Rheinpfalz Kleinpoppen will mehr als ein Möbelhaus

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André Kleinpoppen ist zufrieden. „Wir sind schon weit“, sagt der Chef der Kleinpoppen Projekte e.K., von der man nicht weiß, welche Finanzgeber hinter ihr stehen. Jedenfalls ist das Solinger Unternehmen in finanzielle Vorleistung getreten, hat Gutachten beigebracht und ist bereit, 5,5 Hektar Grund auf der Truppacherhöhe zu kaufen. Kleinpoppen ist der, der ein Einrichtungshaus mit 45.000 Quadratmetern Verkaufsfläche gegenüber vom Outlet bauen will.

Seit der Ankündigung aus dem vergangenen Dezember, die Truppacherhöhe bebauen zu wollen, ist es ruhig geworden. Im Januar vereinbarte der zuständige Zweckverband Entwicklungsgebiet Flugplatz Zweibrücken mit Kleinpoppen ein notarielles Vorkaufsrecht. Und ein Recht, das überwiegend auf Contwiger Gemarkung liegende Gelände exklusiv zu vermarkten. Das Geschäftsmodell der in einer Villa in Solingen ansässigen Firma ist es, die Planung und das rechtliche Verfahren bis zum Baubescheid zu betreiben. Und dann das reife Projekt an einen Bauherrn/Immobilieneigentümer oder -fonds zu verkaufen. Der wiederum die schon errichtete oder noch zu errichtende Immobilie an einen Betreiber übergibt. Das kann einer der großen Markennamen des Einrichtungsgewerbes sein. Dass sein Geschäft so läuft, würde André Kleinpoppen aber so nicht einmal bestätigen. Auch selbst als Bauherr und Vermieter aufzutreten, sei ihm möglich, sagte er schon mal zur RHEINPFALZ. Am vergangenen Mittwoch sprach Kleinpoppen im Zweibrücker Rathaus bei der Landesregierung persönlich vor. „Ich nehme einen dicken Packen Papier mit. Um uns über das Projekt eine Meinung zu bilden“, sagt Randolf Stich, der Staatssekretär im rheinland-pfälzischen Innenministerium. Zuständig ist Stich für die Landesplanung. Und damit dafür, ob das Land Kleinpoppen und seinen Auftraggebern eine Ausnahmegenehmigung zur Bebauung der Truppacherhöhe gibt. Zur Tendenz lässt sich Stich nach der, wie er sagt, „ersten Vorstellungsrunde des Projekts“ nichts entlocken. Kleinpoppen hat eine „Auswirkungsanalyse Ansiedlung von Möbelhäusern in Zweibrücken/Contwig“ übergeben. Warum der Plural von Einrichtungshaus in der Auftragsarbeit der gutachtenden „BBS Handelsberatung“ benutzt wird, will Kleinpoppen nicht erläutern. Und auch die spannende Frage nicht beantworten, was denn sein XXL-Einrichtungshaus etwa Möbel Martin an der Wilkstraße oder Möbel Braun in Einöd an Umsatz wegnehmen würde. Es sei noch nicht der Zeitpunkt, an die Öffentlichkeit zu gehen, weil nun erst mal die Landesregierung mit ihrer Meinungsfindung am Zug sei. Die Struktur- und Genehmigungsbehörde Süd (SGD) in Neustadt habe denselben Informationsstand. Immerhin sagt André Kleinpoppen: Er habe einen Vertrag, der ihm 55.000 Quadratmeter der Truppacherhöhe sichert. Plus eine Option, weitere 50.000 Quadratmeter zu erwerben. Sehr viel bedeutet das aber nicht. Fällig wird die Kaufsumme erst, wenn Kleinpoppen Baurecht erteilt ist. Ein langer Weg. Zweifel an seinem ernsthaften Interesse, den ganzen Weg zu gehen, versucht Kleinpoppen zu zerstreuen. „Ich bin weit“, sagt er und erklärt, mit dem Teileigentümer der Truppacherhöhe, dem fränkischen Unternehmer Oliver Weingarth, einig zu sein. Weingarth sei bereit, an ihn zu verkaufen. Er, Kleinpoppen, aber auch, die Straßenanbindung, die Erschließung der Truppacherhöhe, so zu gestalten, dass Weingarth seine Tankstelle plus Schnellimbiss-Restaurant verwirklichen könne. „Wir kommen uns nicht in die Quere“, sagt Kleinpoppen. Er setze auch auf Gastronomie in seinem Einrichtungshaus. „Aber ich will keinen McDonalds“, sagt er in Anspielung auf die Pläne Weingarths. Interessant ist, dass Kleinpoppen Projekte nun offenbar auch mit ergänzenden Fachmärkten die Optionsfläche füllen will. Im Dezember hieß es noch, das sei nicht sein Vorhaben. Von welcher Art die Fachmärkte wohl sind? Antwort Fehlanzeige. „Nichts Innestadtrelevantes. Kein Fahrradfachgeschäft. Ein Gartenmarkt ginge“, sagte er am Mittwoch nur. Und: „Wir stehen auch schon in Gesprächen mit möglichen Partnern.“ Oberbürgermeister Kurt Pirmann war beim „Kennenlern-Termin“ dabei. Er sagt: „Wirklich Neues hat Kleinpoppen nicht gebracht.“ Kein Wort zu Betreibern. Auch vom OB kein Wort zu den von der BBS Handelsberatung prognostizierten Auswirkungen einer derart dimensionierten Einrichtungshaus-Ansiedlung. Er kenne das Gutachten selbst nicht, sagt Pirmann. Apropos kennenlernen: Für den im April berufenen Innenstaatssekretär Randolf Stich mag das gelten, für die Landesregierung sicher nicht. Die ist aus dem Verfahren Bingen mit Kleinpoppen vertraut. Die SGD Süd hatte im Januar Kleinpoppens Ansinnen, ein identisch großes Haus wie das auf der Truppacherhöhe geplante, auf dem Zweckverbandsgelände Stadt Bingen/Verbandsgemeinde Sprendlingen/Gensingen zu errichten, negativ beschieden. Statt 45.000 Quadratmetern Verkaufsfläche seien maximal 22.000 – kleiner als Möbel Martin in Zweibrücken – verträglich. Kein Grund aufzustecken für André Kleinpoppen. Der Zweckverband hat beim Verwaltungsgericht Mainz Klage gegen den Bescheid eingereicht. Angespornt von ... natürlich. |cps

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