Rheinpfalz Kein Heizöl: schulfrei
Hitzefrei im Sommer, das ist bei entsprechenden Temperaturen nicht ungewöhnlich. Aber kältefrei im Winter? Gibt es nicht, werden Sie sagen. Falsch gedacht: Die 424 Schüler der Klassenstufen eins bis zehn der Vinninger Konrad-Adenauer-Schule hatten am vergangenen Dienstag „kältefrei“, wenn auch unfreiwillig. Was war passiert? Die Heizung der Schule war ausgefallen. Nicht etwa wegen eines technischen Defektes, sondern schlicht, weil der Heizöltank leer war.
Sollte zwar nicht passieren, ist aber passiert. Die Beteiligten, Schulleitung, Landkreis als Schulträger und die Schüler, sehen diesen „Zwischenfall“ inzwischen recht gelassen. „Am heutigen Mittwoch fand der Unterricht wieder ganz normal statt, in beheizten Klassenräumen“, erklärt Schulleiterin Sabine Hofmann auf RHEINPFALZ-Anfrage. Hofmann schildert die Situation am Dienstagmorgen zu Schulbeginn so: „In den Klassenräumen herrschten Temperaturen zwischen 13 und 14 Grad“. Die Heizung sei komplett ausgefallen und das bei Außentemperaturen unter dem Gefrierpunkt. Die Ursache war schnell gefunden: Kein Heizöl, besser gesagt, zu wenig Heizöl befand sich im Tank, sodass die Restmenge flockig wurde und damit die Heizung nicht mehr ansprang. Nach Rücksprache mit der Kreisverwaltung und dem Schulrat sei schließlich die Entscheidung gefällt worden, angesichts dieser sibirischen Verhältnisse auf Nummer sicher zu gehen und die Kinder abholen zu lassen. Hofmann lobt das besonnene Vorgehen. Die Eltern der Vinninger Kinder wurden telefonisch informiert und auch die Umlandschüler wurden alle abgeholt. Die Schulgemeinschaft funktionierte hervorragend, das ist der positive Aspekt dieser kleinen Misere vom Dienstag. Inzwischen sind die Heizöltanks gefüllt und die Heizung brummt wieder. Ulla Eder, Sprecherin der Kreisverwaltung, erklärte gegenüber der RHEINPFALZ: „Wir bedauern diesen Vorfall, die Heizung ist tatsächlich mangels Heizöl ausgefallen, das sollte eigentlich nicht vorkommen.“ Grund des unerwarteten Kältefrei sei auch gewesen, so Eder, dass der hauptamtliche Hausmeister krankheitsbedingt fehlte. Daher musste ein Vertreter dessen Aufgaben wahrnehmen. Vergangenen Donnerstag habe der Vertreter der Kreisverwaltung auch mitgeteilt, dass der Heizölvorrat knapp werde. Dass das Öl aber nicht mal mehr eine Woche reiche, konnte keiner wissen. Nach Einholung verschiedener Angebote habe die Kreisverwaltung am 30. Januar Heizöl bestellt, das innerhalb einer Woche geliefert werden sollte, so Eder weiter. „Nachdem wir die Meldung von der Schule erhielten, haben wir unseren Heizöllieferanten sofort telefonisch kontaktiert, der dann bereits am Dienstag die Tanks füllte“, sagt die Kreissprecherin. Auch wenn der eine oder andere Schüler gestern erneut auf einen freien Tag hoffte, so blieben die Hoffnungen unerfüllt. Statt frösteln war wieder büffeln angesagt. (dy)