Kultur Südpfalz Langweiliger Alltag, lustige Anekdoten

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Was der Mann unserer Bundeskanzlerin wohl sagt, wenn es am Abend zum Lieblingsitaliener von Angela Merkel geht, obwohl er doch eigentlich so gerne zum neuen Thai um die Ecke wollte? „Immer, ja immer, bist du der Bestimmer.“ Mit Schenkelklopfern und Gassenhauern gastierte das musikalische Kabarett „Zu Dritt“ im Queichtalmuseum in Offenbach und trat dort auf ein lachfreudiges Publikum.

Bernhard Strassel, Steffen Reiser und Tim Weckerle spielen – wie es sich für ein ordentliches Kabarett gehört – allerlei Instrumente und untermalen damit Pointe für Pointe. So erklingt die schlunzige Posaune zum „Bestimmer“-Liedchen, mit der Gitarre wird das „männlich-depressive“ Programm, das den Titel „Der Weisheit letzter Stuss“ trägt, zur humorvollen Melancholie. Philosophischen Fragen wie „Wo gehen wir hin? Kommt jemand mit? Fahren wir mit dem Auto oder werden wir abgeholt?“ treiben die drei Männer um, die ihre Eigenkompositionen mit bekannten Liedern abwechselnd zum mitschnipsen, -summen und -klatschen präsentieren. „Ich habe es mit 50 zum ersten Mal getan“, singt Bandleader Strassel, der damit dem humoristischen Nerv und vermutlich das Durchschnittsalter des Offenbacher Publikums trifft. Zuvor fühlte er sich einfach nicht reif genug und durfte zwar ab und an mal zugucken, hat sich aber nie selbst getraut. Die Rede ist natürlich vom Autofahren, wobei das Lieblingsthema der illustren Männerrunde ganz offensichtlich die Frauenwelt ist. So singen sie wahlweise über das Verliebtsein oder den großen Herzschmerz. Mal wünschen sie sich, dass die anstrengende Ehefrau sie verlässt oder die attraktive Vegetarierin sie „mal ran lässt“. Auch der Bewunderung für eine auffällig schöne Frau – Tochter eines Schönheitschirurgen – verleihen die Männer auf musikalische Weise Ausdruck. Mit einem martialischen und tief brummenden „Ahhhhh!“ verdeutlichen die Musiker ihrem inneren Unwillen, langweilige Smalltalk-Gespräche auf öden Partys zu führen. Sympathisch und unaufgeregt sind die Männer, denen das Publikum gerne auch den ein oder anderen schiefen Ton verzeiht. Mit einer Mischung aus modernem Altherrenwitzen, Alltags-Anekdoten und Spaß-Liedchen gelingt ihnen so die Gestaltung eines unterhaltsamen und kurzweiligen Abends. |bja

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