Rheinpfalz Krach mit der Feuerwehr?

Mit einer verbalen Entgleisung von Ratsmitglied Wolfgang Ludwig gegen Ortsbürgermeister Jörg Fehrentz endete in der jüngsten Ratssitzung in Steinbach die Anfrage einer Zuhörerin. Wesentlich entspannter ging es beim Vortrag von Architekt Klaus Dockendorf zu, der den Rat überzeugen konnte, einen Antrag auf Anerkennung als Schwerpunktgemeinde zu stellen.
Im Rahmen der Einwohnerfragestunde, bei der sich gut zehn Bürger im Zuhörerraum aufhielten, bat eine Zuhörerin um Aufklärung über ein im Dorf kursierendes Gerücht. Im Kern gehe es wohl um ein Missverhältnis zwischen Ortsbürgermeister und Feuerwehr, so die Zuhörerin. Wie Ortsbürgermeister Fehrentz erläuterte, habe sich der Streit um von den Feuerwehrleuten durchgeführte Erdauffüllarbeiten am neuen Gerätehaus entzündet. Fehrentz betonte, dass die Bauaufsicht ebenfalls das Vorgehen der Feuerwehr moniert habe. Deswegen habe die dafür eigentlich vorgesehene Erde, die auf dem Friedhofsparkplatz gelagert gewesen sei, extra entsorgt werden müssen. Der Verbandsgemeinde sind laut Fehrentz zusätzliche Kosten in vierstelliger Höhe entstanden. Weiter führte Fehrentz aus, dass Wehrführer Tobias Schneider ihm ohne Angabe von Gründen Mitte April mitgeteilt habe, dieses Jahr keinen Maibaum aufzustellen. Der Ortsbürgermeister habe seinerseits eine angekündigte Tanzaufführung des Kindergartens beim Maifest abgesagt, die er mit nicht darstellbaren Personalkosten begründete. Abschließend beteuerte Fehrentz, das Gespräch mit der Wehrleitung suchen zu wollen: „Ich will zum Wohle der Gemeinde das Kriegsbeil begraben.“ Als er dem Wunsch der Zuhörerin, Wehrleiter Schneider zu Wort kommen zu lassen, nicht entsprach – Schneider sitzt für die SPD-Fraktion im Rat – fuhr Ratsmitglied Wolfgang Ludwig (WG Steinbach) ihm in die Parade. Ludwig sagte, Fehrentz würde „hintenrum intrigieren“ und später nicht zu seinen Handlungen stehen. Ludwig weiter: „Du hast die Feuerwehr niedergemacht, und damit die Dreckigkeit nicht rauskommt, soll nun keiner mehr was sagen ...“ Es bedurfte mehrerer Ordnungsrufe des Vorsitzenden plus Androhung des Sitzungsrauswurfes, bis Ludwig sich beruhigte. Wehrführer Tobias Schneider wollte keine Stellung beziehen, er habe heute einen anderen Hut auf, argumentierte er, nachdem mehrere Ratsmitglieder ihn aufforderten, etwas zu sagen. Der Antrag auf Anerkennung als Schwerpunktgemeinde, dem der Rat einvernehmlich zustimmte, ist verbunden mit einem Auftrag zur Dorfmoderation, den Architekt Dockendorf erhielt. Weiter wurde die Verwaltung beauftragt, den Antrag zu erstellen und in Abstimmung mit der Kreisverwaltung sowie der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD) dem Ministerium des Inneren vorzulegen. Nach Aussage von Dockendorf wird mit der Schwerpunktanerkennung – er rechnet spätestens bis 2019 mit einer solchen – insbesondere durch die Dorfmoderation ein Beteiligungsprozess in Gang gesetzt, bei dem unter aktiver Mitwirkung der Bürger in unterschiedlichen Arbeitsgruppen Leitbilder für die Zukunft des Dorfes formuliert werden können. Ebenso stehe für die Stärkung der Innenentwicklung eine Bauberatung für private Bauherren kostenfrei zur Verfügung. Einvernehmlich stimmte der Rat der Teilsanierung eines Feldweges zu, der zu einem Schweinemastbetrieb führt. Die Kosten des zirka 43 Meter langen Weges bezifferte Ortsbürgermeister Fehrentz auf knapp 21.000 Euro. Die Arbeiten sollen im Zuge eines Rahmenvertrages von der Firma Uwe Jahns ausgeführt werden.