Rheinpfalz Kirchlicher Arbeitsvertrag
Als sechste im Bistum Speyer hat die Pfarrei Heilige Katharina von Alexandrien, zu der die Kirchengemeinden Hauenstein, Lug und Schwanheim zählen, ein pastorales Konzept entwickelt. Auf 47 Seiten beschreibt das Papier, wie und wohin sich die Pfarrei entwickeln soll.
Das Konzept soll am 24. Februar in einem Gottesdienst in Hauenstein vorgestellt und damit offiziell in Kraft gesetzt werden. Es war seit Anfang 2016 in einem annähernd drei Jahre währenden Prozess in den Gremien der Pfarrei und auf der Grundlage eines vom Bistum vorgelegten Leitfadens entwickelt worden. Es stelle „eine verbindliche Grundlage der pfarrlichen Arbeit für die nächsten acht Jahre“ dar, kommentierte Domkapitular Franz Vogelgesang, Leiter der Hauptabteilung Seelsorge des Bischöflichen Ordinariats, in einem Brief an die Pfarrei die Fertigstellung des pastoralen Konzepts. Und es solle „sowohl als wertvolle Richtschnur bei notwendigen Entscheidungen als auch als hilfreiches Instrument bei der Reflexion der konkreten Arbeit dienen“, schreibt er weiter. Pfarrer Gerhard Kästel würdigte gegenüber der RHEINPFALZ die maßgebliche Arbeit, die zunächst Pastoralreferent Martin Fischer und Pastoralassistentin Melanie Müller bei der Erstellung des Konzeptes geleistet haben. Das pastorale Konzept basiert auf einer intensiven Pfarreianalyse, die anhand statistischer Zahlen und Interviews mit Bürgermeistern und Verantwortlichen von Vereinen und Kitas sowie Ehrenamtlichen erarbeitet wurde: Es wurden soziologische Daten über die Gemeinden erhoben, es wurde das „Gemeinsame der Gemeinden“ ebenso wie das „Spezifische“ der Gemeinden in den Blick genommen und es wurden Zielgruppen definiert, die man nicht im Blick hat oder nicht aus dem Blick verlieren darf: Die Analyse fragt zudem, „wo Menschen Not leiden“ und was die Menschen „auf unserem Pfarrgebiet von der Kirche erwarten“. Aus den Antworten auf diese Fragen ergeben sich „Visionen für die Seelsorge vor Ort“. Insgesamt 13 solcher Visionen waren in den Räten zunächst identifiziert worden, die der Pfarreirat zu vier Formulierungen zusammenfasste: „In unserer Pfarrei soll Gemeinschaft im Leben, Glauben und im Gottesdienst erfahrbar sein“, heißt es da zunächst und dann: „Wir wollen Christsein in unserem Handeln sichtbar machen.“ Eine dritte Vision befasst sich mit der Gottesdienstpraxis: „Unsere Gottesdienste sollen vielfältig und abwechslungsreich sein.“ Schließlich nimmt man auch die Position der Pfarrei innerhalb der Kommunen in den Blick und formuliert: „Die Pfarrei soll in der Öffentlichkeit präsent sein mit Blick auch auf außerkirchliche Angebote und Kooperationsmöglichkeiten.“ Diese münden schließlich in einen Maßnahmenkatalog, in eine konkrete Detailplanung und in die Formulierung von Schwerpunkten. Schließlich werden konkrete Ziele und Maßnahmen aufgelistet und Verantwortliche für deren Realisierung benannt. „Bei der inhaltlichen Arbeit waren immer wieder auch Bibeltexte als Grundlage für den Prozess von Bedeutung“, betont Melanie Müller Man habe sich während der Erstellung des Konzeptes „für viele Ideen begeistern“ können, heißt es da. Man habe aber manche Maßnahmen und Ziele herausnehmen müssen, „damit die ehren- und hauptamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Pfarrei nicht vor einem zu großen Berg stehen“. Sie seien aber nicht vergessen: Das Konzept sei schließlich „lebendig“ und werde „immer wieder weiterentwickelt werden, damit unsere Pfarrei lebendig bleibt“. „Gerade die Visionen sollen für die weitere Arbeit in unserer Pfarrei eine Richtschnur sein“, bemerkte Melanie Müller. Das gelte für die aktuellen Mitglieder, aber auch für die, die bei der Gremienwahl neu gewählt werden und natürlich auch für den künftigen Pfarrer. Im Pfarreirat überlege man derzeit, wie man die Gedanken des Konzepts möglichst vielen Menschen vermitteln kann. Man wolle in den Kirchen Ansichtsexemplare auslegen, bei weiterem Interesse an dem Konzept könne man sich an das Pfarrbüro wenden. Info Das pastorale Konzept der Pfarrei St. Katharina kann unter dem Link www.bistum-speyer.de/bistum-speyer/gemeindepastoral-2015/pastorale-konzepte-der-pfarreien/ eingesehen werden.