Rheinpfalz Leserbriefe:

Nun freut Euch lieben Christen mein (Lutherlied von 1523) und schlagt Euch nicht die Köpfe ein! Mit großer Betroffenheit verfolge ich seit Monaten die Veröffentlichungen in der RHEINPFALZ und höre Argumente und Gegenargumente im Gespräch mit Menschen aus meiner Heimatgemeinde. Was ich dagegen sehr vermisse, sind versöhnliche Töne zur Entspannung der Situation. Als jemand, der in der Kirchengemeinde Quirnbach getauft, konfirmiert, getraut worden ist und in Gottesdiensten viele Jahre lang die Orgel gespielt hat, war mir die Zusammenlegung mit Hüffler aus hoher Identifikation mit Quirnbach auch nicht recht, und ich habe bereits vor zirka fünf Jahren meine Argumente im Dekanat Kusel schriftlich eingebracht. Neben dem vielfach vorgetragenen Argument der Orientierung nach Glan-Münchweiler hatte ich auch darauf hingewiesen, dass die früher eigenständigen Dörfer Haschbach und Steinbach bis in die frühen 70er Jahre ohnedies zur Kirchengemeinde Glan-Münchweiler gehörten. Ich hatte aber schon seinerzeit den Eindruck, dass entgegen des presbyterialen Prinzips in unserer Kirchenverfassung die Weichen von oben her schon gestellt waren und ähnlich wie bei Stuttgart 21 der Widerstand zu spät kommen würde und zwecklos ist. Nun lese ich mit einigem Entsetzen von einem einstimmigen Presbyteriumsbeschluss zur Beibehaltung der geschaffenen Verhältnisse und von unschönen Reaktionen darauf bis hin zu zahlreichen Kirchenaustritten. Die Geschichte lehrt uns doch, wie langwierig, tiefgreifend und zersetzend religiöse Differenzen und Glaubenskriege sein können und wie endgültig es ist, wenn das Tischtuch einmal zerschnitten wurde. Denkt bei all dem zerbrochenen Porzellan auch über die Lokalebene hinaus an den Imageschaden für unsere Kirche und an die Häme, mit der sich Außenstehende und Kritiker die Hände reiben. Und vergesst das oberste Prinzip unseres Glaubens nicht, die Verpflichtung zur Nächstenliebe! Fazit: Jetzt losst die Kerch im Dorf, lest einmal das Stuttgarter Schuldbekenntnis von 1945 durch, übertragt es sinngemäß auf Euere Situation, klopft Euch an die Brust und geht wieder aufeinander zu, net los! Diese Veranstaltung war der reinste Reinfall – ein Desaster. Ein Saal voller Gemeindemitglieder aus Steinbach, Rehweiler und aus Quirnbach-Liebstahl, und keiner durfte etwas sagen. Viele (ich denke fast alle) kamen mit der Hoffnung, dass ein Gespräch beiderseits doch noch stattfinden kann, wo Klärung über die Zukunft unserer Kirchenzugehörigkeit erreicht werden kann. Aber es war wie schon immer in letzter Zeit wieder von Anfang an Redeverbot für die Gäste. Das Presbyterium von Hüffler und Quirnbach stimmte ohne vorherige Aussprache des eigentlichen Themas gegen eine Neuplanung der Zuständigkeit der Kirchengemeinde zu Glan-Münchweiler. Der Dekan Stetzenbach sprach in seiner Eröffnungsrede von Miteinander – verstehen und vertrauen. Lauter leere Worte, wenn dann doch anders gehandelt wird. Christlich soll das sein? Wenn diejenigen, die es betrifft, nicht reden dürfen, ja nicht einmal gefragt werden; nur Mund verbieten, ist die Devise des Pfarrer-Ehepaars aus Hüffler. Wir müssen nun handeln. Mein Entschluss steht fest, ich werde zur Kirchengemeinde Glan-Münchweiler wechseln. Es ist so traurig, dass es so weit kommen muss. Presbyter/innen, die von der gesamten Gemeinde gewählt wurden als unsere Vertreter, fallen uns in den Rücken, haben es nicht für nötig gehalten, ein klärendes Gespräch mit uns zu führen. Das ist doch traurig. Man verliert seinen Glauben an die Gerechtigkeit der Kirche, wo doch alles gerecht sein soll – und vor allem Ehrlichkeit herrschen sollte. Ich frage mich nur, ob die, die hier abgestimmt haben, sich über die Tragweite der Abstimmung Gedanken gemacht haben. Denn dass auf diese Abstimmung Austritte folgen, ist doch klar. Dass sich Quirnbachs Pfarrerin Ilse Gutt-Müller nicht von Dekan Stetzenbach verabschieden lassen möchte, verwundert nicht. War es doch der Dekan im Verbund mit dem Ehepaar Macchini aus Hüffler, der sie erst aus dem Amt und dann aus dem Dekanat drängte. Doch es gärt weiter im Dekanat und der Kirchenkonflikt in Konken und dann in Quirnbach ist längst zu einer Causa Stetzenbach geworden. Die privaten Verflechtungen der beiden Pfarrerehepaare Stetzenbach/Macchini sprechen für sich. Bei der Reform der Dekanatsstrukturen galt das Bestreben der beiden Paare, möglichst ohne Einbußen aus dem Reformprozess heraus zu kommen. Bei einer Kooperation der Kirchengemeinden Quirnbach und Hüffler gab es nur ein Problem. Mit Quirnbachs Pfarrerin Ilse Gutt-Müller und den Macchinis aus Hüffler gab es zwei Kirchengemeinden, aber drei Pfarrer. Folglich wurde Gutt-Müller erst aus dem Amt und dann aus dem Dekanat entfernt. Ein Presbyter, der auf dem Votum des Quirnbacher Presbyteriums für eine Zusammenarbeit mit Glan-Münchweiler beharrte, wurde ebenfalls mit unsauberen Mitteln aus dem Gremium gedrängt. Skandalös die sich widersprechenden Versionen des Dekans über das Sabbatjahr der Macchinis. Dazu passt, dass mit Wissen des Dekans Daniela Macchini als Presbyterin installiert wurde. Ein eklatant-skandalöser Vorgang, den selbst die Kirchenregierung nicht tolerieren konnte. Der Weg war frei für das gleichgeschaltete Presbyterium, die Kooperation mit Hüffler zu manifestieren. Dennoch wird es im Dekanat weiter gären. Soll es doch noch weitere privat-familiäre Verbindungen im Dekanat geben. Man darf gespannt sein.