Rheinpfalz Kein idyllischer Anblick mehr

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Abgeholzte Böschungen, tiefe Spuren von schwerem Baugerät in der Erde, durchwühlte Erde. So präsentiert sich derzeit der Radweg zwischen Dahn-Reichenbach und Dahn den wenigen Besuchern. Ein Ärgernis für Anwohner. Ein unglückliches Aufeinandertreffen zweier getrennter Baumaßnahmen aus Sicht der Verwaltung.

„Ich war total geschockt, als ich das gesehen habe“, meldet sich eine Bürgerin bei der RHEINPFALZ. „Dieses Stück des Radweges war so idyllisch; wie es da jetzt aussieht, ist fürchterlich.“ Was sie ganz und gar nicht versteht: Wie es zu solchen umfassenden Maßnahmen an der Wieslauter kommen kann. „Als Anwohner an der Wieslauter muss man praktisch eine Genehmigung einholen, bevor man einen Grashalm entfernt. Alles in einem Zehn-Meter-Bereich ist genehmigungspflichtig und jetzt schau sich einer das an, was die da gemacht haben“, macht sie ihrem Ärger Luft. Sogar schon Feriengäste hätten sie angesprochen und gefragt, was denn da im Gange sei. Auf Nachfrage bei der Verbandsgemeindeverwaltung Dahner Felsenland bringt Klaus Burkhart, der von Verbandsgemeindeseite aus die Bauarbeiten betreut, Licht ins Dunkel. „Es handelt sich um zwei getrennte Baumaßnahmen, die sich im Moment unglücklicherweise in Höhe der Kläranlage treffen“, informiert er. Entlang des Radweges werde eine Wasserverbundleitung von Dahn bis Dahn-Reichenbach verlegt. Gleich mit in den Boden kommen zwei neue Starkstromleitungen und Glasfaserkabel. Im Vorfeld dieser Maßnahme habe man als Verkehrssicherungsmaßnahme entlang des Radweges schon im Februar nicht mehr standsichere Bäume, Totholz und Bäume mit Wurzeleinwuchs zum Radweg hin entfernt. „Da wurden aber nicht wahllos Bäume gefällt, sondern es wurde ausgewählt. Der Hauptbestand waren Weide und Erle, die ab einem gewissen Alter hohl werden und abbrechen“, klärt Burkhart. Für die Baufahrzeuge mussten die Seiten des Radweges verbreitert und befestigt werden. Die zweite Maßnahme finde derzeit in Höhe der Kläranlage statt. Im Rahmen der „Aktion Blau“, ein Förderprogramm des Landes und der EU, werde die Wieslauter komplett durchgängig gemacht, um den Fischaufstieg zu ermöglichen. Am alten Wehr, das in Höhe der Kläranlage liege, habe es einen Absatz von etwa 60 Zentimetern gegeben, der den Fischaufstieg verhinderte. Hier habe man eine so genannte Raue Rampe (Stichwort) aus Steinen eingebaut, die den Fischen den Aufstieg wieder ermögliche. Das alte Wehr, das früher genutzt wurde, um die Wiesen zu bewässern, werde eigentlich nicht mehr gebraucht. Man sehe dies aber als Kulturdenkmal an und habe es aus diesem Grund erneuert und erhalten und auch den Entwässerungsgraben, der parallel zum Radweg verläuft, teilweise wieder reaktiviert. Die Befestigungen aus Sandstein wurden erneuert. Diese seien vorher auch schon da gewesen, aber durch den Bewuchs nicht mehr sichtbar gewesen. Auch an der Uferseite der Kläranlage sei die alte Mauer abgetragen und von unten herauf stabil wieder aufgebaut worden, so Burkhart. Selbstverständlich, geht er auf Befürchtungen von Anwohner ein, seien vor Baubeginn alle nötigen wasser- und baurechtlichen Genehmigungen eingeholt worden und die Maßnahme mit den zuständigen Behörden abgesprochen, „da wird auch für die Verbandsgemeinde keine Ausnahme gemacht.“ Durch die „Aktion Blau“ werde die Maßnahme mit 90 Prozent gefördert. „Bei den Bauarbeiten haben wir dann noch entdeckt, dass die Fundamente der Fußgängerbrücke unterspült waren. Die wird nun auch noch erneuert. Die Stufen, die vorher zur Brücke führten, würden durch eine Rampe ersetzt“, erläutert Burkhart. Die Bäume zur Aufforstung liegen schon bereit, es werden 100 neue Bäume entlang des Radweges gepflanzt werden, mehr als man abgeholzt habe. Auf der Insel am Wehr werde allerdings nicht aufgeforstet. Was dort gewachsen war, sei alles Wildwuchs gewesen, man werde dort verschiedene Gräser einsäen. Auch der Radweg werde selbstverständlich wieder hergestellt, versichert Burkhart. Die Maßnahme soll bis Frühsommer komplett abgeschlossen sein. Allerdings stehe dann noch die Verlegung der Wasser- Glasfaser- und Stromleitung durch die Straße „Am Kaltenbächel“ an, was sicher sechs bis acht Wochen an Zeit benötigen werde. Der Radweg werde in dieser Zeit über die Talstraße umgeleitet.

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