Kultur Südpfalz Kulturnotizen: Trifelsverein Annweiler feiert 150-Jähriges
Am 9. November 1866 schickten sich geschichtsbewusste Bürger von Annweiler an, die Burg hoch über ihrer Stadt vor dem Zerfall zu retten: Sie gründeten den Trifelsverein, einer der ältesten Burgenvereine der Pfalz. Bis heute haben die Vereinsmitglieder ein waches Auge auf die Geschicke der einstigen Reichsfeste. Nächste Woche wird gefeiert: mit einem Festakt und der Präsentation des fünften Bandes der Beiträge zur Geschichte des Trifels und des Mittelalters. Mehr dazu lesen Sie heute auf der Seite IHR WOCHENENDE Heute um 20 Uhr spielt in der Kultpassage der Minfelder Gitarrenlehrer Sebastian Koehn seine Musik im Alleingang und mit jeder Menge „Tretminen“ (die Effekt-Teile, die bei Gitarrenspielern auf dem Fußboden stehen). Es geht sehr viel um Improvisation und kleine Geschichten, fast wie Bilder, die da erzählt werden. Themen wie Frühlingserwachen, Natur, Sehnsucht, oder endlose Schwerelosigkeit auch mit Fragmenten von Miles Davis, Jimi Hendrix oder Pink Floyd. Danach ist Mash-Revival mit DJ Dr. Funky P. Heute von 10 bis 13 Uhr ist im Haus am Westbahnhof wieder interkulturelle Musikwerkstatt. Sie lädt zur Begegnung, zum Kennenlernen, zum Miteinander-vertraut-Werden – mit und durch Musik. Ziel ist es, Musik aus den Herkunftsländern der Teilnehmer zu musizieren. Stücke aus Ägypten, Serbien, Kosovo, Syrien, Eritrea, Somalia und Deutschland sind bereits im „Notengepäck“. Sicher kommen weitere hinzu. Instrumentalisten und Sänger, die neugierig sind auf unbekannte Melodien, neue Rhythmen, können gerne dazukommen. Kinder unter zwölf Jahren bitte nur in Begleitung Erwachsener. Zurzeit verfügbar sind Noten für Klavier, Gitarre, Mandoline, Saxofone, Tuba, Stimme, Percussion, Cello, Kontrabass. Die Teilnahme ist frei. Die Leitung haben Isabel Eichenlaub, Cellistin, Komponistin, Musikpädagogin, Lena Diewald, Musikerin, Musikpädagogin, und Paul Reinig, Musiker, Erzieher. Morgen um 16 Uhr ist in der Kirche das Jubiläumskonzert 60 Jahre Kirchenchor. Professor Ellen Hagenbuch steht am Pult. Solist ist der Startenor Johannes Kalpers. Als Einstimmung in den Herbst erwartet die Besucher der Reihe „Klassik in der Remise“ morgen um 17 Uhr im Stiftsgut Keysermühle ein Kammerkonzert mit Werken von Brahms, Schumann und Fauré. Interpreten sind diesmal Hwaeun Choi, Violine und Jimin Kim und Daewoo Lee, Klavier. Weitere Informationen gibt es unter Telefon 06349 99390. Der Leiter des Künstlerhauses Hans Thill ist morgen um 11 Uhr in der Reihe „Landeskinder“ im Gespräch mit dem Philosophen Robert Reick über den Autor und Anarchosyndikalisten Rudolf Rocker. Rudolf Rocker wurde 1873 in Mainz geboren und war anfangs Sozialdemokrat. Er wandte sich ab 1891 dem Anarchismus zu. Als politischer Flüchtling in London lebte er unter der proletarischen ostjüdischen Community und wurde Herausgeber des jüdischen „Arbeiterfreund“. 1919 nach Deutschland zurückgekehrt, war Rocker die bedeutendste Persönlichkeit der Freien Arbeiter-Union Deutschland und der anarchosyndikalistischen Bewegung. Seine letzten Lebensjahre verbrachte er verarmt bei New York. Er starb 1958 in Morgan/Maine in den USA. |rhp