Rheinpfalz Kurzweiliges Chaos

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Ein junges Paar will eine Woche Urlaub machen und sich endlich um einen Stammhalter kümmern. Doch im Dreiakter „Emil für dich“ von Ute Tretter-Schlicker kommt es ganz anders (DIE RHEINPFALZ berichtete über die Proben). Im sehr gut besuchten Sängerheim Lohnweiler nahm am Premierenabend ein turbulentes Familienspektakel samt Verwechslungsspiel seinen Lauf.

Endlich haben die Pensionsbesitzer Thomas (Thomas Schreiner) und Ursel (Manuela Schneider) genug Zeit, um sich um einen möglichen Stammhalter zu kümmern. Eine Woche Urlaub, Genuss pur – so sehen ihre Pläne aus. Doch dann klingelt das Telefon, und schnell wird klar, dass es mit der Ruhe nichts wird, denn Ursels Schwiegermutter hat sich angekündigt. Thomas schwärmt von seiner Mama, während Ursel ihn vor die Wahl stellt: „Ich oder deine Mama.“ Bevor eine Entscheidung zwischen Frau und Schwiegermama fällt, klingelt das Telefon erneut – Schwiegermama Gertrude soll nicht der einzige ungebetene Gast bleiben. Während Gertrude (Petra Müller) ihren Sohn routiniert um den Finger wickelt, lässt sie keine Gelegenheit aus, Ursel zur Weißglut zu treiben. Gertrude ist in der Pension mit einem Unbekannten verabredet, stiftet aber auch gerne einfach nur Unfrieden. Um das Chaos perfekt zu machen, hat sich auch Ursels Vater Robert (Sonnhardt Maurer) eingeladen, denn er hat ein Blind-Date mit seiner Traumfrau aus dem Internet vereinbart. Voller Vorfreude wartet Robert auf die Frau, duelliert sich knallhart mit Gertrude, um sich die Wartezeit zu verkürzen und genießt die Reibereien sichtlich. Doch nicht nur er erwartet seine Traumfrau, auch das schick herausgeputzte Muttersöhnchen Emil (Matthias Welker) wartet auf seine große Liebe. Über ein katholisches Kirchenblatt hat auch er seine Auserwählte gefunden und kann ihre Ankunft kaum erwarten. Viele Menschen mit riesigen Erwartungen treffen aufeinander, doch große Enttäuschung macht sich breit, noch bevor der letzte Gast überhaupt angekommen ist. Die liebestolle Ruth (Alina Schneider), eine lispelnde, relativ begriffsstutzige und ziemlich zahnlose Frau, bringt Robert mit ihrer Vorstellung von „Romantik der Extraklasse“ in Bedrängnis, während Emil nicht nur aufgrund seiner Nervosität im Gespräch mit fremden Frauen grunzt, sondern auch sämtliche weiblichen Signale falsch deutet – mit fatalen Folgen. Das kurzweilige Chaos mit Gesangseinlagen und „Gedichten“ nimmt weiter seinen Lauf, der Alkohol fließt mittlerweile in Strömen, und selbst Theorien von Außerirdischen finden ihren Platz. Die Frage ist, ob der Haussegen nach rund zwei Stunden voller chaotischer Szenen und einem bösen Erwachen wieder hergestellt werden kann und jeder am Ende bekommt, was er verdient. Schon bei den ersten Szenen setzten immer wieder Szenenapplaus und Lacher ein, die sich bis zum Ende der drei Akte nicht mehr legten. Das lag nicht nur an dem lustigen Stück mit seinen schrulligen Charakteren, zahlreichen Doppeldeutigkeiten und derben Sprüchen, sondern auch an den Darbietungen der sechs engagierten Laienschauspieler, die bereits am Premierenabend mit ihren gespielten Sprachfehlern und dramatischen Gesten das Publikum zu fesseln wussten. Selten zum Einsatz kam Souffleuse Elke Weichel, die auch Regie führte. Info Für die letzte Vorstellung am Samstag, 21. April, ab 20 Uhr sind noch Restkarten zu sieben Euro erhältlich.

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