Kultur Südpfalz Kulturnotizen: Einblicke in die Bücherwelt des Islam
Am Donnerstag, 23. Februar, lädt die Badische Landesbibliothek um 18 Uhr zu einer neuen Ausgabe der Veranstaltungsreihe „Bücherfunde in der Lounge“ im Wissenstor, Erbprinzenstraße 15, ein. Zu Gast ist Schoole Mostafawy, Leiterin des Referats Kunst- und Kulturgeschichte am Badischen Landesmuseum, um den Besuchern Einblicke in die Schriftwelt des Islam zu gewähren. Unbestritten nimmt das Buch in der islamischen Welt einen hohen Stellenwert ein. Ein tiefer Zugang zur islamischen Kultur ist jedoch für den Europäer aufgrund eines eher auf dem Bild als dem Wort basierenden Kunstverständnisses nur selten möglich. Die Landesbibliothek verfügt über einzigartige Zeugnisse der islamischen Buchkunst, die als Teil der „Karlsruher Türkenbeute“ eng mit der Geschichte Badens, Europas und der Osmanen verknüpft sind. Sie lassen den hohen zivilisatorischen Stand der islamischen Kultur zum ausgehenden 17. Jahrhundert erahnen und schlagen eine Brücke von Baden in die Welt. Einige ausgewählte Bände dieser einzigartigen Sammlung stehen im Zentrum des Abends. Ein Lesekonzert ganz spezieller Art zu Annette von Droste-Hülshoff erwartet die Besucher am Sonntag, 26. Februar, um 11 Uhr im Frank-Loebschen Haus in Landau. Unter dem Titel „Locke und Lied“ lässt sich erleben, wie sehr sich im Werk von Annette von Droste-Hülshoff Poesie in Musik und Musik in Poesie übersetzen lassen. Denn kaum bekannt ist, dass der Werdegang zu einer der bedeutendsten Schriftstellerinnen deutscher Sprache zunächst mit dem einer Musikerin und Komponistin einherging. Ihr Wirken als Komponistin wurde sogar lange Zeit vergessen. 74 Lieder von ihr sind erhalten. Einige davon hat Isabel Eichenlaub für Cello bearbeitet. Die Musik korrespondiert mit der melodischen Sprache der Droste rezitiert von Elke Moning. Der Verein für Volksbildung und Jugendpflege lädt zur Uraufführung ein. Nur noch bis Sonntag sind sie im Mußbacher Herrenhof zu sehen: die „wilden Weiber“ des Kandeler Künstlers Peter Haese. Zu sehen gibt es für die Freunde kraftvoller, expressiver Kunst eine schöne Auswahl großformatiger Gemälde des 80-Jährigen, die vielleicht nicht unbedingt das Prädikat „jugendfrei“ tragen, dafür aber von einer Vitalität zeugen, die für sich einnimmt. Dass manche der Arbeiten auf Papier wie das hier abgebildete ironische „Zensurbalken“ tragen, die aber nie an den „richtigen“ Stellen angebracht sind, zeugt vom Hintersinn dieser auf den ersten Blick so brachialen und berserkerhaften Kunst. Öffnungszeiten: Mittwoch 18 bis 20 Uhr, Samstag 14 bis 18 Uhr, Sonntag 11 bis 18 Uhr. |rhp