Rheinpfalz Kinder besonders schützen und fördern

Placeholder-Image

Eine Selbstverpflichtung zum Schutz von Kindern und Jugendlichen haben Trainer und Vorstand des Kuseler Karnevalvereins unterzeichnet. In 13 Punkten fassten der Jugendbeauftragte des Bezirks Westpfalz in der Vereinigung Badisch-pfälzischer Karnevalvereine, Alex Seim, und der Vorsitzende der Kuseler Karnevalisten, Peter Schmid, Leitlinien im Umgang mit der Jugend zusammen. Das Papier soll ein Zeichen der Verantwortung sein und den Eltern zeigen, dass ihr Kind in guten Händen ist.

Vor dem Hintergrund zahlreicher bekanntgewordener Fälle von Missbrauch und Gewalt gegen Kinder und Jugendliche wollen die Verantwortlichen des Karnevalvereins Kusel auf das Thema aufmerksam machen und mit einer Selbstverpflichtung ein Zeichen setzen. In der Selbstverpflichtung, welche sich am 2012 verabschiedeten Bundeskinderschutzgesetz orientiert, appelliert die Vereinsführung an Trainer und Betreuer. „Selbstverständlich hat die Vorstandschaft dieselbe Verpflichtung unterzeichnet“, erklärt Peter Schmid. Im Papier wird beispielsweise an die Achtung der Würde von Kindern und Jugendlichen appelliert. An eine stete Wertschätzung, an das Vertrauen in die Jugendlichen, an ein Tun, das die soziale und individuelle Entwicklung fördert, an die Vorbildfunktion der Trainer und Betreuer, an eine aktive Haltung gegenüber Formen der Gewalt. „Fast 100 Kinder und Jugendliche im Alter zwischen vier und 18 Jahren sind im Karnevalverein aktiv“, erklärt Peter Schmid. Damit das so bleibe, müsse die Jugendarbeit gefördert werden. „Die Selbstverpflichtung soll nicht nur ein Papier zum Abheften bleiben“, erklären Vorsitzender und Jugendbeauftragter einmütig. Es solle ein Zeichen gesetzt werden. Den Eltern der Kinder solle signalisiert werden, dass die Kleinen in vertrauenswürdigen Händen sind. „Früher hat man den Trainern natürlich auch gesagt, dass sie angemessen mit den Kindern umgehen sollen. Es war eine Selbstverständlichkeit“, sagt der Jugendbeauftragte Seim. Doch höre man immer wieder von Missbrauchsfällen und Gewalt gegen Kinder. Somit gebe das Papier die Richtung vor, in der sich die Vereinsarbeit entwickeln solle. Diese umschreibt Seim mit einer stärkeren Verantwortung im erzieherischen Bereich. „Eine sportlich-soziale Gruppe muss zuerst zusammenwachsen“, erklärt Seim. Dass man nun mit dem Papier an diese wichtige Aufgabe erinnere und damit auch die Wahrnehmung der Kollegen und Freunde schärfe, darauf hofft der Jugendbeauftragte. Die Initiative der Kuseler Karnevalisten ist nicht nur unter den Vereinen im Kreis Kusel neu, auch auf der Bundesebene möchten sie die Selbstverpflichtung sehen. Der Bezirk Westpfalz, davon schwärmt der Jugendbeauftragte, habe auch als einziger deutscher Karneval-Verband eine eigene Bezirksjugend, in welcher die Jugendlichen zwischen drei und 16 Jahren das Geschehen im Verein mitbestimmen könnten. In der Trainerbildung werde die Jugendarbeit vermehrt mit Blick auf die Richtlinien des Jugendschutzes gestaltet. Beim Vorstand, an speziellen Stammtischen und auf Internet-Plattformen sollen sich die Mitglieder informieren können und Rat finden. „Entsteht eine Form der Gewalt, möchten wir von den Trainern, dass sie frühzeitig reagieren, miteinander sprechen und sich Rat geben“, erklärt Seim. Seim und Schmid sind stolz auf ihre Initiative. Zu der besonderen Verantwortung, die man im Umgang mit Jugendlichen trage, müsse man sich bekennen. (rma/Fotos: Sayer)

x