Kultur Südpfalz RHEINPFALZ Plus Artikel Karlsruhe: Gerhard Richter das stärkste Zugpferd auf der Art im Februar

Skulpturen sollen bei der Art Karlsruhe zwischen den Ständen wieder für eine lichte Architektur sorgen wie hier 2019 eine Arbeit
Skulpturen sollen bei der Art Karlsruhe zwischen den Ständen wieder für eine lichte Architektur sorgen wie hier 2019 eine Arbeit von Hiromi Akiyama. Foto: Messe Karlsruhe, Jürgen Rösne

Klassiker der Moderne stehen im Februar im Mittelpunkt der Art Karlsruhe. Man wird aber auch auf unerwartete Namen stoßen: Literaturnobelpreisträger Peter Handke etwa, Blueslegende Bob Dylan, Jazztrompeter Till Brönner und sogar einen Spross der Kelly-Family. Wir stellen das Programm vor.

50.000 Besucher erwartet die Messegesellschaft vom 13. bis 16. Februar zur Art Karlsruhe. 210 Galerien aus 15 Ländern sind dabei, 42 Galerien davon zum ersten Mal, sagte Britta Wirtz, die Geschäftsführerin der Messe Karlsruhe, bei der gestrigen Pressekonferenz im ZKM. 300 Galerien hatten sich beworben.

Kunst aus über 120 Jahren ist zu sehen. Das größte Interesse dürfte der deutsche Kunststar Gerhard Richter finden. Er wird von einem halben Dutzend Galerien angekündigt, überwiegend von Ausstellern aus dem Rheinland wie Bernd Bentler (Bonn) und der Kunsthandlung Osper (Köln).

Noch weitere bekannte Gegenwartskünstler sind vertreten wie Georg Baselitz, Miriam Cahn, Katharina Grosse, Jürgen Klauke, Karin Kneffel, Imi Knoebel, Markus Lüpertz, Neo Rauch, Anselm Reyle, Sean Scully und Daniel Spoerri. Viele Amerikaner sind avisiert wie Christo, Alex Katz, Jeff Koons, Julian Schnabel, Cindy Sherman, Richard Serra, Roy Lichtenstein, Robert Rauschenberg, James Rosenquist, Tom Wesselmann und Andy Warhol. Frisch aus den Ateliers kommen Arbeiten von Stefan Bircheneder, Matthias Garff und Moritz Karweick.

Und wieder ein Zero-Jubiläum

Stark vertreten ist bei der Art wieder die klassische Moderne mit Lovis Corinth, Max Ernst, Pablo Picasso, Otto Dix, Ernst Ludwig Kirchner und Joan Miró. „International renommierte Galerien der klassischen Moderne wie Cortina (Barcelona), Gilden’s Art Gallery (London) und Schwarzer (Düsseldorf) bringen Spitzenwerke mit“, kündigt Wirtz an. Und wieder gibt’s ein Zero-Jubiläum zu feiern: Ein Schwerpunkt ist der Künstlergruppe gewidmet, nachdem Günther Uecker als einer der drei Protagonisten im März 90 wird. Auch Arbeiten seiner Mitstreiter Otto Piene und Heinz Mack sind zu sehen.

Etliche Galeristen präsentieren Frauen, die zwar Kunstgeschichte des des 20. Jahrhunderts mitgeschrieben hätten, doch von Museen vernachlässigt worden seien: die Malerin Lotte Laserstein beispielsweise, die beim erstmals ausstellenden Galeristen Michel Nöth (Ansbach) im Programm ist, oder die Bildhauerin Renée Sintenis, vertreten von der Galerie Ludorff (Düsseldorf). Auch Gabriele Münter, Hannah Höch, Francois Gillot, Tamara de Lempicka und Käthe Kollwitz werden genannt.

Und dann stolpert man über jene Namen, die man eigentlich in anderen Metiers verortet. Werke des Musikers Michael Patrick Kelly sind am Stand von Artstar zu haben, Fotografien von Dieter Nuhr bei der Galerie Obrist (Essen), und Till Brönner zeigt sein Fotos am Stand der Galerie Alexander Ochs Private (Berlin).

„Künstler unter den Druckern“

Für Freizügigkeit in den Gängen der Messehallen sollen wieder 20 Skulpturenplätze sorgen. Außerdem gibt es einen Skulpturengarten im Atrium.

Die Sonderausstellung auf 94 laufenden Wandmetern bestückt der Sammler Hans-Peter Haas. In seiner Werkstatt in Leinfelden-Echterdingen haben viele berühmte Gegenwartskünstler ihre Siebdrucke fertigen lassen: Willi Baumeister, der Vater der Serigrafie, Rupprecht Geiger, Pop-Art-Künstler Richard Lindner, und auch die Zero-Künstler Otto Piene und Heinz Mack gingen mit ihren Op-Art-Entwürfen zu Haas. Mack sagte einmal über Haas, er sei der „Künstler unter den Druckern“.

Was in seinem Atelier entstand, sammelt Haas, der Ende Januar 85 wird, seit 60 Jahren auch. Arbeiten von 860 Künstlern kamen zusammen, von denen 150 bei der Art zu sehen sind – darunter Max Ackermann, Josef Albers, Christo, Lucio Fontana, HAP Grieshaber, Robert Indiana, Roy Lichtenstein, Günter Fruhtrunk, Niki de Saint Phalle, Tom Wesselmann.

Im Netz

Verbessert wurde der Online-Auftritt unter. Hier sind auch der Katalog, das umfangreiche Begleitprogramm und Informationen zu den verschiedenen Preisen zu finden, die bei der Messe verliehen werden. Neu ist ein Info-Magazin.

Hans-Peter Haas in seiner Werkstatt vor Drucken von Gerhard Neumaier und Hermann Lederle.
Hans-Peter Haas in seiner Werkstatt vor Drucken von Gerhard Neumaier und Hermann Lederle. Foto: Jürgen Burckhardt, Courtesy of Stiftung Hans-Peter Haas
x