Rheinpfalz Keine Eidechsen ermöglichen Baugebiet

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Wo einmal Schuhe produziert und später Produkte für die Elektrometall-Industrie gelagert wurden, ist in Schmalenberg ein Neubaugebiet entstanden: Die HW Grundstücksverwaltung GmbH aus Waldfischbach-Burgalben hat die frühere Erico-Fabrik abreißen lassen und am Ortseingang von Schmalenberg den Naturwohnpark Schmalenberg hergestellt.

Die Erschließung ist erfolgt, ab jetzt kann gebaut werden. Am Mittwoch übergab die HW Grundstücksverwaltung die Erschließungseinrichtungen wie Straße, Straßenlampen, Kanäle und Leitungen an die Ortsgemeinde Schmalenberg beziehungsweise die Verbandsgemeinde Waldfischbach-Burgalben. Über die Erschließungsstraße werden bald schon Laster und Bagger rollen. Kathrin Lutz-Klöss und ihre Familie werden die ersten Bewohner im Naturpark Schmalenberg sein. „Für uns war schon lange klar, dass wir aus der Stadt raus und mehr in der Natur leben wollen. Dort, wo wir zum Beispiel gute Möglichkeiten zum Mountainbiken haben“, erläuterte die noch in Kaiserslautern lebende künftige Schmalenbergerin ihre Wahl. Dass Schmalenberg – im Juli wird noch die Strecke zwischen dem Kastanienbäumchen und Heltersberg saniert – mittlerweile auf gut ausgebauten, komplett sanierten Straßen von allen Richtungen sehr gut angefahren werden kann, auf diesen Vorzug des mitten im Pfälzerwald gelegenen Wohnorts hatte Bürgermeister Peter Seibert schon mehrfach hingewiesen. „Es wird wirklich Wohnen im Naturpark Pfälzerwald“, hatten Marinus Engelbarts, geschäftsführender Gesellschafter der HW Grundstücksverwaltung, und sein Mitgesellschafter Thomas Emmer-Schmalenberger unverbaute und unverbaubare Blicke über den Pfälzerwald versprochen, als die frühere Schuhfabrik abgerissen wurde. Und recht behalten. Auch bei grauem Himmel war bei der Übergabe der Erschließungseinrichtungen der Fernblick über den Pfälzerwald, der sich von dem kleinen Plateau am Ortseingang bietet, Thema. „Einfach klasse“, waren sich alle einig. 15 Bauplätze sind entstanden. Diese bietet die HW Grundstücksverwaltung als Bauplatz an, ermöglicht aber alle Variationen des Bauens mit dem Unternehmen bis hin zum schlüsselfertigen Bauen. 750.000 Euro, überschlug Emmer-Schmalenberger, hat die HW Grundstücksverwaltung bislang in die Privaterschließung investiert. 8800 Quadratmeter Fläche, die bebaut werden können, bietet das 1,5 Hektar große Baugebiet. Zur Freude von Schmalenbergs Altbürgermeister Heinz Dechert, der Engelbarts, worauf dieser schmunzelnd hinwies, immer wieder nachhaltig gedrängt habe, etwas mit dem alten Fabrikgebäude zu unternehmen. „Das war schon auf dem Weg, eine Ruine zu werden, und wäre ein Schandfleck am Ortseingang geworden“, sagte Dechert zu seinen Beweggründen. Als das Lager aufgelöst worden sei, erinnerte Engelbarts, habe auch er gedacht, daraus lasse sich was machen. Seniorenwohnen war eine Idee gewesen, die nie in die konkrete Phase ging. Dechert habe ihn immer wieder auf die Möglichkeit hingewiesen, über eine Privaterschließung ein Baugebiet zu realisieren. Als das benachbarte Baugebiet „Dungen“ voll war, „habe ich gedacht, vielleicht werden ja tatsächlich noch Bauplätze in Schmalenberg gebraucht“, erzählte Engelbarts und ergänzte schmunzelnd: „Zwischendurch hatte ich die Entscheidung schon bereut und überlegt, ob ich noch mal da rauskomme.“ Was ihn diese Überlegungen anstellen ließ, waren Umstände wie die, „dass ich mir nie hätte vorstellen können, nachweisen zu müssen, dass hier keine Eidechsen leben. Oder dass ein Regenrückhaltebecken gebaut werden muss, obwohl jetzt weniger Wasser aus diesem Gebiet abfließt als vorher.“ Deutsche Gründlichkeit also, die aber wichtig sei, merkte Verbandsbürgermeister Lothar Weber mit Blick auf Engelbarts niederländische Herkunft lachend an: „Weil das Wasser, dass wir hier nicht zurückgehalten hätten, letztlich nach Holland geflossen wäre und dort für Überschwemmungen gesorgt hätte.“ Seine niederländischen Wurzeln thematisierte auch Engelbarts kurz mit Blick auf die Firma Küntzler, Waldfischbach-Burgalben, die das Gebiet erschlossen hat. „Die waren ein bisschen skeptisch, weil sie wussten, wie schwierig es ist, mit einem Holländer zu bauen“, sagte er lachend. Das habe der Onkel von Firmeninhaber Hermann Küntzler nachhaltig bei Bautätigkeiten auf der Schwanenmühle erfahren. „Mit Hermann war das viel leichter“, lobte Engelbarts lachend. Großes Lob gab es von den Vertretern der HW Grundstücks GmbH für den Nachbarn Richard Poulain, dessen Haus auf dem Plateau steht. Die lärm- und staubintensiven Arbeiten hatten er und seine Familie mit Gelassenheit ertragen. (add)

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