Rheinpfalz Leidenschaftliche Theaterspieler
Am Freitag wird’s ernst für die Theatergruppe Lohnweiler. Dann stehen sechs Schauspieler mit „Emil für dich“ auf der Bühne. Das Lustspiel von Ute Tretter-Schlicker passe zu den Akteuren und ins Sängerheim, erklärt Regisseurin Elke Weichel.
„Es ist ein sehr lustiges Bühnenstück, das trotzdem sehr nah an die Realität heranreicht – genauso könnte es im richtigen Leben auch passieren“, schildert Elke Weichel. Passend für die Truppe, die seit fünf Jahren alljährlich wieder auf der Bühne steht – heuer ohne Weichel. Es sei immer sehr aufwendig und schwierig, das zu den engen Platzverhältnissen im Sängerheim passende Stück zu finden, erklärt die Regisseurin. Die Bühne könne nicht umgebaut werden, und die Handlung sei daher räumlich sehr begrenzt. Dazu komme der Mangel an theaterbegeisterten Darstellern, sodass das Stück auch auf die Mitwirkenden zugeschnitten sein müsse. In diesem Jahr sei die Besetzung durch drei Frauen und drei Männer ausschlaggebend für die Entscheidung gewesen. Und die sind mit viel Spaß bei der Sache. Kein Wunder, bei der Story: Das junge Ehepaar Thomas und Ursel, gespielt von Thomas Schreiner und Manuela Schneider, trifft bei seinem Urlaub in einer kleinen Urlaubspension nicht nur auf Emil (Matthias Welker) und seine Traumfrau Ruth (Aline Schneider), die er übrigens durch die katholische Zeitung Pilger kennengelernt hat. Auch die Mutter von Thomas (Petra Müller) und der Vater (Sonnhardt Maurer) von Ursel treffen noch ein. Gegenseitig bringen sich die sechs teilweise an den Rand der Verzweiflung – und das Publikum damit bestimmt zum Lachen. Gelacht wird bei den Proben jedenfalls auch gerne. Etwa wenn Emil beim Anblick einer Frau grunzt wie ein Schweinchen oder sich der Kontakt zur Traumfrau doch als schwieriger herausstellt als gedacht. Oder wenn die Fetzen beziehungsweise die Worte fliegen beim Auftritt Gertrudes, dem Alptraum jeder Schwiegertochter. Sie wird nur noch mehr angeheizt durch Ursels Vater und seinen ganz speziellen Charme. Man trifft sich immer wieder im Hotel, das auf der Bühne das Sängerheims nachgestellt ist. Das Bühnenbild lässt den Akteuren viele Freiheiten, sich schauspielerisch zu ergehen. In verschiedenen Konstellationen wird gelacht, gestritten und sich auch wieder versöhnt. Wie das Ganze ausgeht? Das will Regisseurin Elke Weichel, die hinter de Bühne auch als Souffleuse tätig sein wird, nicht verraten. „Wir wollen ja so viele Menschen wie möglich zu unseren Vorstellungen locken.“ Dafür haben die Schauspieler auch schon kräftig die Werbetrommel gerührt. Plakate sind im Glan- und Lautertal angebracht worden. Es sei immer schwieriger, in einem kleinen Ort wie Lohnweiler, wo auch viele Zugezogene lebten, genügend Leute zu erreichen und ins Theater zu bringen, weiß Weichel. Bislang habe man aber das Sängerheim immer gut füllen können, gibt sie sich optimistisch für die anstehenden drei Aufführungen. Fast 100 Jahre währt die Theatertradition in Lohnweiler. Damit sie weiter geht, wünscht sich Elke Weichel für die kommenden Jahre neue und gerne auch jüngere Menschen, die sich mit dem Theaterspiel-Virus infizieren lassen. Die sechs Akteure des aktuellen Stücks sind dem längst verfallen, bezeichnen sich als leidenschaftliche Theaterschauspieler. „Wir freuen uns darauf, dass es endlich losgeht – aber die Proben selbst sind auch immer sehr lustig“, sagt Aline Schneider alias Traumfrau Ruth, die im dritten Jahr auf der Bühne steht. Info Nach der Premiere am 13. April gibt es zwei weitere Aufführungen am 14. und 21. April, jeweils um 20 Uhr im Sängerheim. Für alle drei Abende sind noch Karten verfügbar, die es zu sieben Euro bei Thomas Schreiner, Hauptstraße 8 in Lohnweiler, Telefon 06382 8200, und im Stadtcafé Lauterecken, Hauptstraße 25. Telefon 06382 403128, gibt.