Rheinpfalz Kanutouren bis auf weiteres erlaubt

Eine einvernehmliche Lösung konnte in den Gesprächen um das Thema Kanutourismus von Lauterecken bis Odernheim nicht gefunden werden. In vielen wesentlichen Fragen zur Naturverträglichkeit des Tourismus bleiben die Fronten weiter bestehen. Das Konzept von Gemeinden und Bootsverleihern „Ökologischer Wasser-Wanderweg“ (ÖWW) schien bei der Struktur- und Genehmigungsbehörde (SGD) Süd durchgefallen. Aber sie gibt ihnen nun doch eine Chance: Der ÖWW darf in dieser Saison zeigen, inwieweit er „ökologisch“ ist.
Zu Beginn der Sitzung am Mittwochabend in Lauterecken zeichnete Moderator Andreas Ness die Gespräche seit November vergangenen Jahres nach. In Fragen um die Rahmenbedingungen für eine naturverträgliche Nutzung des Glans habe keine Einigung erzielt werden können, resümierte Ness. Die negativen Auswirkungen auf Natur- und Artenschutz, Fischerei und Wasserwirtschaft sollen über die Saison beobachtet und soweit als möglich vermieden werden, so die Empfehlung des Moderators. Das ÖWW-Projekt wird während der Saison anhand zahlreicher Kriterien begleitet und kontrolliert. Nun liegt es in der Hand der Gemeinden und Verleiher, den Kanutourismus möglichst naturverträglich zu gestalten. Der Vize-Präsident der SGD, Willi Tatge, erklärte, man gebe dem Konzept von Gemeinden und Verleihern eine Chance. Aber die Behörde werde die Maßnahmen begleiten, die Fortschritte prüfen und sich eine endgültige Entscheidung vorbehalten, erläuterte Tatge die weitere Vorgehensweise und ließ keinen Zweifel daran, dass das Gewässer auf lange Sicht geschützt werden müsse.
Die Maßnahmen zum Schutz des Lebensraumes Glan hielten die Gemeinden und Verleiher in einem Maßnahmen-Katalog fest. Die Vertreter von Naturschutz- und Anglerverband zeigten sich auch in der letzten Sitzung skeptisch. Horst Kossmann vom Landesfischereiverband erklärte, dass er nicht an das „ökologisch“ im ausgegebenen Namen des Projekts als „ökologischen Wasser-Wanderweg“ glaube. Trotzdem forderte er die ansässigen Vereinsvertreter, die im Zuhörerraum Platz gefunden hatten, zur Mitarbeit am Projekt auf. Die von Tatge ausgegebene Devise „Klasse statt Masse“ im Hinblick auf die Zukunft des Glan-Tourismus hat Bestand. Möchten die Verfechter des Kanutourismus auf dem Glan der Devise gerecht werden, müssen in dieser Saison einige Aufgaben gelöst werden. Unter anderem müssen bauliche Maßnahmen im Rahmen des ÖWW geplant und Fragen der Genehmigung und Finanzierung bis Saisonende geklärt sein. Ohne die Möglichkeit mit rechtliche Schritten gegen ein mögliches Fehlverhalten der Besucher vorzugehen, muss auf eine intensive Öffentlichkeitsarbeit gebaut und deren Wirksamkeit deutlich werden. In Zusammenarbeit mit Behörden, Naturschutz- und Anglerverbänden müssen die Maßnahmen beobachtet und kritisch geprüft werden. Weiterhin darf der Glan privat und gewerblich befahren werden. Ob der Kanutourismus im Rahmen des ÖWW eine Zukunft hat, wird vom Erfolg der geplanten Maßnahmen abhängen. (rma)