Rheinpfalz Konstruktive Vorschläge verlangt

Die Anmerkungen vom zweiten Waldfischbacher Beigeordneten Günter Schramm vom 30. August zu dem geplanten Schuhmaschinenmuseum in Hauenstein (die RHEINPFALZ berichtete am 23. August) will Norbert Schnauber, der Vorsitzende des Vereins für Heimatpflege Walfischbach-Burgalben, nicht unwidersprochen lassen. Ein solches Projekt in Waldfischbach müsste erst mal finanziert und personell ausgestattet werden, wozu er aber Vorschläge von Schramm vermisse.
Schramms Vorwurf lautete, Waldfischbach-Burgalben hätte seine Chance verpasst, aus dem Niedergang der Schuhindustrie einen Nutzen zu ziehen, um den Ort für Touristen attraktiver zu machen, was auch den örtlichen Geschäften zugute kommen würde. Er verdeutlicht seine Sichtweise am Beispiel des Schuhmaschinenmuseums in Hauenstein. Dort werde in der ehemaligen Schuhfabrik ein Museum eingerichtet; man sei Waldfischbach damit zuvorgekommen. Schramm schreibt, dass auch in Waldfischbach alles dafür Nötige wie Gebäude, Maschinen und Produktionslinien vorhanden sei. Jedoch gebe es in Waldfischbach-Burgalben nur das Heimatmuseum, das ein „Antiquitätendepot“ sei. „Statt wie in Hauenstein Aktivitäten zu entwickeln, wurden immer wieder Planungen und Aufträge für Aus- und Umbauten für das heutige Heimatmuseum vergeben. Was blieb an Attraktivität? Eine alte Maschine am Eingang und in einem Raum die Schuhmacherwerkstatt von Herrn Roschy. Das war’s.“ Schnauber hält dagegen, dass es sich bei den Vorschlägen Schramms um nicht umsetzbare Ideen handele. Die inhaltliche Ausstattung in einem geeigneten Gebäude sowie der dauerhafte Betrieb einschließlich der erforderlichen personellen Ausstattung nebst der Trägerschaft müsse erst mal finanziert werden. Für die Umsetzung forderte er Schramm zu konstruktiven Vorschlägen auf. Beim Heimatmuseum handele es sich laut Schnauber nicht um ein Spartenmuseum. Auf Initiative der Ortsgemeinde sei im Jahre 1983 der Verein für Heimatpflege gegründet worden, um das Heimatmuseum für die Gemeinde einzurichten und zu betreiben. Die Aufgabenstellung sei, die Geschichte des Ortes und seiner Umgebung heimatkundlich zu erfassen, sie für Gegenwart und Zukunft und ihre Zeugnisse lebendig zu erhalten sowie Kunst und Kultur zu pflegen und den Bürgern näher zu bringen. Zu diesem Zweck habe die Gemeinde das in ihrem Besitz befindliche ehemalige Forsthaus ein- und hergerichtet. Auch sei die Gemeinde im Rahmen ihrer finanziellen Möglichkeiten ihrer Verantwortung für den Erhalt des unter Denkmalschutz stehenden Gebäudes nachgekommen. Schnauber verweist auf die Dauerausstellung des Museums im Obergeschoss, in der man sich über die Geschichte und Bedeutung von Waldfischbach-Burgalben und ihrer Einwohner von der Römerzeit bis in die jüngste Vergangenheit informieren könne. In diesem Zusammenhang sei auch die Schuhfabrikation der Doppelgemeinde „ausführlich und umfassend dargestellt“. Im Erdgeschoss fänden dank des Engagements der Mitglieder wechselnde Ausstellungen einheimischer und regionaler Künstler, historische Vorträge, Ausstellungen zu aktuellen und ortsrelevanten Themen, gesellige Veranstaltungen und vieles mehr statt. Damit Schramm sich von dem Angebot selbst überzeugen könne, würde er sich „freuen“, ihn „auch als Beigeordneten der Gemeinde gerne einmal begrüßen zu dürfen“.(elpa)