Rheinpfalz Kommentar: Starker Manager, starke Ministerin

BASF-Manager Uwe Liebelt hatte
einen überzeugenden Auftritt im Landtag. So kann der Konzern
Vertrauen zurückgewinnen.
Bei der ersten Pressekonferenz nach dem Unglück am 17. Oktober schien Werkleiter Liebelt noch überfordert. Seine Antworten auf die damaligen Fragen von Journalisten waren schwach und teils ausweichend – und das, obwohl sich die BASF doch Transparenz auf die Fahnen geschrieben hat. Um so überzeugender war Liebelt gestern. Er hatte sich offenbar bestens vorbereitet, schilderte den Politikern das Unglück und ging detail- und kenntnisreich auf die Fragen der Abgeordneten ein. Der Manager sparte dabei nicht mit Selbstkritik an der BASF. Er räumte ein, dass das Vertrauen beschädigt wurde und kündigte an, das wieder zu verbessern. Das ist der richtige Schritt. Ebenfalls gut vorbereitet erschien gestern Umweltministerin Ulrike Höfken (Grüne) zur Ausschusssitzung im Mainzer Landtag. Sie war schon am Tag der Explosion vor Ort. Seitdem fordert die Ministerin vehement Aufklärung von der BASF. Die ihr unterstellte und in Neustadt ansässige Struktur- und Genehmigungsdirektion Süd (SGD) wird dabei wohl wichtige Hilfe leisten. Nach dem Unglück hat die Behörde ein Expertenteam zusammengestellt. Das ist auch dringend notwendig. Unabhängig von den juristischen Folgen der Explosion mit drei Todesopfern muss nämlich schnellstmöglich herausgefunden werden, was mit dem Löschschaum passiert ist. 30 Tonnen dieses krebserregenden Mittels sind irgendwo gelandet. BASF-Manager Liebelt geht davon aus, dass der Boden verunreinigt wurde. Die Schäden könnten in diesem Fall enorm sein. Nach der Brandkatastrophe droht eine Umweltkatastrophe. Die Krisenmanagerin Höfken bleibt weiterhin gefragt.