Rheinpfalz Leserbriefe an die Lokalredaktion:

Die Verbandsgemeinde Hauenstein genügt nicht mehr den gesetzlichen Vorschriften und soll deshalb ihre Selbstständigkeit verlieren. Diese Absicht des Gesetzgebers weckt alte Ressentiments und lässt eine Bürgerinitiative entstehen, die eine Auskreisung der Sitzgemeinde aus dem Kreis Südwestpfalz als demokratische Lösung betreibt, weil so der eindeutige Bürgerwille berücksichtigt werde. Hauenstein und der Bürgerwille – war da nicht etwas? Genau, damals, als die Verbandsgemeinde Hauenstein gegründet wurde, wurden einige Gemeinden aus dem aufgelösten Kreis Bergzabern gegen ihren erklärten Willen, gegen ihre kulturelle, soziologische und ökonomische Bindung gezwungen, eine kleine Verbandsgemeinde Hauenstein möglich zu machen. Eine gleiche Gewaltkur widerfuhr auch der Gemeinde Hinterweidenthal. Und Hauenstein? Es hatte die Selbstständigkeit erreicht, die man behalten wollte. Von Bürgerwille und Demokratie war nicht mehr die Rede – weder bei den „Vätern“ der Verbandsgemeinde Hauenstein noch bei ihren politisch verantwortlichen Nachfolgern bis in die Gegenwart! Wie glaubwürdig ist die Bürgerinitiative, wenn sie sich nun auf einen Bürgerwillen bezieht, der angeblich von der Mehrheit der Bürger unterstützt wird, und ihn zum Kernbestand einer Demokratie erklärt? Wer über 40 Jahre den vorhandenen Bürgerwillen missachtet hat und sich aktuell darauf beruft, der hat wie der Wolf im Märchen nur Kreide gefressen, um seinen kommunalen Egoismus zu verschleiern. Egoismus aber ist keine Tugend in einer demokratischen Gemeinschaft, wohl aber Solidarität. Und die sei Hauenstein als finanzstarker Gemeinde des Landkreises Südwestpfalz dringend empfohlen. Ich war auch in diesem Gottesdienst und fand es nicht gut, wie dies gelaufen ist, insbesondere die Kinder waren da wohl sehr enttäuscht. Aber hat man auch mal hinterfragt, warum dies vielleicht so gekommen ist? Pfarrer Walz hat es über all die Jahre (sicher mehr als 30), in welchen er in Hermersberg und den angeschlossenen Pfarreien als Seelsorger tätig ist, immer sehr gut verstanden, die Kinder und Jugendlichen an sich zu binden. Man denke hier nur mal an die jeweilige Erstkommunion, an Hochzeiten, Taufen, daran, dass er bei Gottesdiensten mit Kindern diese immer wieder während der Messe um sich und den Altar geschart hatte, daran, dass er immer wieder mal mit einer ganzen Schar Kinder zum Eis essen ist und so weiter. Nun hat es in seinem letzten Amtsjahr eine Reform dahingehend gegeben, dass die bisherigen Pfarreien mit weiteren Nachbarspfarreien zusammengelegt wurden. Bei dieser „Reform“ hat man ihm einen etwa gleichaltrigen Pfarrer aus einer anderen Pfarrei als „Chef“ vor die Nase gesetzt. Diesem waren bisherige Traditionen in unserer Pfarrgemeinde eigentlich egal, er hat sich darüber hinweggesetzt und viele Leute damit sehr verärgert. Er selbst hat diesen Unmut gespürt und sich auch mal in einer Messe in Hermersberg darüber geäußert. Er meinte, er sei hier nicht willkommen und fühle sich auch nicht wohl hier. Was nun im Vorfeld zu diesem Gottesdienst gelaufen ist, ist mir nicht bekannt, aber so wie es nach dieser Reform mit ihm gelaufen ist, ist dies auch nicht in Ordnung. In der freien Wirtschaft nennt man solches Mobbing. Aber all dies darf letztendlich nicht auf dem Rücken der Kinder ausgetragen werden! Warum sind die Kinder nicht zu Beginn des Gottesdienstes in der Kirche und kommen erst, wenn dieser bereits beendet ist? Seit Bestehen der Großpfarrei wird versucht, Herrn Pfarrer Walz auszugrenzen und zu provozieren. Von wem auch immer. Herr Pfarrer Walz hat sich jahrelang in den einzelnen Pfarreien abgemüht und war immer für die Kinder da. Auch meine Kinder hatten es immer gern mit ihm zu tun. Eine solche Darstellung in der RHEINPFALZ hat dieser Mann nicht verdient.