Rheinpfalz RHEINPFALZ Plus Artikel Lauterecken: Am Watzkessel nun Vorrang aus Richtung Kita

Zu den neuen Verkehrsschildern gesellen sich Hinweisschilder auf den Kindergarten. Die Straße nutzen vor allem Eltern, die ihre
Zu den neuen Verkehrsschildern gesellen sich Hinweisschilder auf den Kindergarten. Die Straße nutzen vor allem Eltern, die ihre Kinder in die Kita fahren oder abholen.

Eine neue Verkehrsführung am Watzkessel sowie Heckenschnitte sollen für höhere Sicherheit sorgen. Ein Erfolg für den Elternbeirat der Protestantischen Kindertagesstätte Lauterecken, der eine Unterschriftenaktion durchgeführt und das Gespräche mit der Verwaltung und der Stadt gesucht hatte. Ob sich die Situation wirklich verbessert, bleibt abzuwarten.

Nun haben diejenigen, die von der Kita Richtung Hauptstraße fahren, Vorrang vor dem Gegenverkehr. Außerdem wurde die Sicht durch Heckenschnitte freigelegt und Hinweisschilder auf den Kindergarten angebracht. Dies sei eine Verbesserung zum Wohle der Kinder, sind sich Eltern, Stadt und Verwaltung einig, die in zwei Treffen gemeinsam eine Lösung gesucht hatten.

Vanessa Schmitz, Nicole Hamann und Bettina Oberhauser vom Elternbeirat sind gespannt, wie sich die Situation weiterentwickeln wird, und sind sich einig: „Der Anfang ist gemacht.“ Ob sich die Situation durch die geänderten Rahmenbedingungen merklich verbessern wird, bleibe abzuwarten.

Alternative Überlauterecken

Bürgermeister der Verbandsgemeinde Andreas Müller erklärt: „Der meiste Verkehr findet durch Eltern statt und die müssen als Vorbild vorangehen.“ Schmitz kritisiert manchen Verkehrsteilnehmer, der trotz der neuen Regelung einfach nicht rückwärtsfahren wolle. Müller erklärte scherzend, er könne nicht zwei Leute abstellen, um Autos rückwärts zu lotsen, und auch ein Seminar „Rückwärtsfahren leicht gemacht“ könne er nicht anbieten. Die Verkehrsteilnehmer seien aufgefordert, vernünftig zu fahren. Wer nicht in die Situation kommen möchte, zurücksetzen zu müssen, hat noch zwei Möglichkeiten über Überlauterecken, zum Beispiel am Seniorenheim vorbei, zur Kita zu gelangen.

Eine Einbahnstraßenregelung sei nicht vernünftig gewesen, erklärte Müller. Denn eine „Einbahnstraße bedeutet Rennstrecke“, zumindest wenn keine Schwellen eingebaut würden. Solche hätten jedoch Radfahrer und alle mit Kinderwagen sehr beeinträchtigt. Erneut soll eine zweiwöchige Messung in beide Richtungen stattfinden.

Ruckzuck Schilder aufgestellt

Bei Müller offene Ohren zu finden, freut die drei Mütter. Das sei nicht überall in der Verbandsgemeindeverwaltung der Fall gewesen. Und so waren im Winter bei einer Unterschriftenaktion schnell an die 200 Unterzeichner zusammengekommen. Nicht nur Eltern, auch Anwohner, die eine Verbesserung der Verkehrssituation wünschten, hätten sich beteiligt, betonen die Elternbeiräte.

Nun loben die Frauen, dass die Schilder „ruckzuck“ aufgestellt wurden. Darunter sind auch fünf Hinweisschilder, die der Stadtbeigeordnete Heinrich Schreck entworfen hat. Die Kosten hierfür übernahmen Schreck, die Firma Otto Jung aus Sien und das Bürohaus Dieter Schneider aus Offenbach-Hundheim.

Stadt übernimmt Heckenschnitt auch für privat

Die Stadt entfernte Zäune und Bewuchs, teilweise auch in privaten Gärten, deren Eigentümer ihr Einverständnis erteilten, sodass die Sicht nun deutlich besser ist. Niedrige Mauern verblieben und konnten nicht entfernt werden, was mehr Platz geschaffen hätte, da es sich um ein Überschwemmungsgebiet handelt. „Außerdem macht es Kindern Spaß, auf Mauern zu laufen“, ergänzt Oberhauser. Die Vorrangregelung sei in Fahrtrichtung Hauptstraße gewählt worden, berichtete sie weiter, da von der Hauptstraße kommend leichter rückwärts gefahren werden kann als vom Kindergarten aus.

Die Ergebnisse der neuen Messung sollen dann beim nächsten Termin von VG, Stadt und Kita im Sommer bei einem weiteren Treffen auf den Tisch. Bei der Zählung im März wurden zwischen 6 und 9 Uhr von der Kindertagesstätte Richtung Hauptstraße stündlich 27 Fahrzeuge mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 35 Stundenkilometern gemessen. In der Gegenrichtung waren es 25 Fahrzeuge mit 28 Kilometern pro Stunde Dazu kamen noch 27 Fußgänger. Die Frauen sind sich sicher, dass die neuerliche Messung andere Ergebnisse erbringen wird, da nun auch vermehrt Radfahrer unterwegs sind. Unverständlich finden die Frauen im Übrigen, dass die Messungen nur morgens stattfinden und nicht auch, wenn die Kinder abgeholt werden.

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