Rheinpfalz Kernzone: Was tun?

HINTERWEIDENTHAL. „Viele Wünsche verbinden sich mit dem Quellgebiet der Wieslauter“, erklärt Forstamtsleiter Michael Grünfelder während der Vorbesprechung zu einer Wanderung in die größte Kernzone des Biosphärenreservats Pfälzerwald/Nordvogesen. Er wird die von der Gruppe des Naturschutzbundes Annweiler/Hauenstein angebotene Tour am Sonntag, 27. April, führen.
Hier darf sich Natur frei von forstwirtschaftlichen, touristischen oder anderen Ansprüchen entfalten. „Ich bin dafür zuständig, dass natürliche Prozesse ungestört ablaufen“, so der Förster. Doch das sei gar nicht leicht, weil sich gelegentlich Interessen widersprächen. Betrachte man die Kernzone etwa als jagdfreies Gebiet auf der einen und als Gebiet für natürliche Waldentwicklung auf der anderen Seite, dann werde das Rotwild als Leitwildart ungewollt zum Störfaktor. „Weil es nicht bejagt wird, hält es sich bevorzugt hier auf, der Verbiss nimmt unnatürlich zu“, so Grünfelder. Es entstehe ein Stück Wald, der arten- und strukturärmer sein könne als vorher. Gerade das erhofft man sich aber nicht von einer Kernzone. Was also tun? Über diese und andere Fragen zur natürlichen Entwicklung in einer Kernzone diskutieren die Teilnehmer bei der Wanderung mit dem Förster und Vertretern des Naturschutzes. Sonntag, 27. April, 11 bis 14.30 Uhr. (ugo)