Rheinpfalz
Kurz vor Schließung des GKN-Werks in Kaiserslautern steht der Sozialplan
Bei den Verhandlungen zum Interessenausgleich und Sozialplan bei GKN Driveline wurden die wesentlichen Eckpunkte zwischen Betriebsrat und Geschäftsführung vereinbart.
Seit Ende August steht fest, dass GKN Driveline sein Werk in Kaiserslautern mit rund 320 Mitarbeitern zum 31. März 2020 schließt. GKN teilt sich auf dem Opel-Gelände eine Produktionshalle mit Opel, seit dem Jahr 2000 werden Gelenkwellen für Fahrzeuge produziert, nachdem das Unternehmen das Werk von Opel übernommen hatte. Der Zweite Bevollmächtigte der IG Metall, Alexander Ulrich, sprach am Montag von wochenlangen schwierigen Verhandlungen, das Ergebnis bezeichnete er als einen guten Kompromiss.
Zu der gleichen Auffassung gelangt GKN-Betriebsratsvorsitzender Markus Becker. Jüngere Mitarbeiter hätten vielleicht etwas anderes erwartet, aber mit dem, was für ältere Beschäftigte ausgehandelt wurde, könne man zufrieden sein.
Mitarbeiter erhalten Abfindung
Wie Ulrich ausführt, erhalten alle Mitarbeiter eine Abfindung, die sich nach dem Alter und der Betriebszugehörigkeit orientiert. Schwerbehinderte erhielten eine zusätzliche Abfindung. Arbeitnehmer des Jahrgangs 1960 und älter erhielten zudem einen Ausgleich auf mögliche Rentenkürzungen. Die Auszubildenden blieben bis zur Beendigung der Ausbildung weiter Auszubildende von GKN und führten bei Opel ihre betriebliche Ausbildung weiter, erklärt Ulrich.
Nach seinen Worten erhalten alle Mitarbeiter für die Dauer von zwölf Monaten die Möglichkeit, ab 1. Februar kommenden Jahres in eine Transfergesellschaft zu wechseln. Dort werde neben Qualifizierung und Jobvermittlung ein Netto-Einkommen von 80 Prozent des bisherigen Verdienstes garantiert.
Die Produktion werde bereits im Dezember und nicht wie ursprünglich von GKN angekündigt zum 31. März 2020 auslaufen, informierte der Zweite Bevollmächtigte weiter. Die Mitarbeiter würden daher von der Arbeit bezahlt freigestellt. Ab Januar würden nur noch wenige Mitarbeiter für die Abwicklung der Betriebsschließung zuständig sein.
„Trauriger Tag in der Geschichte von GKN“
„Über diese Eckpunkte wurden die Mitarbeiter in einer Betriebsversammlung informiert. Der Plan sollte am 10. Dezember unterzeichnet werden, so Ulrich. Er bezeichnet die Betriebsversammlung als einen „weiteren sehr traurigen Tag“ in der Geschichte von GKN. Auch gute Vereinbarungen und Abfindungen könnten nicht darüber hinwegtäuschen, dass sie nie den Verlust des Arbeitsplatzes ausgleichen oder existenzielle Ängste der Mitarbeiter verdrängen können. Entsprechend sei auch die Stimmung in der Versammlung gewesen.
„Ich hoffe, dass es mit der Beschäftigungs- und Transfergesellschaft gelingen wird, die Mitarbeiter weiter zu qualifizieren und schnell in freie Arbeitsplätze zu vermitteln. Auf jeden Fall verzögert aber der Wechsel in diese Gesellschaft den Beginn der Arbeitslosigkeit“, so Ulrich. Für die Region bleibe die Schließung des GKN- Werks ein herber Schlag: „Und es bleibt auch dabei, dass man die Art und Weise der angekündigten und brutal durchgezogenen Schließung nur als einen asozialen Akt bezeichnen kann.“