Rheinpfalz Lauterecken: Festgenommener 18-Jähriger bestreitet Anschlagspläne in Kaiserslautern

Das Amtliche Siegel verschließt die Zugänge zum Haus.

Die Rollläden sind am Dienstagnachmittag geschlossen an dem Haus in Lauterecken (Kreis Kusel), die Türen versiegelt. Ein Polizeibus steht vor dem Anwesen, in dem der 18-Jährige bei seiner Familie wohnt, den die Polizei zwei Tage vor Silvester festgenommen hat: Mehr als 110 Kilogramm pyrotechnisches Explosivmaterial hatten die Beamten dort gefunden. Die Ermittler gehen einem Hinweis nach, wonach für Silvester ein Anschlag in der Kaiserslauterer Innenstadt geplant war.

Am Montagabend gegen 21 Uhr seien Polizei und Feuerwehr mit mehreren Fahrzeugen in Lauterecken angerückt und hätten im Laufe das Abends die Anwohner informiert, dass möglicherweise etliche Häuser evakuiert werden müssten beim Abtransport des explosiven Materials, berichtet ein Nachbar. Dieser Abtransport soll nach Informationen der RHEINPFALZ im Laufe der Woche mit einem Spezialfahrzeug erfolgen.  Mehr als 110 Kilogramm „an illegalen Feuerwerkskörpern und weiterem pyrotechnischen Explosivmaterial sowie Ausgangssubstanzen zur Herstellung solchen Materials“ waren laut gemeinsamer Presseerklärung von Staatsanwaltschaft Zweibrücken und Polizeipräsidium Westpfalz bei der  Durchsuchung bei dem 18-Jährigen gefunden worden. Er war bereits am 29. Dezember vorläufig festgenommen worden, einen Tag später war Haftbefehl gegen ihn erlassen worden. Ebenso gegen einen 24-Jährigen aus Nordrhein-Westfalen, bei dem weitere rund 45 Kilogramm Sprengstoff gefunden worden waren. Gegen die beiden Männer wird nun wegen des Verdachts auf „Verstoß gegen das Sprengstoffgesetz und der Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat“ ermittelt. Aufgrund eines Hinweises prüfen die Ermittlungsbehörden derzeit, ob die beiden Beschuldigten an Planungen beteiligt waren, an Silvester eine Sprengstoffexplosion in der Kaiserslauterer Innenstadt herbeizuführen. Die beiden Männer bestreiten dies. Der Lauterecker gab laut Behörden bei seiner Vernehmung an, er habe das explosive Material für ein illegales privates Silvesterfeuerwerk nutzen wollen. Er und der Mann aus Nordrhein-Westfalen bezeichnen sich laut Polizei als „Freizeit-Pyrotechniker und Anhänger einer entsprechenden Szene“. Nach Polizeiangaben kommen die gefundenen Explosivstoffe für ein illegales Feuerwerk „grundsätzlich in Betracht“. Die Ermittlungen laufen, die Kriminalpolizei in Kaiserslautern hat eine Sonderkommission eingerichtet. Einen islamistischen Hintergrund schließen die Behörden aus. Sie prüfen, ob die beiden Personen einer rechtsradikalen Gruppierung zuzuordnen sind. Anwohner in Lauterecken beschreiben den 18-Jährigen Deutschen und dessen Familie als freundlich, hilfsbereit und in keiner Weise negativ auffällig. Nach RHEINPFALZ-Informationen soll der Vater des Beschuldigten das Sprengstofflager entdeckt und die Polizei informiert haben. dgg/tmü

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