Rheinpfalz Keine Windräder an Burg Lichtenberg

Der Verbandsgemeinderat Kusel hat den Weg zum Bau weiterer Windräder geebnet. Einstimmig stellten die Ratsmitglieder am Dienstagabend den Planentwurf ohne Änderungen fest. Für Diskussionen sorgten indes die künftigen Stellplätze für Wohnmobile am Schwimmbad. Dort sollen für rund 70.000 Euro acht Stationen entstehen.
Nach der Absegnung des Flächennutzungsplanes durch den Verbandsgemeinderat müssen nun noch mehr als die Hälfte der Ortsgemeinden zustimmen. Dann erst werde über mögliche Baugenehmigungen von Windrädern entschieden, erläuterte Bürgermeister Stefan Spitzer. Im Gespräch sind Areale bei Reichweiler, eine große Fläche zwischen Pfeffelbach, Albessen und Ehweiler, weitere Flächen am Bledesberg, in Konken, Hüffler sowie zwischen Schellweiler, Etschberg und Haschbach. Keine Windenergie sieht der Plan im Norden nahe der Preußischen Berge wie auch bei Dennweiler-Frohnbach und Oberalben vor. Vor dem Beschluss stellte Karl-Werner Raab von der Bauabteilung Stellungnahmen unter anderen von Behörden vor. So empfehle die Generaldirektion Kulturelles Erbe, die Landschaftssilhouetten beim Blick auf Remigiusberg und Burg Lichtenberg – hier durch ein mögliches Windrad am Bledesberg – nicht zu stören. Unter den zwölf Stellungnahmen waren auch zwei von Privatleuten aus Pfeffelbach, die neben Eingriffen in Flora und Fauna den Mindestabstand von 800 Metern zur Ortsbebauung und die oft 200 Meter erreichende Höhe neuer Anlagen kritisch beleuchteten. Laut Raab sind jedoch beim Abstand von 1000 Metern gut 90 Prozent der Verbandsgemeindefläche gar nicht zu bebauen. Eine Verhinderungsplanung dürfe nicht sein. Er räumte ein, dass Anlagen erst im Bauverfahren zu genehmigen seien und dabei unter anderem das Emissionsschutzrecht beachtet werde. „Es kann also gut sein, dass ein Windrad dann doch weiter weg rückt“, sagte Raab. Weiter weg rücken mögliche Windräder in jedem Fall von Burg Lichtenberg und dem Remigiusberg. Dort wurde ein Radius von zwei Kilometern festgelegt. Bruno Weyrich aus Pfeffelbach, dessen Anliegen zum gleichen Thema in der Einwohnerfragestunde behandelt wurde, wunderte sich über diese Prioritätensetzung – Menschen in Wohngebieten würden schlechter wegkommen als alte Gemäuer. Seine in der Einwohnerfragestunde vorgetragene Anregung, für das Windprojekt zwischen Pfeffelbach, Ehweiler und Albessen einen Runden Tisch mit Gemeindevertretern unter Moderation eines Vermittlers der Verbandsgemeindeverwaltung zu bilden, fand beim Bürgermeister Zustimmung. Im Zuge der geplanten Schwimmbadsanierung und mit Blick auf touristische Anstrengungen sollen am Kuseler Bade- und Freizeitpark acht Wohnmobilstellplätze entstehen. Der Verbandsgemeinderat vergab Aufträge für Erdarbeiten an einen Garten- und Landschaftsbauer aus Rutsweiler für gut 53.000 Euro. Bevor dort Wohnmobile abgestellt werden, sei eine Bodenverbesserung von 30 Zentimetern sowie unter anderem eine 25 Zentimeter hohe Schicht Frostschutz erforderlich. Für knapp 5500 Euro wurde der Auftrag zur Errichtung zweier Stromsäulen, einer Wasserstation und eines Entsorgungsschachts für Schmutzwasser und Fäkalien vergeben. Vor der Abstimmung, die mit zwei Gegenstimmen und drei Enthaltungen erfolgte, hatten vor allem Mitglieder der Freien Wähler noch viele Fragen. Reiner Beck wollte wissen, ob es überhaupt einen Grundsatzbeschluss zu dem Projekt gebe. Ein solcher liegt laut Spitzer nicht vor. „Es wurde aber darüber informiert und gesprochen“, sagte der Bürgermeister. Auch wurde die Frage nach den Gesamtkosten und möglichen Folgekosten gestellt. Samt der Architektenkosten von bis zu 3000 Euro sollen rund 70.000 Euro investiert werden. „Können wir uns das überhaupt leisten?“, fragte Michael Weyrich. Angeregt wurde auch eine mögliche Beteiligung des Landkreises – immerhin werde auch bei der Schwimmbadsanierung gemeinsame Sache mit dem Kreis gemacht. Auch war vielen Ratsmitgliedern unklar, ob sich diese Stellplätze amortisieren werden und wie die vorhandenen Plätze an der Kuseler Marktwiese genutzt werden. „Dorthin verirrt sich kaum einer“, räumte Spitzer ein. Stadtbürgermeisterin Ulrike Nagel konkretisierte, dass die Marktwiese wegen ihrer nicht gerade besonderen Idylle keine Konkurrenz darstelle. „Wir können daran verdienen“, folgerte Spitzer. Die Säulen hätten einen Münzeinwurf. „Wenn man kein Geld in die Hand nimmt, passiert auch nichts“, sagte der Bürgermeister und verwies auf eine Förderung von rund 17.000 Euro durch das EU-Leaderprogramm. Die Bezuschussung ist mit ein Grund, warum es der Verbandsgemeinde mit dem Projekt eilt. Die Wohnmobilstellplätze sollen in den kommenden Monaten nahe der Schwimmbad-Parkplätze auf dem Gelände einer ehemaligen Gärtnerei errichtet werden. Das Grundstück gehört inzwischen der Verbandsgemeinde. (suca)