Rheinpfalz Kritik an Vereinsführung
«Waldfischbach-Burgalben.» Der Spielbetrieb sowie der Restaurantbetrieb beim Golfclub Pfälzerwald laufen. Das wichtigste Ziel, beides aufrecht zu erhalten, die Arbeitsplätze vorerst zu sichern, sei damit erreicht, sagte Insolvenzverwalter Arne Fu auf RHEINPFALZ-Nachfrage. Wie berichtet, hatte der Golfclub Ende Mai wegen Zahlungsunfähigkeit den Antrag auf vorläufige Insolvenz gestellt. Fu wurde zum Insolvenzverwalter bestellt.
„Wir sind mittendrin“, sagte Fu zu den aktuell laufenden Aufgaben, die das Ziel erreichen sollen, dass auch langfristig noch Golf im Golfclub Pfälzerwald gespielt werden kann. Die Insolvenzgeld-Vorfinanzierung, die es ermöglicht, den 14 Mitarbeitern vorerst weiter ihre Löhne zu bezahlen, hat funktioniert. „Der Platz ist in einem sehr guten Zustand“, versichert Fu. Der Spielbetrieb, auch mit Gästespielern, die Greenfee-Einnahmen bringen, läuft. Der Insolvenzverwalter ist mit der aktuellen Geschäftslage auf dem Platz und im Restaurant zufrieden. Nachdem er die Insolvenz angemeldet hatte, hat Präsident Wolfgang Bäumler aus gesundheitlichen Gründen sein Amt niedergelegt. Für den laufenden Prozess sei das kein Problem, sagt Insolvenzverwalter Fu. Bei Fragen stehe Bäumler als Ansprechpartner bereit, „aber es gibt ja weitere Ansprechpartner im Club“, so der Insolvenzverwalter, der sich derzeit einen Gesamtüberblick über die Situation beim Golfclub verschafft. Trotz hohem Anlagevermögen hatte das vorhandene Geld nicht gereicht, um die Verbindlichkeiten zu decken. Sie belaufen sich auf mehr als eine Million Euro. Erhebliche Einnahmen waren weggebrochen, als nach internen Querelen Ende 2016 rund 170 Mitglieder den Club verlassen hatten. Im Zuge des vorläufigen Insolvenzverfahrens wurden Stimmen laut, dass Verbands- und Ortsgemeinde nichts getan hätten, um den Club vor dieser Situation zu retten. Diesen Vorwürfen tritt Verbandsbürgermeister Lothar Weber ganz entschieden entgegen. „Verbands- und Ortsgemeinde haben sicher alles getan, was möglich war“, sagt er und belegt das mit Zahlen. Mit 2,81 Millionen Euro haben Verbands- und Ortsgemeinde seit der Gründung des Clubs dessen Aktivitäten und Wachstum unterstützt. Das 52 Hektar große Gelände gehört zu 88 Prozent der Verbands-, zu zwölf Prozent der Ortsgemeinde. Wie berichtet, ist die Pacht sukzessive über Jahre hinweg angehoben worden. Seit 2015 liegt sie bei 47.000 Euro/Jahr. Aktuell schuldet der Club der Verbands- und Ortsgemeinde (2016 bis 2018) 141.900 Euro Pacht. „Alle übrigen Kosten wurde bezahlt“, so Weber. Es stimme auch nicht, dass vonseiten der Verbands- und Ortsgemeinde keine Gesprächsbereitschaft bestanden habe. 2015 habe es erstmals einen Antrag auf Entgegenkommen bei der Pacht gegeben. In der Folge sei vom Golfclub nichts mehr zu hören gewesen. Erst im April 2017 habe es bei einem Gespräch mit Club-Verantwortlichen wieder Hinweise auf die Liquiditätsprobleme gegeben. Zwischen 1,4 und 1,6 Millionen Euro sollen die Verbindlichkeiten damals gelegen haben. Damit einher ging der Antrag, die Pacht für die Jahre 2017 bis 2021 zu mindern. „Das hat die Verbandsgemeinde geprüft. Zugrunde lagen die allgemeinen Kriterien der Stundung von Forderungen. Für eine Änderung des Pachtvertrages, der gleichbedeutend mit einem Verzicht auf Forderungen gewesen wäre, gab es keine Anlass“, sagte Weber. Es gehe hier um das Geld aller Bürger. „Wir sind verpflichtet, mit diesem sorgfältig umzugehen“, sagt Weber. Ein Problem sei zum Beispiel auch, dass die Förderung aller anderen Vereine in der Verbandsgemeinde nicht bis kaum möglich sei. Es handele sich bei Vereinsförderung um freiwillige Leistungen. Die sind angesichts des defizitären Haushaltes der Verbands- und Ortsgemeinde für die Aufsichtsbehörde kein Thema. Es habe im Oktober 2017 aber die Entscheidung gegeben, dass eine Unterstützung des Vereins nicht ausgeschlossen wird und geprüft werden soll, was machbar sei. Im Dezember 2017 sei dann der frühere Präsident des Golfclubs, Marinus Engelbarts, bei der Verwaltung vorstellig geworden, habe auf einen möglichen Investor verwiesen. „Wir haben ihm alle notwendigen Unterlagen zusammengestellt“, sagt Weber. Diese Anfrage lief über die HW Grundstücksverwaltung GmbH, an der Engelbarts beteiligt ist. Problem sei die Frage nach der Legitimation gewesen, in welcher Funktion Engelbarts hier für den Club tätig ist. Danach hörte die Verwaltung nichts mehr, bis im März ein Schreiben des Golfclubs mit dem erneuten Hinweis auf Liquiditätsprobleme kam. Dort sei angeklungen, dass das Verhalten der Verwaltung auch für die den Club finanzierenden Banken wichtig sei. Ein Entgegenkommen der Verwaltung habe es immer gegeben, sagt Weber. So sei darauf verzichtet worden, die ausstehenden Pachtzahlungen konsequent einzufordern. „Das war sicher ein Entgegenkommen“, sagt er. Es dürfe nicht übersehen werden, „dass wir hier im Spannungsfeld zwischen Erzielen von Einnahmen für die Gemeinde, also für die Bürger, und dem Heraushalten aus der Vereinsförderung stehen. Und das bei angespannter Haushaltslage der Kommunen“, unterstreicht der Verbandsbürgermeister. Was aufseiten der Verbandsgemeinde auch als schwierig eingestuft wurde, war das Verhalten der Club-Verantwortlichen. Denn nach dem Schreiben im März wurde beschlossen, dass es eine gemeinsame Sitzung des Haupt- und Finanzsausschusses der Verbands- und der Ortsgemeinde geben sollte, bei dem mit den Club-Verantwortlichen die Lage erörtert werden sollte. Auf diese Einladung zur Sitzung gab es nie eine Reaktion vonseiten des Clubs, sagt Weber. Einen Tag, bevor die Sitzung stattfinden sollte, meldete der Club besagte vorläufige Insolenz an.