneider) und Veronika Schick (Manuela Schneider) im Mittelpunkt. Sie leben in einem alten Eisenbahnwaggon am Ortsrand, bieten Geisterbeschwörungen an, mischen aber auch Salben und Tinkturen gegen Haarausfall oder für faltenfreie Haut. In der ganzen Gegend wohlbekannt, ziehen sie ihren abergläubischen Kunden mit allen nur erdenklichen Mittelchen das Geld aus der Tasche. Unwissentlich ist ihnen dabei der junge, gutmütige wie einfältige Briefträger Heini (Thomas Schreiner) eine Hilfe.
Mit einem raffinierten Trick erfahren die listigen Schwestern von ihm nicht nur, was in den Haushalten im Ort so vor sich geht. Sondern sie finden auch heraus, was der hinterlistige Bürgermeister Helmut Gierig (Sonnhardt Maurer) plant: Angeblich soll im Rahmen der Dorferneuerung ihr altersschwacher Waggon während des Baus eines Kanals und eines Hubschrauberlandeplatzes vorübergehend an den Steinbruch gestellt werden. Doch tatsächlich soll ein Wellnesshotel auf ihrem Grund und Boden entstehen.
Schon lange sind dem ungläubigen Bürgermeister die Schwestern mit ihrem scheinbar magischen Gewerk ein Dorn im Auge. Er will ihnen das Handwerk legen, nicht nur, um selbst ein gutes Geschäft zu machen, sondern auch, um dunkle Geheimnisse zu wahren. Mit Fangopackungen aus Mist und Dung sowie Keksen „mit Geschmack“ soll endlich Schluss sein.
Eine Séance läuft gründlich schief
Kampflos geben sich die Schwestern aber nicht geschlagen, sondern vielmehr wollen sie selbst ein Stück vom Kuchen ab haben. Sie laden zur Séance ein: den ältlichen Casanova Gregor (Matthias Welker), der mittels Tinkturen sein Äußeres aufbessern will; die dreifache Witwe Gerlinde (Petra Müller), die allerdings keinerlei Interesse am liebestollen Gregor hat; die eifersüchtige Bürgermeistergattin Krimhilde Gierig (Julia Schneider, die zum ersten Mal mitspielte), eine gute Kundin der Hellseherinnen; sie schleppt ihren Ehemann mit, der auf die vornehme Chefin des geplanten Wellnesshotels, Irene von Schön (Tina Jacob), trifft.
Das Unheil nimmt seinen Lauf, die spiritistische Sitzung läuft ganz anders als geplant. Aber sollte es vielleicht doch noch ein Wunder für die Hellseherinnen und ihre Kunden geben?
Überzeugende Darbietung
Voller Inbrunst schimpften, zeterten, gruselten und bangten die acht Laiendarsteller bei den ersten beiden Aufführungen am Freitag und Samstag. Spezialeffekte sowie die gekonnte Darbietung der kurzweiligen Komödie sorgten für Lacher, überraschte Aufrufe im Publikum und Szenenapplaus. Das aufwendig gestaltete Bühnenbild, auch jenseits der bunt illuminierten Glaskugel mitsamt überraschenden Gags, überzeugte das Publikum. Souffleuse Elke Weichel, die auch Regie führte, war selten im Einsatz.
Info
Restkarten für die Vorstellung am Freitag, 29. März, 20 Uhr, im Sängerheim Lohnweiler sind für sieben Euro bei Thomas Schreiner (06382 8200) und im Stadtcafé Lauterecken (06382 403128) erhältlich.