Rheinpfalz Lärche und Eiche stehen bei Holzauktion hoch im Kurs (mit Video)

Forstamtsleiterin Gabi Kleinhempel (Mitte) erläuterte den Bietern einiges über die zur Auswahl stehenden Hölzer.
Forstamtsleiterin Gabi Kleinhempel (Mitte) erläuterte den Bietern einiges über die zur Auswahl stehenden Hölzer.

56 Stämme 16 verschiedener Baumarten lockten zahlreiche „Holzwürmer“ am Samstagvormittag zu den Lauterecker Holzschnäppchen auf dem Holzlagerplatz „Staudacker“. Die Versteigerungsaktion erfreut sich seit zwei Jahrzehnten großer Beliebtheit.

Rund 73 Festmeter Holz füllten zum 20. Jubiläum den Holzlagerplatz und boten Stammkunden wie auch Neulingen eine große Auswahl. Ob Eiche, Esche, Erle, Kiefer, Nuss, Kirsche, Ahorn, Buche, Linde, Birne, Robinie, Fichte, Lärche, Douglasie, Weißtanne oder Weymouthskiefer – das Forstamt Kusel hatte keine Mühe gescheut, die qualitativ hochwertigsten Stämme zu präsentieren. Als Service bot das Forstamt an, für eine Transportkostenpauschale von 19 Euro die erworbenen Stämme in das Sägewerk Brücher nach Rathsweiler bringen zu lassen. Für eine kleine Aufwärmung sorgten die Veranstalter mit Glühwein und Bratwürsten. Die Leiterin des Forstamts Kusel, Gabi Kleinhempel, übernahm die Begrüßung der Besucher und überreichte Inge Hilbert als Dankeschön für die tatkräftige Unterstützung in den vergangenen 20 Jahren eine kleine Aufmerksamkeit. Mathias Lukas, Besitzer des Motorsägenmuseums in Lauterecken, präsentierte außerdem vier seiner Motorsägen. Zusammen mit seinem Sohn führte er zur allgemeinen Begeisterung die Säge „Mercury“ mit einem Meter Schnittlänge vor, die aus dem Jahr 1943 stammt. Weiterhin demonstrierte Rüdiger Kriese mit seinem Ardenner-Pferd, wie man früher die schweren Holzstämme aus dem Wald zog.

 650 Euro für 3,65 Meter Lärche

An den Rundgang, bei dem Kleinhempel die Holzbegeisterten über die verschiedenen Baumarten und ihren teilweise mythologischen Hintergrund informierte, schloss sich das Bieten an. Bereits beim ersten Stamm, einer europäischen Lärche, kam es zum Wettbieten, das höchste Gebot des Tages wurde erreicht. Für 650 Euro wurde das Holz mit einer Länge von 3,65 Metern verkauft. Nach der von Werner Schramm geleiteten Versteigerung konnten die Besucher im Einzelgespräch noch einmal über den ein oder anderen übrig gebliebenen Stamm preislich verhandeln. „Am gefragtesten sind natürlich erst mal Stämme, die eine gute Qualität aufweisen. Diesmal sind die Lärche und die Eiche hoch im Kurs“, erklärte Revierleiter Rüdiger Wolf. Auch berichtete er, dass nicht verkaufte Stämme oft vom Bodelschwingh-Zentrum in Meisenheim gekauft werden, damit die Bewohner mit dem Holz arbeiten können. Unter den Bietern war auch Hans-Jürgen König aus Speyer, der mit sieben ersteigerten Holzstämmen jetzt weitere Tische und Bänke schreinern kann: „Ich lagere das Holz zwei bis drei Jahre bei mir zu Hause in einer kleinen Halle, damit ich es nach Erreichen einer niedrigen Holzfeuchte gut bearbeiten kann.“ Auch in der Bildergalerie, die einen Rückblick auf die vergangenen 20 Jahre gab, waren einige Werke von König zu sehen. Hierbei konnten sich die Besucher von Esstischen über Bänke, Fernsehtische, Schalen und weiteren Kunstwerken einen anschaulichen Einblick, was man alles aus einem Holzstamm zaubern kann. Auch Heike Röhrig präsentierte in der Galerie einige Kunstwerke, beispielsweise einen Stiefel aus Holz. „Ich bin schon das dritte Jahr dabei und finde eigentlich immer schönes Material. Heute habe ich mich für fünf Stämme entschieden, wobei ich gerne noch die Douglasie mit nach Hause genommen hätte“, erzählte Röhrig im Gespräch mit der RHEINPFALZ.

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