Rheinpfalz Kein Kunstrasen für Wasgaustadion

Vor Ort befasste sich der Bauausschuss des Kreistags mit dem Zustand des Hauensteiner Wasgaustadions, für das die Fraktion Grüne
Vor Ort befasste sich der Bauausschuss des Kreistags mit dem Zustand des Hauensteiner Wasgaustadions, für das die Fraktion Grüne/Linke eine Generalsanierung und die Anlegung eines Kunstrasenfeldes beantragt hatten. Von der Fraktion war allerdings niemand anwesend, um den Antrag zu erläutern.

Den Antrag der Fraktionsgemeinschaft Grüne/Linke, einen Planungsauftrag zur Kostenermittlung für die Generalsanierung der Schulsportanlage Wasgaustadion in Hauenstein und für die Anlegung eines Kunstrasenfeldes zu vergeben, lehnte der Bauausschuss des Kreistags in seiner Sitzung am Dienstag einhellig ab. Dennoch wird sich im Wasgaustadion etwas tun: Die leichtathletischen Anlagen werden saniert.

Der Ausschuss tagte in der Hauensteiner Realschule plus und besichtigte die in unmittelbarer Nachbarschaft gelegene Schulsportanlage vom Typ C, die über eine 400-Meter-Tartanbahn mit sechs Bahnen, über Anlagen für Weit- und Hochsprung sowie für die verschiedenen Wurf- und Stoßdisziplinen verfügt. Die Leiterin der Wasgauschule, Arlett Hübsch, erläuterte die Wünsche der Schule: „Uns wäre gedient, wenn die Tartanbahn und die Anlagen für die Sprung- und Wurfdisziplinen erneuert würden.“ Kreisbaudirektor Peter Martini zeigte die Mängel der Tartanbahn auf, die an mehreren Stellen großflächig geflickt wurde, deren Linierung kaum noch erkennbar und die auch ansonsten sichtbar in die Jahre gekommen ist. Die Sanierung der Kunststoffbahn und der anderen leichtathletischen Anlagen werde Kosten von rund 220.000 Euro verursachen. Die Summe sei im Haushalt bereits vorgesehen. Der Ausschuss stimmte dieser Lösung einstimmig zu. Heino Schuck (SPD) bescheinigte dem Rasenplatz, der vom SC Hauenstein gepachtet, von Ehrenamtlichen des Vereins gepflegt und von Mannschaften des SC Hauenstein für Training und Spiel genutzt wird, einen „in Anbetracht der in den letzten Wochen herrschenden Wetterbedingungen guten Zustand“. Auch der Kreisbeigeordnete Peter Spitzer attestierte dem SCH „gute Arbeit“, die er so bei der Pflege der leichtathletischen Anlagen – dafür ist der Kreis zuständig – nicht erkennen könne. Landrätin Susanne Ganster merkte an, dass der Kreis „mit dem Pachtvertrag mit dem SCH sehr zufrieden“ sei. Der durch den Grünen-Antrag ins Gespräch gebrachte Bau eines Kunstrasens fand im Ausschuss keine Freunde. Zum einen bringe er für den Schulsport keinen Mehrwert, zum anderen könne ein kommunaler Bauherr – im Unterschied zu Vereinen – keinerlei Förderung für den Bau eines Kunstrasens erwarten. Martini sprach von „erhöhtem Pflegebedarf mit teuren Spezialmaschinen“, die ein Kunstrasenplatz fordere. Zudem sei seine Nutzung auf zehn bis zwölf Jahre limitiert. Die dann fällige Entsorgung verursache neue Kosten. Spitzer bezifferte diese Kosten auf über 100.000 Euro. Gegen einen Kunstrasen, dessen Neuanlage auf 300.000 bis 400.000 Euro komme, sprächen also sowohl ökologische Gründe als auch seine mangelnde Nachhaltigkeit. Auch in der Unterhaltung sei ein Kunstrasen „nur marginal günstiger“. Der Kreisbeigeordnete berief sich auf Fachliteratur und nannte jährliche Kosten von 35.000 Euro für einen Naturrasen und von 32.000 Euro für einen Kunstrasen. In der Sitzung war kein Vertreter der Fraktion Grüne/Linke anwesend, der den Antrag hätte intensiver begründen können. So fand sich nach der Besichtigung des Wasgaustadions auch kein einziger Befürworter, zumal die Landrätin mitgeteilt hatte, dass alleine für die Planung einer Generalsanierung eine Summe von 50.000 Euro im Raum stünde. Bei der Besichtigung der Sportstätte hatten auch Vertreter der „Dienstagsgruppe“ des SC Hauenstein, die sich um die vereinseigenen Anlagen kümmert, die Gelegenheit wahrgenommen, Stellung zu beziehen. Helmut Glaser stellte die Pflegeaktivitäten vor, Helmut Albrecht verwies auf die problematische Trainingssituation. Weil der Rasen im Winter ein Training aller Teams nicht zulasse, müsse man auf Kunstrasenplätze – in Maikammer oder Ramberg beispielsweise – ausweichen. Ganster regte an, die Kunstrasen-Problematik im Sportstättenbeirat zusammen mit den Vereinen zu erläutern.

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