Rheinpfalz RHEINPFALZ Plus Artikel Keinen Ortsbürgermeister für Hausweiler gefunden

Weiter ohne Ortsbürgermeister: Hausweiler. ArchivFoto: M. Hoffmann
Weiter ohne Ortsbürgermeister: Hausweiler. Archiv

Nachdem Wolfgang Maurer erklärt hatte, nicht mehr für das Amt des Ortsbürgermeisters zur Verfügung zu stehen und sich kein anderer Kandidat für eine Urwahl fand, wollte der Rat am Donnerstag einen Ortsbürgermeister wählen. Nur: Es fand sich noch immer niemand, der das Amt im kleinsten Ort des Landkreises übernehmen will .

Nach der Verpflichtung der Ratsmitglieder per Handschlag durch Bürgermeister Wolfgang Maurer wurde es sehr ruhig im Dorfgemeinschaftshaus. Die Wahl des Ortsbürgermeisters stand an und das große Schweigen begann. Maurer lehnte direkt ab, nachdem er erneut vorgeschlagen worden war, und auch kein anderer warf seinen Hut in den Ring.

Wegen eines grippalen Infekt noch immer fast ohne Stimme, ließ sich der ersten Beigeordneten der Verbandsgemeinde Lauterecken-Wolfstein, Sven Eckert, jedoch nicht davon abbringen, den Ratsmitgliedern das Amt schmackhaft zu machen. „Es ist nicht nur Ärger, sondern macht auch Spaß“ und „mit einem starken Team ist alles machbar“, erklärte er. Eckert versprach, dass Hausweiler auch als kleinste Gemeinde der Verbandsgemeinde nicht vergessen werde. Wenn jemand Hilfestellung benötige, stehe die Verwaltung gerne zur Seite. Überhaupt arbeite die Verwaltung den Ortsbürgermeistern viel zu.

Versuche fruchten nicht

Wie schon im Vorfeld der Sitzung vermutet, fruchteten die Versuche nicht und auch Hinweise auf die Initiative „Mut zum Mandat“ wurden nicht sehr enthusiastisch aufgenommen. Ratsmitglied Klaus Volles gab offen zu, nicht so recht an einen Erfolg zu glauben, denn im Ort sehe man einfach niemanden, der das Amt übernehmen könne oder wolle. Ein Hauptproblem dabei scheint die Möglichkeit zu sein, Beruf und Ehrenamt zu vereinbaren, denn viele sind unter der Woche einfach nicht oder nur wenig im Ort.

Maurer lobte die gute Zusammenarbeit mit der Verbandsgemeindeverwaltung, kritisierte jedoch, dass immer mehr Verantwortung auf Ortsbürgermeister abgeschoben werde, auch wenn dies nicht die Schuld der Verwaltung sei. Insgesamt hielten „sich die Aufgaben in Grenzen“ und seien in Hausweiler überschaubar, betonte er.

Beinahe auch kein Beigeordneter

Da der erste Beigeordnete die Geschäfte des Ortsbürgermeisters im Vertretungsfall übernimmt und Maurer maximal noch sechs Monate das Amt ausüben wird, fand sich – aus denselben – so einfach auch für dieses Amt kein Bewerber. Nach gutem Zureden Eckerts und etwas Bedenkzeit stellte sich Harry Schütz, der nachgerückt war für Thomas Fries, der sein Mandat abgelehnt hatte, zur Wahl und wurde einstimmig zum ersten Beigeordneten gewählt. Etwas weniger Überzeugungsarbeit war dann für den weiteren Beigeordneten nötig. Einstimmig wurde Uwe Baldauf gewählt.

Im Notfall übernimmt Verbandsgemeinde

Für die Gemeinde Hausweiler bedeutet das, dass Maurer die Amtsgeschäfte für sechs Monate weiterführen wird – falls sich nicht doch noch jemand vorher findet, der das Amt übernimmt. Wird bis dahin kein Ortsbürgermeister gefunden, muss die Verbandsgemeinde geschäftsführend das Amt übernehmen. Eckert: „Das wollen wir alle nicht hoffen.“

Später erklärte er, dass zwar „die Sonne immer noch aufgeht“, aber jemand vor Ort und die kommunale Selbstverwaltung immer die bessere Wahl seien. Maurer sprach die Hoffnung aus, dass sich irgendwie ein Kandidat finden lasse. Das letzte Wort sei noch nicht gesprochen.

Keine Bedenken gegen Solaranlage

Landwirt Joachim Kreischer aus Buborn ist Eigentümer eines Grundstücks auf Hausweilerer Gemarkung und will dort eine kleinere Solaranlage mit einer Größe von rund einem Hektar zu errichten. Dazu muss die Gemeinde ihr Einverständnis erklären und das Gebiet entsprechend im Flächennutzungsplan ändern lassen. Da der Gemeinde bei einer möglichen Umsetzung keinerlei Kosten entstehen, votierten die Ratsmitglieder einmütig dafür.

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