Kultur Südpfalz RHEINPFALZ Plus Artikel Karlsruhe: Bildhauer Florian Köhler erhält den Kunstpreis der Stober-Stiftung

Beton und Alltagsabfälle: Skulptur von Florian Köhler in der Städtischen Galerie Karlsruhe.
Beton und Alltagsabfälle: Skulptur von Florian Köhler in der Städtischen Galerie Karlsruhe.

Für seine Betonplastiken hat der Bildhauer Florian Köhler jetzt den mit 5000 Euro dotierten Kunstpreis der Karlsruher Werner-Stober-Stiftung erhalten. Der Preis ist mit einer Studioausstellung in der Städtischen Galerie verbunden.

Man muss in der Tat mindestens zweimal hingucken, um festzustellen, dass es sich bei der Skulptur nicht nur um Beton handelt, sondern auch um Alltagsmüll. Der Bildhauer Florian Köhler verwendet für seine Arbeiten auch Styropor, Flaschen, Plastik oder auch mal Zigarettenschachteln. Zusammengehalten wird das durch Bauschaum, Plastikfolie oder Klebeband.

Der Künstler, 1973 in Karlsruhe geboren, hat 2007 an der Karlsruher Akademie sein Bildhauerei-Studium als Meisterschüler von Meuser abgeschlossen, diverse Stipendien erhalten (unter anderem den Aufenthalt in der Cité Paris) und auch einige Ausstellungen zu verzeichnen. In Karlsruhe-Mühlburg hat er neben einer Tankstelle eine Atelierwerkstatt, auch wenn er sich, wie er bekennt, dem rheinischen Köln noch weit stärker verbunden fühlt.

Seine Materialien findet er vor Ort. So spontan, wie er sammelt, verarbeitet er die kostengünstigen Fundstücke auch. In seinem Atelier liegen die Überreste der Konsumgesellschaft zwar erst mal zwischen Gussformen, Gelatineabzügen und fertigen Arbeiten herum, werden dann aber in einem schnellen Arbeitsprozess zusammengesetzt und mit Schaum und Folie verbunden. Bei älteren Werken arbeitete Köhler zunächst Armierungsgitter in Beton ein. Weil aber letzterer beim Aushärten brach, entschloss er sich zu einer eher intuitiven Arbeitsweise.

Das Übersetzen der Gussform in Beton ist ein zentraler Aspekt von Köhlers Schaffens. Den alltäglichen Bestandteilen weist er eine neue Materialität und Funktionalität zu, das Wechselspiel der Strukturen hat für ihn besondere Bedeutung.

Den Stober-Kunstpreis kann Köhler sicher gut gebrauchen. Denn leben, bekennt er im Gespräch freimütig, kann er von seiner künstlerischen Arbeit nicht. Und so verarbeitet er nicht nur Alltagsabfälle, sondern ist auch noch in einem normalen Alltagsjob tätig.

Die Stiftung geht auf den Karlsruher Unternehmer Werner Stober (1904-1990) zurück und ist in verschiedenen sozialen und künstlerischen Bereichen fördernd aktiv. Über die Vergabe des jährlichen Kunstpreises entscheidet das Professorenkollegium der Karlsruher Akademie.

Termin

Studioausstellung bis 3. Mai in der Städtischen Galerie Karlsruhe, Lorenzstr. 27 . Geöffnet mittwochs bis freitags 10-18 Uhr, samstags und sonntags 11-18 Uhr.

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