Rheinpfalz Leute aus der Nähe: Keine Sekunde gezögert

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DAHN/BILLIGHEIM-INGENHEIM. „Der KVE ist mein Hobby und so etwas wie Familie“, bekennt die frisch gekürte Tollität des Karnevalvereins Elwetritsche (KVE), Sabrina Thiel. Die 24-jährige gebürtige Dahnerin vertritt ihren KVE in der neuen Kampagne. „Ich freue mich wahnsinnig. Ich weiß, dass es viel Stress wird, aber es ist schöner Stress“, stellt die seit zwei Jahren in Billigheim-Ingenheim im Landkreis Südliche Weinstraße wohnende Tollität fest. Sie tritt in die Fußstapfen von Christina Thomas, die nach einem ereignisreichen Jahr an der Seite von Sitzungspräsident Dieter Radtke und seinem „Vize“, Frank Baumann, ihre Krone an Sabrina III., wie sich das neue KVE-Aushängeschild nennt, abgegeben hat. „Aufgeregt war ich bis kurz vor Sitzungsbeginn nicht, aber dann stieg das Lampenfieber doch“, stellt sie lächelnd fest. Überhaupt sei sie in organisatorischen Dingen eher „minimalistisch“ veranlagt, beschreibt sie sich selbst. Als Sommerkind geboren, Sabrina Thiel erblickte am 4. August 1992 das Licht der Welt, ist sie seit Kindesbeinen an eine Vollblutfasnachterin beim KVE. „Ich tanzte von der Minigarde bis zur Elwetritschegarde und der Showtanzgruppe, weil’s mir einfach sehr viel Spaß macht“, so Thiel. Ihr jüngerer Bruder Johannes gehörte in früheren Jahren auch der Minigarde an, „aber innerhalb meiner Familie bin ich der einzige Fasnachts-Verrückte“, sagt die neue Tollität. Obwohl in den Adern von Mutter Christine, Vater Peter und dem älteren Bruder Emanuel eher weniger närrisches Blut fließt, unterstützt die komplette Thiel-Familie die Prinzessin. Entgegen langer Tradition wurde die neue Tollität nicht beim Bundenthaler Johannismarkt vom Sitzungspräsidenten Dieter Radtke angesprochen. Dieses Jahr wurde diese Ehre seinem Vize Frank Baumann zuteil, und zwar verspätet, exakt zwei Wochen nach dem Johannismarkt. „Die Spekulationen waren groß, keiner wusste, wer die neue Prinzessin sein würde“, erinnert sich Sabrina Thiel. Im Wartezimmer eines Arztes sitzend, klingelte ihr Handy und es meldete sich Frank Baumann, der die entscheidende Frage stellte. „Ich bekam ein richtiges Grinsen ins Gesicht und zögerte keine Sekunde zuzusagen“, erinnert sie sich. Der erste Telefonanruf ging prompt an die Frisörin: „Ich brauch Dich, du musst mir am 19. November die Haare machen.“ Bis zur Inthronisierung selbst blieb die Personalie der neuen KVE-Prinzessin geheim, weder die meisten Vereinsmitglieder noch Arbeitskollegen ahnten etwas vom nahenden Hoheitstitel. Sabrina Thiel arbeitet als Schuhfertigerin im Unternehmen „Däumling“ Kinderschuhe in Bruchweiler, jenem Betrieb, in dem die 24-Jährige von 2009 bis 2011 ihre Ausbildung absolvierte, ehe sie nach dem Besuch der Schuhfachschule in Pirmasens im vergangenen Jahr als Leiterin der Stepperei in den ehemaligen Ausbildungsbetrieb zurückkehrte. Es gibt einen kleinen Wermutstropfen für alle jungen Männer, die eine „Prinzessin“ suchen: Die neue Tollität ist gebunden. Sabrina Thiel wohnt gemeinsam mit Freund Sebastian Paul im vorderpfälzischen Billigheim-Ingelheim. Er ist eher ein Faschingsmuffel, begleitete seine Sabrina jedoch selbstverständlich bei ihrer Inthronisierung. |dy

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