Rheinpfalz Lehrer und Alltagslotsen gesucht

Im Mehrgenerationenhaus soll eine Anlaufstelle für Ehrenamtliche und Flüchtlinge entstehen: das „Café International“ im Nebenzimmer des Bahnhofcafés. Es handelt sich dabei um das Projekt „Unterstützungsangebote für Flüchtlinge in Waldfischbach-Burgalben“ des Lokalen Bündnisses für Familie ( wir berichteten).
Das Café soll zweimal in der Woche für je zwei Stunden geöffnet haben. Dies hänge aber davon ab, wie viele Leute gefunden werden können, die das Projekt mit stemmten, sagte Alexandra Klein, die für die Koordination des Mehrgenerationenhauses verantwortlich ist, bei einem ersten Treffen, an dem fast 20 Personen teilnahmen. Man wolle für die Flüchtlinge vor Ort da sein, eine Art Willkommenskultur schaffen, erklärte sie die Idee. Wasser, Saft und Kaffee soll es kostenlos geben. Es gehe darum, ins Gespräch mit den Flüchtlingen zu kommen und Hilfestellungen zu geben. Willkommen seien nicht nur ehrenamtliche Helfer und Flüchtlinge, sondern jeder, der Interesse an fremden Kulturen habe oder nur mal ins Gespräch mit den Flüchtlingen kommen wolle. Von Anfang an mit im Boot wird Timo Arnold sein. Der Diplom-Sozialpädagoge ist bei der Diakonie im Bereich Flüchtlinge für die Städte Pirmasens und Zweibrücken tätig und hat bereits Erfahrungen mit solchen Begegnungsstätten. Aus seiner Sicht ist es wichtig, mit den Besuchern des Cafés Deutsch zu üben. Auch wäre es falsch, sich an plakativen Aktionen zu messen, meint er. Die Flüchtlinge müssten da abgeholt werden, wo sie stehen. Dafür eigne sich ein solches Café sehr gut. Auch gab er zu bedenken, dass es sich bei den Flüchtlingen nicht um bettelarme Leute handele, da sich diese die Überfahrt gar nicht leisten können. Jeder Ehrenamtliche muss nicht alles können, nahm Arnold den Interessierten die Befürchtung, dass sie mit Fragen und Hilfestellungen, bei denen sie überfordert sind, konfrontiert werden. Im Café gehe es auch darum, ein Netzwerk aufzubauen, so dass man kompetente Personen bei Bedarf anrufen kann. Der eine wisse, wo man preiswert einkaufen kann, der nächste kenne sich mit der Bürokratie aus, während ein Anderer gut im Organisieren sei oder mal einen Kuchen für das Café backen könne. Jeder Ehrenamtliche solle das einbringen, was er kann, sagte Heike Klages. „Wir wollen versuchen, im Kleinen etwas zu verbessern. Wohin dies uns führt, werden wir sehen“, so Alexandra Klein. Vorgesehen ist, ein Regal mit Arbeitsmaterialien in einer Ecke des Cafés aufzustellen. Darin sollen sich Arbeitsblätter zur Vertiefung der deutschen Sprache in verständlichen Informationsbroschüren befinden. Zudem soll eine Mappe mit allen wichtigen Telefonnummern und Ansprechpartnern erstellt werden. Das Café soll auch als Vermittlungsstelle dienen. Auf einer Tafel könnten beispielsweise die Interessen der Flüchtlinge aufgelistet werden, um sie an Fahrer oder Ehrenamtliche und Vereine zu vermitteln. Geht beispielsweise jemand gerne Schwimmen oder Wandern, könnten auch Besucher des Cafés, die sich nicht dauerhaft engagieren wollen, die Flüchtlinge mal mitnehmen. Die Einrichtung soll auch als Börse dienen, wo man nicht nur Freizeitangebote, sondern auch Benötigtes zusammenführen kann, waren sich die Teilnehmer der Runde einig. Parallel zum Café sollen sich die Ehrenamtlichen einmal pro Monat treffen, um sich auszutauschen und anstehende Probleme aufzuarbeiten. Timo Arnold bot an, Interessierten die Grundlagen über Asylrecht und Asylwesen darzulegen. Gesucht werden auch Lehrer oder Lehramtsstudenten, die im Café ergänzenden Sprachunterricht abhalten für jene, die nicht an dem Sprachkurs der Kreisvolkshochschule teilnehmen können, da die Plätze auf 15 Personen begrenzt sind. Gesucht werden zudem „Alltagslotsen“, die die Flüchtlinge im Sprachkurs begleiten und die das Gelernte durch praktische Übung im Alltag vertiefen. Bevor das „Café International“ öffnet, sollen Fragen wie Impfschutz oder Versicherungsschutz für Ehrenamtliche geklärt werden. Einer von zwei Öffnungsterminen wurde von dem Kreis bereits festgelegt: dienstags von 16.30 bis 18.30 Uhr.